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Tuesday, 06. December 2016

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26
Aug
2015

Spannende Antworten des DJ-Urgesteins

Exklusiv: Interview mit Abel Ramos

Abel Ramos ist einer der Urväter der EDM-Szene. Seit 25 Jahren steht er an den Decks und sitzt im Studio, um seinen Stil immer neu zu erfinden. Der Spanier kennt die Szene wie kein anderer und lebt EDM seit den Anfängen. Sein erfrischend anderer Stil könnte noch eine weitere Rennaissance erleben, schließlich haben Artists mit ähnlichen Stilen wie Kryder oder Merk & Kremont Erfolg wie nie. UrbanRebel PR ermöglichte es uns freundlicherweise, ein Interview mit Ramos zu führen! Darin verrät er uns unter anderem seine Meinung zur Top-100-Wahl des DJMag, Tipps zur besseren Musikproduktion und seine Meinung über Ghostproducer.

 

Frage: Abel Ramos, du stehst derzeit bei Size Records unter Vertrag. Der Labelboss Steve angello spielt derzeit einen neuen Track von dir und Abel the Kid weltweit auf großen Veranstaltungen, beispielsweise auf dem diesjährigen Tomorrowland. Könntest du uns vielleicht etwas über den Track erzählen.

Abel Ramos: Vor ein paar Monaten hab ich meinen Freund Abel the Kid im Studio besucht und dann haben wir ganz spontan entschieden, einen Trakc zusammen zu produzieren. Zunächst war der eigentlich nur für unsere Sets gedacht, aber nach kurzer Zeit waren wir von ihm so überzeugt, dass wir ihn Steve geschickt haben, um seine Meinung einzuholen. Steve hat dann angefangen, ihn in allen seinen Sets zu spielen, woraufhin sich einige Leute genauer darüer erkondigten. Als wir die Reaktionen der Fans gesehen haben und nachdem ich mit Abel the Kid Rücksprache gehalten hatte, entschlossen wurd und, ihn zu veröffentlichen. Er wird auf CR2 in den kommenden Monaten erscheinen!

Frage: Welche Elemente deines aktuellen Produktionsstils gefalle dir selbs ab besten? Gibt es da ein paar Producer mit ähnlichen Stilen, die du deinen Fans empfehlen könntest?

Abel Ramos: Alle meine Tracks sind eigentlich für den Dancefloor eintstanden. Ich mag es, wenn sie energiegeladen sind und viel an Percussion vorkommt. Ich mag es eher nicht, mit einem vorgegebenen Stil zu produzieren. Normalerweise setze ich mich einfach vor den Computer und schaue, was dann letztendlich dabei herauskommt. Derzeit gibt es diverse Künstler, die ich echt gern mag. Beispielsweise Kryder, Tom Staar und Genairo Nvilla. Die produzieren ihre Musik einfach ohne sich irgendwelchen Regeln zu unterwerfen, etwas, was ich sehr schätze.

Frage: Du warst jetzt bereits viele Jahre ein Teil des großen EDM-Business. Könntest du die Änderungen beschreiben, die du bemerkt hast, seitedem du begonnen hast, Musik zu produzieren?

Abel Ramos:  Musik lebt einfach in konstantem Wechsel und durch Evolution. Es war schon immer so und es wird auch in Zukunft weiterhin so sein. Im Unterschied zu meinen Anfängen ist jetzt alles richtig massiv geworden, früher war es eher alles kleiner angelegt und nicht so professionell. Das hat es einfach zu etwas Besonderem gemacht, die Musik als solches wurde viel mehr wertgeschätzt als heutzutage. Heute bewegt sich alles um das Big Business herum. Das dürfte wohl der größte Unterschied zwischen meiner Anfangszeit und heutzutage sein.

Frage: Was ist deine Ansicht zu der Bewegung, dass EDM-Künstler sich immer weiter dem Mainstream-Pop annähern (Zedd, Avicii wären da prominent)?

Abel Ramos: Das hat was damit zu tun, was ich zuvor schon erwähnt habe. Elektronische Musik ist jetzt einfach viel populärer als vorher und die großen EDM-Stars müssen ihre Produkte nun einmal viel massiver machen. Sie sind einfach darauf angewiesen, näher an den Pop heranzugehen.

Abel Ramos

Frage: Was sind deine Zukunftspläne?

Abel Ramos: Ich werde auf jeden Fall mit der Musikproduktion weitermachen und natürlich auch hin und wieder auflegen. Und wenn der Tag dann kommt, an dem ich mich nicht mehr wohl damit fühle, werde ich dann auch aufhören.

Frage: Was hältst du von dem jährlichen Ranking “Top 100 DJs” des DJMag

Abel Ramos:  Naja, ich bin der Auffassung, dass das eben nur eine von vielen Listen ist, die in unserem geschäft wichtig ist. Für mich ist es eine Liste, auf der die beliebtesten und daher auch meistgewählten DJs draufstehen. Das bedeutet keinesfalls, dass sie die besten sind, es ist eine reine Poipularitätsrangliste. – Andererseits: Wie definierst du den besten? Vielleicht ist für dich ja der beste DJ der, der in deinem Lieblingsclub daheim als Resident spielt, wo du jedes Wochenende eine tolle Zeit hast. Für andere ist es eben Carl Cox oder David Guetta. Jeder DJ ist für irgendwen der beste der Welt.

Frage: Kannst du dich noch an deinen ersten Gig erinnern? Würdest du ihn uns beschreiben?

Abel Ramos: Ich erinnere mich jetzt nicht mehr wirklich daran, das ist mehr als 25 Jahre her. Ich erinnere mich an einen sehr intensiven Beginnn, etwas sehr besonderes und doch eher kleines. Kleine Clubs, aber welche, in denen die Leute noch eine Passion für das hatten, was darin passierte. Wir waren alle hungrig auf gute Musik und Spaß. Mein erstes großes Festival, auf dem ich in Madrid gespielt habe, war das Sensation. Das war einfach etwas komplett anderes als alles, was ich vorher emacht habe.

Frage: Wäre da jemand, mit dem du besonders gerne eine Collab starten würdest? Erzähl unds doch mal was über dein persönliches Dreamteam!

Abel Ramos: Ich würde zu gerne mal eine Kollaboration mit Axwell anfangen. Meiner Meinung nach ist er der kompletteste EDM-Künstler. Seine Produktionen erreichen einfach immer ein sehr hohes Niveau und als DJ ist er genauso großartig.

Frage: Wer ist für dich der beste Newcomer dieses Jahres?

Abel Ramos:  Genairo Nvilla. Ohne jeden Zweifel hat er uns alle mit seinem frischen und neuen Stil überrascht. Er ist für mich der Newcomer des Jahres schlechthin.

Frage: Matt Zo hat vor zwei Monaten eine Liste bekannter ghost-produzierter DJs geleaked. Was ist deine Meinung über DJs, die sich fremd produzieren lassen?

Abel Ramos: Diese Ghost-Producer-Geschichte ist eine recht delikate Angelegenheit. Wir könnten uns ja zunächst einmal ansehen, was das überhaupt ist. Jeder andere Künstler, der in einem nicht elektronischen Stil unterwegs ist hat einen Produzenten und keiner kümmert sich da wirklich drum. Eigentlich sehen die Leute das eher positiv und schätzen das. Ich sehe darin, dass ein DJ seinen Produzenten hat, der am ganzen Prozess der Entwicklung eines Tracks beteiligt ist, nichts falsches. Ich finde das eher gut. Es gibt den Fall, dass ein producer sich mit allen Produktionstechniken gut auskennt, aber keine Ahnung davon hat, wie man einen Track für den Dancefloor produziert, weil er nun einmal einfach kein DJ ist und keine Ahnung hat, was es dazu braucht. Meiner Ansicht nach sind diese Kollaborationen für beide Seiten vorteilhaft. Was anderes ist es, wenn du dir einfach einen Track kaufst, bei dem du nicht einmal mitgewirkt hast, und einfach deinen Namen daruntersetzt. Das ist meiner Meinung nach einfach nur falsch.

Frage: Wie unser Seitentitel “dance-charts.de” schon aussagt, lieben wir Chart-Vorhersagen. Hast du irgendwelche Vorschläge, was der Club-Hit 2015 sein könnte?

Abel Ramos: Ich denke, frischere Stile werden uns ins House stehen; eher in Richtung Tribal und mit Vocals.

Frage: Was ist die Geheimwaffe in deinen Sets, um der Menge richtig einzuheizen?

Abel Ramos: Ich habe da den Track von Gabe Ramos namens "Samboodee" im Gregor Salto Remix, der echt wahnsinnig fett ist. Das coole daran ist, dass der Track erst noch veröffentlicht werden wird.

Frage: Danke für das großartige Interview!

Abel Ramos: Danke, dass ihr mich interviewt habt!

 



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