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18
Sep
2012

Statement

Steve Angello über den Zusammenbruch der SHM

Steve Angello

Steve Angello gab kürzlich ein Interview in der Huffington Post. Überraschend ehrlich und offen redete er über die Entwicklung der letzten Jahre. Besonders auf die Zeit mit der "Swedish House Mafia" und deren Entwicklung ging er ein. "Jede Stadt und jeder Promoter in der Welt möchte ein Festival machen, und alle denken, sie können das", so Steve. "Aber sie wissen gar nicht, wie sie anstellen sollen." Das ist nur ein Zitat aus dem Interview, das aufschlussreich gehalten ist und bei dem es einen Einblick in die intimen Gedankengänge des SHM Mitgliedes gibt. Themen wie die Kommerzialisierung der Dance-Musik durch große Unternehmen, den aktuellen Status der Swedish House Mafia, die Kunst des DJing und vieles Weitere spricht Angello an.


Knöpfe drücken

Zunächst geht der DJ und Musiker auf einen Artikel seines Freundes und Kollegen A-Trak ein. "Don't push the Buttons" erlangte ein großes Medienecho. A-Trak kritisiert, dass die DJ-Kultur zu reinem "Knöpfedrücken" verkommt. Früher in den Zeiten von Vinyl waren noch echte Fähigkeiten und Skills gefragt. Heute sieht das anders aus. USB einstecken und ein bisschen an den Pioneer CDJ-2000er spielen - fertig. Diese überspitzte Quint-Essenz A-Trak's würdigt Angello als brillanten Kommentar, der es genau trifft und sieht Parallelen zu seinem Leben. Er selber habe als DJ der alten Schule angefangen. Als Jungendlicher habe er noch an Scratch-Wettbewerben in Schweden teilgenommen. Weiter, beklagt sich Angello, dass "jeder seine Meinung haben kann, und auch haben sollte, aber die Leute es lieben sich über Dinge zu beschweren und zu meckern - besonders online."

Steve selbst besaß im Alter von 15 Jahren mehr als 5000 Vinyls. Und er weiß wie man richtig auflegt. Aber viele Leute denken, "wow, Swedish House Mafia ist ein neuer Act und die machen das erst seit kurzem und können gar nicht richtig DJing" Aber so ist das nicht, alle Jungs der SHM legen schon seit den "90s" auf. Hier spricht Angello sicherlich ein Thema an, dass Anfang des Jahres online für Furore sorgte, als man auf einem Video sah, wie sein DJ-Set vorproduziert war und er nicht live mixte. Er sei aber stolz darauf, schon "fast 18 Jahre aufzulegen und es auch zu können", so der 30-jährige Gründer von SIZE Records. "Ich komme nicht aus dem digitalen Zeitalter."

Steve ergriff auch die Gelegenheit über seine bevorstehende "Size In The Park" Show zu reden. Die Künstler von SIZE Records und er selbst spielen in einer Woche im Central Park NY. Leider können sie nicht das volle Show-Programm auffahren, da die Stadt New York strenge Auflagen vergibt, was die Nutzung des Central Parks betrifft. Deswegen liege der Schwerpunkt auf der Musik an sich. Für jeden New Yorker wird das Set aber etwas ganz Besonders werden.

In Bezug auf seine Musik verrät Steve, dass er an einem Soloalbum mit dem Titel "Wild Youth" arbeite, welches bis Ende des Jahres fertig sein soll. Ein Release ist dann für 2013 geplant. "Einige wirklich außergewöhnliche Gesangseinlagen" werden darauf zu finden sein, so Angello ohne zu verraten, welche Künstler konkret auf dem Album singen werden. Sicher ist, dass der Titel "Yeah" darauf vertreten sein wird.

SHM

Besonders Interessant ist die Aussage, dass er das DJing "vielleicht noch fünf, maximal noch acht Jahre" machen möchte. Anschließend will er ausschließlich als Produzent und Mentor für Newcomer agieren. Außerdem möchte er dann für seine Kinder da sein und "deren Hand halten, auch in schwierigen, harten Zeiten. Sie um sich herum zu haben gibt ihm Energie", philosophiert Steve - etwas unklar was er mit "harten Zeiten" meint.


Swedish House Mafia

Natürlich konnte Steve keine Fragen zur SHM vermeiden. "Wir haben Dinge getan und erlebt, von denen ich nie dachte, sie zu tun oder zu erleben", sagte er und unterstrich, dass es "jetzt einfach keinen Spaß mehr macht. Swedish House Mafia war ein Projekt, bei dem drei Freunde angefangen haben, aufzulegen. Aber schnell wurde es zu einem Monster - einer sehr großen Maschine." Anstatt zu kämpfen entschlossen sie sich SHM auf dem Höhepunkt zu beenden. Sie liebten das Projekt und es ist ein gutes Beispiel dafür, dass jeder es schaffen kann eine Idee zu verwirklichen, wenn er hart genug daran arbeite.

Ein weiteres großes Thema für Steve Angello ist die Kommerzialisierung der Szene. Große Unternehmen versuchen Einfluss darauf zu nehmen. Er bekommt "die verrücktesten Anrufe jeden Tag." Alle großen Firmen seien dabei und wollen ihn engagieren. Seine Standardprozedur ist dann einfach abwimmeln und er tut so, als wenn er noch nie von der entsprechenden Firma gehört habe. Ebenso hält er jedes Angebot stand, SIZE Records zu verkaufen. Alle großen Major Labels haben sich bereits bei ihm gemeldet und ein Angebot vorgelegt. Aber er kann das 2002 gegründete Label nicht verkaufen. Es sei sein Baby. Am Ende gibt Steve noch bekannt, dass er Privat-Jets nicht leiden kann. Er bekommt dort immer Platzangst. 

 



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