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Thursday, 08. December 2016

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22
Mär
2016

Leistung aus Leidenschaft!

Was uns auf dem Ultra Music Festival 2016 auffiel…

Vor gut einem Tag ging der Startschuss der diesjährigen Festival-Saison, das legendäre Ultra Music Festival, zu Ende. Unzählige DJs, DJ-Duos, Liveacts und natürlich nicht zu vergessen die VJs der monumentalen Bühnen traten im Laufe der drei Festivaltage in Downtown Miami unter der heißen Südstaatensonne auf und sorgten bei gut 200.000 Festivalbesuchern für durchgehend gute Laune. Wir haben uns die Sets (wie wohl so ziemlich jeder Fan der gepflegten elektronischen Musik) natürlich angesehen. Es folgen unsere (manchmal nicht ganz so ernst gemeinten) Beobachtungen…

 

Was uns auf dem Ultra Music Festival 2016 auffiel…Die Welt ist im Wandel: Im vergangenen Jahr wurde das so genannte „Quickmixing“ der auf dem Ultra beschäftigten DJs angepriesen. Davon war in der diesjährigen Ausgabe eher wenig zu sehen. Auf der Mainstage legten größtenteils ziemliche Hasenfüße von DJs auf, die sich nicht wirklich viel daraus machten, ihr Publikum durch ihre brillante Mixtechnik in Atem zu halten. Der Fokus lag dieses Jahr eindeutig auf den neu vorgestellten Tracks. Während sich Martin Garrix, Kygo und Avicii nicht einmal die Mühe machten, vernünftige Übergänge zu vollziehen, versuchte sich Tiësto zumindest rudimentär im Beatmatching. Von Quickmixing kaum eine Spur.

Neuer Fokus: Wie eingangs geschildert lag der Fokus dieses Festivals (abgesehen von Laidback Luke, der es sich nicht nehmen ließ) eindeutig nicht auf den technischen Fähigkeiten der jeweiligen DJs. Vielmehr stand diese Ausgabe ganz im Zeichen der Visuals (wer nach diesem Festival kein Epileptiker ist…) und der Neuvorstellung neuer Tracks.

Neue Tracks: Dass auf dem UMF die Festivalsaison eingeläutet wird, sorgt dafür, dass sich die Artists teils wochen- bis monatelang auf die Sets vorbereiten (abgesehen von deadmau5, der lässt die CDJs auf Shuffle und merkt dann beim Vorhören, dass er im Begriff ist, Motörhead auf einem EDM-Festival zu spielen…). Im Falle eines Hardwell waren das 12 ID-Tracks, ein Martin Garrix spielte 11, und ob irgendeiner von Zedds Tracks außerhalb seines Wohnzimmers schon einmal eine Lautsprechermembran passiert hat, das dürfte auf immerdar sein Geheimnis bleiben.

Was uns auf dem Ultra Music Festival 2016 auffiel…Tiësto fühlt sich einsam: Es ist auf dem Ultra ja durchaus gute Tradition, Gastinterpreten auf die Bühne zu holen, deren Track gerade läuft oder mit denen man gemeinsam eine neue Kollaboration präsentieren möchte. So weit so gut. Aber was Tiësto während seines heiß und innig geliebten „Sunset Slots“ (letztes Jahr liebte er noch das Closing... so können sich Meinungen je nach Gehaltsschek ändern...) auf die Bühne brachte, sprengte dann doch jeglichen Rahmen. Man hatte das Gefühl, der Gute hält es ohne Gesellschaft gar nicht mehr allein auf der Bühne aus. Und weil es so schön war, durfte Vassy gleich doppelt ran.

Gastacts auf Playback: Was im vergangenen Jahr bereits mit Usher und später Justin Bieber floppte, sollte sich dieses Jahr als Grundsatzproblem erweisen. Wenn man sich schon einen Sänger zur Live-Performance auf die Bühne holt, dann sollte er doch wenigstens live singen, so hat man doch den Eindruck. Von den Gästen der Mainstage-Acts wurden genau *Trommelwirbel* zwei diesen Ansprüchen gerecht. Vassy übertönte das ihr gelieferte Playback lautstark mit einem Rohr von Sprachorgan, das man sonst nur von einer Tina Turner vermuten würde. Auch Hardwells Gastsänger, die „Legende“ (Hand aufs Herz, wer kannte ihn vor dem Set?) Craig David wusste zu imponieren und rappte sogar über den Bass-House-Drop der ungewohnt groovigen neuen Radiosingle des Holländers (welche im Übrigen am 1. Mai erscheinen wird). Insgesamt doch ein recht trauriges Spektakel, was die singende Zunft da ablieferte.

Justin Bieber: Apropos Justin Bieber. (Gottseidank) War diese Ausgabe des Ultra-Festivals kein Ort für Belieber, der gute Justin blieb dem Festival nämlich dankenswerterweise Fern. Damit die Mädels nicht ganz so enttäuscht waren, schickte er ihnen allerdings offenbar seinen japanischen Zwillingsbruder KSUKE (schon wieder…). Wohl wieder die meistgestellte Frage des Festivals: Wer ist der Kerl und wieso darf er mit einem Prerecorded-Laptop-Set auf dem Ultra auflegen?

Prerecorded Sets: Juhee, keine Diskussionen um prerecorded Sets dieses Jahr, endlich waren alle ehrlich und mixten live! Denkste! Abgesehen von unserem japanischen Justin Bieber fiel insbesondere Avicii negativ auf (wäre ja nicht das erste Mal, dass er das auf diesem Festival schafft…). Eventuell findet sich ja noch eine plausible Erklärung, wieso auf seinem Mixer dauerhaft der zweite Kanal aufgedreht war (uns ansonsten kein einziger anderer während des gesamten Sets…).

Dimitri Vegas & Like Mike wurden abermals nicht vermisst. Wieso auch? Wie jedes Jahr ließen es sich die Ultra-Betreiber nicht nehmen, auf eine Einladung der belgischen Montgolfièren (Heißluftballons) zu verzichten. Dieses Mal sogar mit bissigem Tweet, Dimitri Vegas sei herzlich eingeladen, ein VIP-Ticket zu kaufen, wenn er auf das Ultra wolle. Dass es den Betreibern mit ihrem Anliegen ernst ist, zeigt auch, dass Steve Aoki und Ummet Ozcan im diesjährigen Lineup fehlten – ebenjene zwei DJs, die die Belgier im vergangenen Jahr auf die Bühne holten. Coincidence?

Was uns auf dem Ultra Music Festival 2016 auffiel…Abrissunternehmen van de Corput: Keine Sorge, die Bühne blieb das gesamte Wochenende über stehen, aber bei einigen Sets hatte man doch das leichte Gefühl, das Zerstörungspotential der gespielten Tracks könne sich auf die strukturelle Integrität der Bühnen auswirken. Namentlich wären da zu nennen: The Chainsmokers, DJ Snake (wenn nicht er, wer denn sonst?), Afrojack (er legt besser auf als er aktuell produziert), Hardwell (Go Hardwell or Go Home!) und MakJ (f*** Donald Trump!). Dass es auch anders geht, zeigten wiederum Martin Garrix, Avicii, Robin Schulz und Kygo. Selten gab es ein so wirksames Sedativum für zehntausende Leute wie diese Vier!

David Guetta ist immer noch überdruff. Sind das etwa noch Nachwirkungen von Tomorrowland 2014?

Die Mainstage wird von Jahr zu Jahr heftiger. Und das soll nicht heißen, dass sie das jemals nicht gewesen wäre. Dieses Jahr in der Form zweier Mäuseohren (deadmau5 muss ausgeflippt sein, als er gesehen hat, dass die Mainstage-Artists die Größeren haben) mit gigantischen LED-Tafeln, Pyroeffekten, Scheinwerfern und Vielem mehr mutete die Stage diesmal noch mehr als sonst wie ein futuristisches Raumschiff an. Wir sind uns sicher, dass jeder andere Zuschauer genauso geflasht war.

Bigroom ist tot. Es lebe Bigroom! So wenig Bigroom House hörte man letztens... ja wann eigentlich? Aber ganz ohne geht es eben nicht, wie Hardwell beweist. Bass House schön und gut, aber eine Menge muss man zum Kochen bringen. Und das einzig probate Mittel dazu ist nun einmal Bigroom House mit generischen Risern (Put Your F***ing Hands Up!).

CDJs 2000NXS2 halten exakt eine Stunde. Das wird Pioneer nicht gefallen. Einige Bühnen wurden mit nagelneuen CDJs 2000NXS2 ausgestattet, die wohl die Clubs auf dem Umweg über ihre Headliner dazu bringen sollten, das Nexus-2-Update anzuschaffen und so dem Hause Pioneer einen regelrechten Geldregen zu verschaffen. Ganz ging das wohl nicht auf, der erste CDJ versagte bereits nach einer Stunde auf der Mainstage, als Thom Jongkind von den Blasterjaxx während seines Sets den Pitchfader abbrach. Well played sieht anders aus.

Drei Tage sind nun wirklich viel zu kurz. Wieso kann nicht das ganze Jahr Ultra sein?

Was uns auf dem Ultra Music Festival 2016 auffiel…

 



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