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Friday, 02. December 2016

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10
Dez
2015

Setzen: 6!

VINAI & Harrison - Sit Down

Selten kam bei Spinnin' Records ein Track, dessen Titel so mit den Gefühlen übereinstimmt, die einem die Nummer vermittelt. In diesem Fall ist das recht gut gelungen – auch wenn das, wie nachstehend festgestellt – wohl das einzige bleiben dürfte, was an „Sit Down“, Harrisons neuer Kollaboration mit den VINAI-Brüdern, gelungen ist. Ein Track, der die Clubbesucher durch seinen Titel zum Sitzstreik aufruft und dann auch noch so schlecht wie der vorliegende ist, hat es nicht anders verdient, als dass man die Aufforderung befolgt.

 

VINAI

Die italienischen Brüder Alessandro und Andrea Vinai, die sich selbst VINAI nennen, stammen aus der Stadt Brescia. Ihren Durchbruch feierten sie frühestens Ende 2013 mit ihrem Track „Hands Up“ und dann letztendlich mit ihrer Kollaboration „Raveology“ gemeinsam mit den „Tsunami“-Produzenten DVBBS. Unverkennbar vor allem deshalb, weil jede ihrer Produktionen exakt wie ihr Vorgänger klingt. Seit „Raveology“ kollaborierten VINAI häufiger, darunter mit „Mr Bounce“ TJR, R3hab und Dimitri Vegas & Like Mike, die den Tracks aber allesamt nicht ihren Stempel aufzudrücken wussten. Beinahe jeder ihrer Tracks ruft unter ihren Fans einen Proteststurm hervor, doch endlich auch andere Wege der Musikproduktion als nur „Strg + C“ und „Strg + V“ zu erkunden. In letzter Zeit scheint dann auch noch der Ghostproducer der zwei ausgebüxt zu sein, was zu miserablen Produktionen wie „Techno“ und „Get Ready Now“ führte. Es wirkt fast, als ob die zwei jetzt auch noch selbst produzieren müssten... ein gut gemeinter Ratschlag: Aufhören! Sofort!

 

Harrison

Seltsamerweise ist Harrison nicht als Feature, sondern als an der Produktion beteiligter „Künstler“ gelistet. Verwunderlich, eigentlich kann der Brite nur singen, und selbst darüber lässt sich streiten. Seine bisherigen Eigenproduktionen kann man sich eigentlich kaum anhören, ohne dass sich musikalisch versierten Zeitgenossen sämtliche Finger-, Zehen und sonstigen Nägel aufstellen. Wie man an Hardwells „Sally“ sieht (oder besser: hört), beherrscht Harrison nicht einmal das Texten. Wäre er doch nur Rugby-Profi geblieben, da wäre wenigstens etwas aus ihm geworden.

 

Sit Down

Hinsetzen ist eigentlich nicht Strafe genug für diesen Track. Was ich dagegen habe? Nichts, da hilft leider nur Flucht. „Everybody get low, low, low“, „Everybody get down, down, down“ und „Are you ready right now, now, now“ sind jetzt nicht unbedingt die kreativsten, sinnvollsten oder anderweitig einen positiven Superlativ verdienenden Vocals aller Zeiten. Der Rest des Tracks? Naja. VINAI in schlecht halt. Dem Drop fehlt jegliche Power und Kreativität, die Melodie ist zwar recht eingängig, aber nicht gut genug ausgearbeitet, als dass sie in irgendeiner Form über die mangelhafte Tiefe der Nummer hinwegtrösten könnte. Seit einiger Zeit sind VINAI-Produkte – Produktionen kann man das nicht mehr nennen – doch sehr schwach auf der Brust. An Tracks wie „Louder“ oder „Bounce Generation“ kommt das definitiv nicht mehr heran.

VINAI & Harrison - Sit Down

 

Fazit: „Sit Down“ ist nicht mal als Free Download geeignet, das wäre Verschwendung von Datenvolumen. Das auch noch als offizielle Release zu verkaufen, ist eine Frechheit. Wer allen Ernstes in Erwägung zieht, „Sit Down“ zu kaufen, ist mitverantwortlich dafür, dass und die italienischen Brüder mit weiteren Releases foltern. Ein netter kleiner Flop wäre hingegen das gerade rechte Mittel, um ein Umdenken oder – noch besser – eine Vertragsauflösung durch Spinnin' Records zu erzwingen. Luftschlösser, aber man wird ja wohl noch träumen dürfen.

 

 



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