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Loudness Wars – Episode X-Treme

Schwarzes Loch: Mit dieser Lautstärke könnte man eines erzeugen

Schwarzes Loch: Mit dieser Lautstärke könnte man eines erzeugenSchwarzes Loch: Mit dieser Lautstärke könnte man eines erzeugen

Mit Reddit ist es so eine Sache – sicher stehen viele sinnvolle Informationen in den Abertausenden Subreddits des Forums, aber es ist auch viel Unsinn dabei. Wir sind uns nicht ganz sicher, was wir von der Behauptung des Reddit-Users hazar815 halten sollen, demzufolge man lediglich einen ausreichend lauten Klang benötigen würde, um ein Schwarzes Loch von der Größe der Milchstraße zu erzeugen. Ein Ton, der einen Schalldruck von gerade einmal 1.100 Dezibel aufbringt, würde dazu bereits ausreichen – das klingt angesichts der bekannten Dezibelwerte bestimmter Vorgänge wie Fluglärm oder Kanonenfeuer nach vergleichsweise wenig für ein Ereignis von so kosmischen Ausmaßen, jedoch müsste dazu letzten Endes ein überwältigend hohes Maß an Energie aufgebracht werden.


Urknall Reloaded

Nach den Angaben des Umweltbundesamtes sollen Menschen keinesfalls längere Zeit einem Dauerschallpegel von mehr als 60 Dezibel am Tag und 50 Dezibel in der Nacht ausgesetzt sein. Da klingen 1.100 Dezibel zwar nach nicht gerade wenig, aber ob das dazu ausreicht, aus unserer Galaxie ein schwarzes Loch zu formen? Die Antwort: selbstverständlich reicht das aus! Was die meisten Leute vergessen, ist, dass das Bel, meist in Dezibel angegeben, eine logarithmische Einheit ist – demnach wächst der Schalldruck pro zehn Dezibel nicht um das Doppelte, sondern um das Zehnfache. Somit verzehnfacht sich der Schalldruck bei einer Erhöhung der Lautstärke von beispielsweise 90 auf 100 Dezibel. In einer Großraumdiskothek können Schallpegel von bis zu 100 Dezibel herrschen – hochgerechnet müsste man also die 10100-fache Lautstärke eines Clubs erreichen, um ein schwarzes Loch zu erzeugen. Eine eins mit hundert Nullen – auf gut Deutsch nennt man das zehn Sexdezilliarden oder wer den cooleren, englischen Begriff nutzen möchte: Ein Googol.

 

 

Wie kommt man nun von einem so unvorstellbar lauten Klang zu einem ebenfalls unvorstellbar großen Schwarzen Loch? Nun, um diesen Ton für eine Sekunde auf einem Quadratmeter aufrechtzuerhalten, würde man kurzzeitig eine Leistung von etwa 1098 Watt aufbringen – weit mehr als es der Menschheit je möglich sein würde und auch um ein Vielfaches mehr als beispielsweise bei einer Supernova umgesetzt wird. Ein wahrer „Urknall“ also. Wie kommen wir nun zu unserem Schwarzen Loch? Ganz einfach, denn hier kommt Albert Einsteins wohl bekannteste Entdeckung zum Tragen, die Formel E = mc². Kurz gesagt: Wenn man eine so unvorstellbar große Menge an Energie auf einen ausreichend kleinen Bereich konzentriert, hat das dieselben Auswirkungen, als ob man eine ebenso unvorstellbar große Masse auf diese Stelle konzentrieren würde. Masse bringt natürlich auch stets (ebenso übermäßige) Gravitationskräfte mit sich. Nun muss man nur noch die Allgemeine Relativitätstheorie anwenden, der zufolge eine ausreichend kompakte Masse die Raumzeit so stark verkrümmen kann, dass sich ein Schwarzes Loch bildet.

Wir sehen: Mit dem herkömmlichen Loudness-War der Bigroom- und Future-House-Produzenten ist es hier (Gott sei dank) nicht getan, was die Verbrechen von Acts wie W&W, Don Diablo und anderen an unschuldigen Musikstücken natürlich bei weitem nicht ungeschehen und die gesamte Problematik nicht weniger ärgerlich macht. Aber es ist doch immer wieder erstaunlich, auf was für abstrusen Wegen man die Apokalypse hervorrufen könnte (oder auch eben nicht) – und das ganz ohne Einhornzombies.

 

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