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11
Sep
2012

Steigender Absatz

Vinyl feiert Comeback

Vinylpresse

Vinyl-Schallplatten feiern ein Comeback. Nachdem die CD die Schallplatte fast völlig verdrängt hatte sah alles nach einem klassischen Tot für die schwarzen Scheiben aus. Doch in der kleinen Stadt Diepholz (Niedersachsen) steht eines der letzen von fünf Presswerken für Vinyl in Europa - und die Auftragsbücher sind voll. Selbst aktuelle Chart-Titel gibt es wieder auf dem schwarzen Gold. Die Pallas Group presst nach wie vor Schallplatten. Als 1979 die Audio-CD von Phillips und Sony eingeführt wurde, veränderte die Firma ihre Produktionslinie, hielt aber an der Vinyl-Produktion fest.


Vinyl stark im Kommen

Eine weise Entscheidung, wie Geschäftsführer Holger Neumann heute bestätigen kann. Während die CD-Verkäufe aufgrund von rasch wachsenden Digitalverkäufen verdrängt wird, steigen die Absatzzahlen der schwarzen, analogen Scheiben um einige Prozent. 3,5 Millionen Stück verkauft Pallas davon im Jahr. Tendenz steigend. Die Produktion von CDs ist von 18 Millionen auf ca. 8 Millionen im Jahr gesunken. Auf dem Fabrikgelände finden sich viele alte Vinyl-Pressmaschinen in Containern eingelagert. "Unser Ersatzteillager", erklärt Neumann. Als weltweit die Presswerke schlossen und pleite gingen, kaufte Pallas Maschinen auf, um einen Vorrat an Ersatzteilen anzulegen. Eine riskante Entscheidung, die sich jedoch ausgezahlt hat.

Dabei sah es zwischenzeitlich gar nicht gut aus. Die Vinylproduktion ging fast auf Null runter. Dann kam die Love-Parade, Dance-Musik und die DJ-Kultur - Vinyl erlebte eine Wiedergeburt. Die Pressmaschinen bei Pallas kommen aus Schweden und "sollen noch mindestens 10 Jahre im Einsatz bleiben", so Neumann. 30 der 120 Mitarbeiter kümmern sich ausschließlich um die Vinyl-Produktion. "Wir sind nicht die Günstigsten, aber bei der Qualität sind wir die Besten”. Das wissen auch Vinyl-Liebhaber. Daher ist der Schallplattenmarkt auch ein kundentreuer Markt. Ein Mitarbeiter der Firma hört jede Vorlage ab, von denen die Platten gepresst werden und achtet dabei auf Knackser, die durch galvanisierte Staubkörnchen verursacht werden.

Mit Stahlstichel und Mikroskop werden die Fehler korrigiert. „Das macht nicht jeder Hersteller”, meint Neumann. "Prinzipiell ist der Zug abgefahren.", sagt der Geschäftsführer wenn er die Gesamtentwicklung der Branche betrachtet. Der langfristige Siegeszug der digitalen Medien sei nicht mehr aufzuhalten und alles wird nur eine Frage der Zeit sein, bis analoge Medien nahezu vollständig vom Markt verschwinden. Auch wenn Vinyl grade "ein kleines Mini-Comeback in der Nische” erlebe, wie Andreas Leisdon, Sprecher des Bundesverbandes Musikindustrie, sagt.


Steigender Absatz

Der Absatz von Vinyl legte in Deutschland nach Angaben des Verbandes um gut 10% auf 700.000 Stück zu. Vor 8 Jahren waren es noch 300.000. In Relation zum Gesamtmarkt gesehen, spielt Vinyl allerdings keine große Rolle. 207 Millionen Musikprodukte wurden 2011 in Deutschland verkauft. Das sind 7,4 Prozent mehr als 2010. Digitale Download-Verkäufe stiegen im selben Zeitraum von 77,7 Millionen auf 96,9 Millionen. CD-Verkäufe sanken zum 1,7 Prozent auf ca. 97 Millionen. "Das Musikangebot diversifiziert sich im Moment sehr stark", so Leison. Ein großen Problem für die Musikindustrie sind weiterhin die illegalen Downloads. So schätzt die GfK, dass 2010 zwei Drittel aller heruntergeladenen Alben illegal beschafft wurden. Die Zahl der Kunden, die legal Musik runterlädt sei jedoch sprunghaft auf sieben Millionen angestiegen, so Leison. Eine schöne Entwicklung.

 



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