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18
Mär
2014

Beatport-Charts: Alles fake oder was?

Beatport Charts Fake

Die Beatport-Charts gelten als wichtigster Indikator für den Erfolg internationaler Dance Musik. Wer hier in den oberen Chartregionen vertreten ist, wird meist von den großen und wichtigen DJs der Welt gespielt und kann auf verstärkte Popularität und damit einhergehend auf mehr Bookings hoffen. Aber nicht nur das, auch zig-tausende DJs weltweit richten sich nach den Verkaufscharts des größten Mp3-Shops für EDM. Ein ganzer Industriezweig des globalen Musikbusiness orientiert und lebt nach den Beatport-Charts.

In der jüngeren Vergangenheit treten jedoch immer häufiger Manipulationsvorwürfe hinsichtlich der Beatport-Charts auf. Das Thema ist nicht neu, aber momentan wieder in aller Munde. Der Grund ist folgender: Emails erreichen Produzenten und DJs in denen offen damit geworben wird, Mp3-Verkäufe auf Beatport ordentlich anzukurbeln. Das Ganze sei sicher und würde nicht entdeckt werden. Je nach Paket kann man zwischen 10 und 200 Käufen pro Song und Tag wählen. Es wird sogar behauptet, dass man mit den größten Labels und Künstlern zusammen arbeite.

Vor wenigen Tagen tat sich plötzlich Wundersames in den Beatport Top 10 Charts. Quasi über Nacht wurden mindestens drei Titel komplett aus den Charts entfernt. Viele Leute waren erstaunt und auch via Twitter machte das Thema die Runde. Diese drei Produktionen waren von der "Säuberungsaktion" betroffen:

  • Armin van Buuren - Save My Night (Blasterjaxx Remix) | Armada Music
  • Thomas Newson feat. Angelika Vee - Don't Hold Us | Armada Music
  • Bellanova XOXO - And I Love Him (Daniele Petronelli & Worp Mix) | miniaturesrec

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Ein Schelm, der hier Böses denkt. Aber betrachten wir doch einmal nackte Zahlen. Laut des Magazins "De:Bug" und des Blogs "Berlin Mitte Institut" benötigt man folgende Verkäufe, um in den Charts aufzutauchen. Die Zahlen sind u.a. auch den Werbe-Mails (siehe Screenshot ganz unten) der "Beatport-Mafia" zu entnehmen:

Beatport-fake-mailPosition Main TOP 100 (Downloads pro Woche)
Top 20: 350
Top 50: 300
Top 80: 280
Top 100: 250

Position TOP 100 Techno (Downloads pro Woche)
Top 20: 100 Downloads
Top 50: 80 Downloads
Top 80: 50 Downloads
Top 100: 30 Downloads

Position TOP 100 Prog House (Downloads pro Woche)
Top 20: 200 Downloads
Top 50: 150 Downloads
Top 80: 120 Downloads
Top 100: 80 Downloads

Position TOP 100 House / Tech House (Downloads pro Woche)
Top 20: 150 Downloads
Top 50: 100 Downloads
Top 80: 80 Downloads
Top 100: 50 Downloads

Position TOP 100 Deep House (Downloads pro Woche)
Top 20: 200 Downloads
Top 50: 150 Downloads
Top 80: 120 Downloads
Top 100: 80 Downloads

Position TOP 100 Electro House (Downloads in pro Woche)
Top 20: 200 Downloads
Top 50: 150 Downloads
Top 80: 120 Downloads
Top 100: 80 Downloads

Position TOP 100 Dub Step (Downloads in pro Woche)
Top 20: 60 Downloads
Top 50: 40 Downloads
Top 80: 30 Downloads
Top 100: 20 Downloads

Nicht sonderlich viel mag man meinen. Stimmten die Zahlen, deren Echtheit natürlich nicht ohne weiteres kontrolliert werden kann, ist es durchaus möglich sich in die Charts einzukaufen.

Ein Rechenbeispiel: Das Label X möchte in den Top 20 der „Deep House Charts“ mit einem Song ihres Künstlers Y auftauchen. Laut der Werbemails der „Beatport-Mafia“ würde das 608€ kosten. Da aber das Label den „Service“ direkt in Anspruch nimmt, bekommt es sogar noch 60% von Beatport in der Form der normalen Lizenzverkäufe wieder ausgezahlt. Macht unterm Strich 243,20€ für eine Top 20 Platzierung. Kluge Labels verrechnen dann noch Promotionkosten zu 50% mit den Lizenzeinnahmen des Künstlers, so dass man für 121,60€ den Song seines Künstlers Y in den Top 20 der „Deep House Charts“ hat. Jetzt kommen noch die normalen Verkäufe hinzu, da ein Top 20 Song natürlich auch noch von den vielen kleinen DJs da draußen gekauft wird. Im Idealfall zahlt das Label am Ende des Tages nicht einmal 100€ netto für eine Top 20 Position in den Genre Charts...100% Sicher / 100% schnell!

 

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