Dance-Charts

Das Portal für Musik-News, Charts und DJ-Promotion

Sunday, 11. December 2016

USER-AREA LOGIN


20
Okt
2015

Platz für 1500 Flüchtlinge

Discothek "Ziegelei" soll Flüchtlingsunterkunft werden

In Schleswig-Holstein wird „Kreativität“ groß geschrieben – wie, durch den Duden verordnet, auch sonstwo in Deutschland. Ganz besonders groß, ja gleichsam in Incipiten, wird es allerdings im Kreis Herzogtum-Lauenburg, genauer gesagt in dem Ort Groß Weeden. Dort soll die Großraum-Diskothek „Ziegelei“, die als einer der größten Clubs Norddeutschlands gilt, in eine Unterbringung für die Erstversorgung von Flüchtlingen umgewandelt werden.

 

Steter Flüchtlingsstrom

Wer nicht in einer Höhle auf dem Watzmann lebt, der dürfte über das Thema „Flüchtlinge“ mehr als gut informiert sein, schließlich ist es seit einem Vierteljahr DAS Thema schlechthin, man könnte fast meinen, es sei abgesehen von Daniela Katzenbergers drölfter Botox-Behandlung das einzige Thema, über das BILD und Co zu schreiben wagen (seriöse Tageszeitungen hingegen schaffen es, andere wichtige Themen nicht gänzlich von ihren Titelseiten zu verdrängen).

Nochmals kurz zusammengefasst: Mehrere Millionen Asylanten flohen im vergangenen Jahr aus ihren Heimatländern, die von Krieg und Not gepeinigt werden, in die wirtschaftlich starken EU-Länder, vorzugsweise Deutschland. Die gute Million Flüchtlinge, die in diesem Jahr zusätzlich aufgenommen wurde, muss natürlich irgendwo in der Bundesrepublik untergebracht werden. Dazu gibt es (wie nehezu in jedem öffentlichrechtlichen Prozess) ein spezielles Verfahren: Zunächst werden die Asylanten für ein Jahr in zentralisierten Massenunterkünften untergebracht, die als erstes Auffangbecken dienen und die Erstversorgung sowie schnelle Eingewöhnung der Gäste zum Ziel haben. Anschließend werden sie – je nach Mühlenmahlgeschwindigkeit der bürokratischen Mechanismen – für die weitere Dauer ihres Aufenthalts in kleinere Zentren in den einzelnen Gemeinden des jeweiligen Landkreises verteilt, was die größeren Lager entlastet.

 

Wird die „Ziegelei“ bald umfunktioniert?

Mit dem Bestreben, die landesweite Asylanten-Aufnahmekapazität von Schleswig-Holstein von 12.000 auf bis zu 20.000 mögliche Plätze für die kalten Wintermonate zu erweitern, plant die Landesregierung, in dem kleinen Ort Groß Weeden, einem Gemeindeabschnitt von Rondeshagen im Landkreis Herzogtum-Lauenburg, eine Containerburg zu errichten. Die geplanten 200 Container sollen bis zu 800 Flüchtlingen Schutz vor der Kälte bieten. Die ehrgeizigen Pläne der Landesregierung sehen zusätzlich vor, die nahe gelegene Diskothek „Ziegelei“, eine 3.000 Personen fassende Großraumdiskothek, die als der größte Club Norddeutschlands gilt, in ein  Wirtschaftsgebäude umzufunktionieren. 

Dadurch soll aus dem bisherigen Tanztempel eine Anlage für die Betreuung und Verpflegung der Asylanten werden. Die Pläne der Landesregierung, von denen der Bürgermeister des Ortes, Andreas Albrecht, erst gestern in Kenntnis gesetzt wurde, sollen bis Ende November umgesetzt werden, in einem zweiten Bauvorhaben sollen weitere 200 Plätze geschaffen werden, was allerdings noch Zukunftsmusik ist. Allerdings: Uns liegen exklusive Informationen vor, dass noch nichts entschieden ist. Das Vorhaben liegt bis auf Weiteres in der Schwebe. Es wurde bisher lediglich an die Kommune herangetragen. Verträge oder konkrete Absprachen gibt es bis dato nicht. 

 

Update 26.10.2015: Die Discothek Ziegelei samt angrenzendem Gelände wurde nun verkauft. Besitzer Sigurd Sierig verkaufte für 1 Mio. Euro überraschend an das Amt Berkenthin. In Kürze soll der Bau von 15 großen Doppelhäusern für rund 160 Flüchtlinge beginnen. Damit sind gleichzeitig die Pläne vom Tisch, ein Erstaufnahmelager für 1500 Flüchtlinge auf dem Gelände zu errichten. Am 7.11. findet die letzte Party in der Ziegelei statt. 

 

ZiegeleiBild: Youtube.com

 



Mehr zum Thema: Ziegelei
Desktop Version