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Saturday, 10. December 2016

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06
Okt
2015

Geld gegen Sichtbarkeit

Soundcloud: gesponserte Beiträge beim Streamingdienst

Vor einigen Monaten berichteten wir euch noch davon, wie es bei Soundcloud qualitativ bergab geht. Vom neuen Premium-Service, der nur durch Einladung verfügbar ist bis hin zum neuen Pay-To-Win-Modell á la Spotify und den neuen Plagiatserkennungsdiensten, die kreative Remixe/Mashups unmöglich machen (Für weitere Informationen siehe hier). Inzwischen ist viel passiert: Mit Mashup-Germany und Mike Candys mussten zwei durchaus bekannte Nutzer der Soundcloud dran glauben, beziehungsweise ihre Soundcloud-Accounts. Jetzt bahnt sich eine weitere Neuerung an, die für viel Unmut sorgen wird.

 

Soundcloud auf den Spuren Facebooks

Im August 2014 ging Soundclouds neue Zweigstelle On.Soundcloud an den Start, die für Pro- und Pro-Unlimited-Nutzer reserviert ist. Die höchste Rechte-Stufe, der sogenannte Premier-Account, kann nur durch Einladung erlangt werden und ist somit nur bekannten und erfolgreichen langjährigen Nutzern von Souncloud vorbehalten. Durch Premier-Rechteist es Nutzern möglich, seine eigenen Tracks verstärkt zu bewerben. Das war der erste Schritt zur Kommerzialisierung von Soundcloud, durch die „Spotlight“-Features konnten so bekannte Musiker ihre Musik noch leichter promoten, während es für neue Produzenten noch schwerer wurde, Fuß zu fassen. Sichtbarkeit gegen Bezahlung.

 

Tracks promoten leicht gemacht

Früher war alles ganz leicht. Man produzierte einen Track, lud ihn hoch und hoffte, dass er so gut war, dass er möglichst oft geteilt und weiterempfohlen wurde. Ganz so leicht ist es heutzutage leider nicht mehr, es reicht nämlich nicht, dass der Track gut ist. Zusätzlich sollte man auch noch so flüssig sein, Soundcloud Promotion-Gebühren zu bezahlen, durch die ein Track erst berühmt werden kann. Dieser Dienst ist nur Premier-Nutzern vorenthalten. Indem man einen entsprechenden Betrag an Soundcloud überweist, schaltet man einen Befehl frei, durch den der eigene Track bevorzug im Stream, dem Soundcloud-Newsfeed, anderer Leute angezeigt wird und so größere Aufmerksamkeit erfährt. Sicherlich ein praktischer Ansatz für diejenigen Produzenten, die bereits genügend verdienen, damit sich so etwas auch lohnt, weniger gut für all diejenigen Underground-Produzenten, die damit untergehen.

Außerdem: Wen nervt Werbung – denn das ist das ganze ja letztendlich auch – denn bitte nicht? Soundcloud verkommt immer weiter zu einem Marketing-Monster ohne an dem festzuhalten, was den Dienst einst groß gemacht hat: Underground-Musik. Wen interessiert denn die neueste Promotion von Universal, Sony oder Warner, die ohnehin die letzten drei Monate fünfzehn mal am Tag im Radio hinauf- und hinuntergedudelt wurde? (Na, wer weiß, auf welchen Track ich anspiele? Lösung im Fazit).

Gesponserte Beiträge beim Streamingdienst

 

Fazit: „Sagat – Fuk Dat“, falls es jemanden interessiert. Der Titel passt recht gut zum Thema, denn genau das wird sich manch einer denken, wenn er sieht, was mit Soundcloud passiert. Eure Meinung?

 



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