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Produzenten-Tipp: Demos verschicken

Demo zu einem Label schicken - so geht es richtig!

Demo zu einem Label schicken - so geht es richtig!So verschickt man erfolgreich Demos an Labels

Du bist Produzent? Oder Sänger? Oder Songwriter? Und hast noch keinen Plattendeal oder suchst einen für deine neue Produktion? Dann kennst Du dieses Thema mit Sicherheit sehr gut: das Verschicken von Demos an die Labels. Was früher noch mit Kassetten oder CDs passierte, hat sich im Laufe der Jahre grundlegend verändert. Aber eins ist immer noch ausschlaggebend: die Musik muß gut sein. Hier kommen die Tipps aus der Sicht eines Indie-Dance-Labels.

 

Zum Autor: Jens Ophälders ist Teilhaber / Chef / A&R der Labels DROP Recordings, YAWA Recordings, JOMPSTA, Modernes Musik, hilft bei der Administration der Labels Spinnin’ Records Deutschland, Planet Punk, Lickin’ Records etc., ist zudem Produzent und Songwriter erfolgreicher Dance-Projekte wie Froidz, Picco, Jens O. und vielen mehr, nebenbei Teilzeit-Journalist – und war jahrelang ein frustrierter Demo Verschicker!


Wie sollte das Demo sein?

Der erste Punkt ist gleichzeitig auch der wichtigste. Zusammenfassen kann man es mit einem Zitat vom berühmten Filmkomponisten Hans Zimmer, der mal im Interview gesagt hat: „Mein Demo muß immer schon so gut sein, dass man es eigentlich in den fertigen Film packen kann.“ Ein Satz, den man sich als Produzent, der ein Demo verschickt, sehr zu Herzen nehmen sollte.

Die Herstellung des Demos ist der Teil der Arbeit, den der Künstler am meisten kontrollieren kann. Das bedeutet: man erfindet und produziert den Track, kann ihn also so perfekt machen wie möglich. Und das sollte man als Künstler auch tun, denn kein Label kann etwas anfangen mit Sätzen wie „Da muß noch Gesang rein“ oder „Ist noch nicht ganz fertig gemischt“ oder „Wir schreiben da noch dran“. Wenn in deinem Demo Gesang sein soll, dann füge ihn auch bitte ein und schick es erst dann los, nicht vorher. Mach die beste Musik, die Du schaffen kannst, denn nur so kann sich das Label auch vorstellen, was Du abliefern möchtest oder wohin die Idee des Tracks geht. Bedenke: dein Demo ist der wichtigste Teil des Vorstellungsgesprächs und gleichzeitig die Visitenkarte, mit der Du dich bewirbst. Du wirst vom Label keine Verbesserungstipps bekommen, wenn die Idee nicht sorgfältig ausgearbeitet ist.

Folgendes solltest Du immer im Kopf behalten: miss dich mit deiner Konkurrenz. Theoretisch sollte dein Track genauso gut ausgearbeitet sein wie ein Release deiner Vorbilder. Was bedeutet: wenn der EDM-Track so knallen soll wie der von Hardwell, dann orientiere dich an ihm und versuch es genauso gut hinzubekommen. Wenn Du einen ohrwurmverdächtigen Song schreiben willst, dann orientiere dich an ähnlichen ohrwurmverdächtigen Songs, die deine Freunde mitsingen. Es bedeutet NICHT, es genauso zu machen, aber es sollte annähernd so gut sein. Denn in dem Überfluss an Musik, der heutzutage in der Welt unterwegs ist, musst Du qualitativ zumindest mithalten.

  • Der Song sollte komplett fertig sein wenn du ihn zu einem Label schickst.
  •  


Wie schickt man ein Demo zu einem Label?

Die Zeiten, in denen man als Label neue Musik per CD bekommt, sind vorbei. Und wenn man ehrlich ist, dann will man die gebrannten Dinger auch nicht mehr haben. Im Normalfall erhält man Demos heutzutage als privaten Soundcloud-Link, als Wetransfer-Link oder einfach als MP3, welches per Mail geschickt wird. Alle diese Varianten sind absolut ok, wobei der Soundcloud-Link mit Sicherheit am sinnvollsten ist: so empfängt das Label keine Speicherplatzfüller, die man nicht haben möchte. Ob Du nur einen Ausschnitt deines Liedes schickst oder direkt den ganzen Song, sei Dir überlassen, aber wichtig ist, dass das Demo den Kern der Nummer trifft, also das, was Du präsentieren möchtest (Stichwort Visitenkarte, siehe oben). Ein guter Song, bei dem die erste Strophe fehlt, ist nicht hilfreich. Und ein House-Demo, dass irgendwo in der Mitte anfängt wie ein Snippet, wird auch keine guten Resultate erbringen.

  • Verschicke am besten einen privaten Soundcloud-Link mit Download-Option.

 

Schickt man noch weitere Infos dazu? Na klar, kannst Du machen. Hast Du bereits Erfolge? Hast Du schon etwas released und bei wem? Bist Du bereits ein Youtube- oder Soundcloud-Star? Oder sind das deine ersten Gehversuche? Schreib alles in die Mail hinein. Wenn dein Demo gut ist und auf das richtige Label trifft, sind solche Infos wichtig, um eine Antwortmail zu entscheiden. Am Ende des Tages kannst Du aber auch den Hammersong ohne jegliche Infos schicken; die Musik entscheidet letztendlich, ob jemand Interesse hat.

  • Füge wichtige Referenzen bei. Wenn du bereits erste Erfolge vorzuweisen hast, erwähne sie! 

An wen schickt man?

Such Dir die richtigen Labels aus. Es bringt nichts, deutschen Pop an Spinnin’ Records zu schicken (übertriebenes Beispiel, aber ich denke, es ist klar, was gemeint ist). Schau Dir an, was die Firmen releasen und am besten auch, wer der sogenannte A&R ist („Artist & Repertoire“, also die Person, die die Demos sichtet und entscheidet, wem man zurückschreibt). Ein Label, das nur deepsten Tech-House veröffentlicht, wird mit deinem Hands Up-Demo kaum etwas anfangen können und es bereits nach den ersten Takten in den Papierkorb befördern. Klar, es ist nur eine Mail für dich, und Du musst nicht aufwändig CDs verschicken, wie es früher der Fall war, aber man sollte sich schon damit beschäftigen, welches Label diesen Sound veröffentlichen könnte und welches nicht. Schreib den A&R (wenn Du ihn weißt) ruhig mit Namen an, Infos rein, Soundcloud-Link und los geht’s.

  • Schicke passende Musik zu den passenden Labels

Der Glücksfall

Die digitale Revolution hat in der Musikbranche dazu geführt, dass jeden Tag tausende neue Lieder veröffentlicht werden, zehntausende neue Lieder als Demos verschickt werden und hunderttausende Lieder neu erdacht werden. Das ist kein Witz; vielleicht ist es sogar untertrieben. Um in diesem gewaltigen Rauschen Gehör zu finden, braucht es vor allem folgendes: 1) Talent, 2) Geduld, 3) der Willen, an sich und seinem Sound / Song zu arbeiten, 4) einen etwas eigenständigen Stil (nicht das Rad neu erfinden, aber es zu seinen Gunsten verändern), 5) Connections (die man sich im Laufe der Zeit erarbeitet). Das sind die Worte, die man am meisten von den ganzen Starproduzenten oder Labelbossen hört. Ein sechster Punkt fehlt da meistens, und der ist meiner Meinung nach der allerwichtigste von allen: GLÜCK!

  • Neben Talent, Können, Geduld gehört auch viel Glück dazu, um ein gutes Signing zu bekommen!
  •  

 

Du kannst noch so gut sein, noch so viel produzieren und noch so große Hits schreiben, aber Du musst das Glück haben, dass deine Musik im richtigen Moment von der richtigen Person gehört wird, die an dich glaubt und den Song (und vielleicht auch dauerhaft dein Talent) haben will. Der gern gesprochene Satz „Ist klar, dass das ein Hit geworden ist“ oder „Wir machen jetzt einen Hit“ lässt gerne den Zustand vermissen, dass nur 30%, vielleicht 40% des Erfolges auf Talent und Geduld fällt; der Rest ist pures Glück. Und das war bei allen Stars so, sei es ein Dieter Bohlen oder eine Rihanna oder ein Hardwell.

Die A&Rs bei den Labels werden im Dauerfeuer täglich mit neuer Musik beschossen; da den Durchblick zu haben ist äußerst schwer. Allein das alles durchzuhören, ist schon schwierig. Somit passiert es meistens, dass man keine Antwort oder zumindest eine Standardantwort oder Absage bekommt. Das macht den Künstler oftmals mürbe, steht er doch 100% hinter seinem neuen Song und versteht nicht, warum die gesamte restliche Musikwelt deswegen nicht gerade ausflippt und ihn mit Bandübernahmeverträgen zuschüttet (ich weiß genau, wovon ich rede, denn mit den Absagen der Labels konnte ich früher ganze Zimmer tapezieren). Ich kann dazu nur sagen: bleibt dran und habt Geduld. Wenn ihr gut seid, dann werdet Ihr auch Glück haben. Wenn Eure Musik gut ist, wird sie auch ihre Fanbase bekommen (sei es bei Soundcloud / Youtube oder sonstwo). Die Labels werden spätestens dann von selbst auf Euch aufmerksam.

  • Niemals aufgeben und stets motiviert bleiben. Qualität wird irgendwann immer belohnt!

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Glück! Und vergesst nicht: Eure Musik ist Eure Visitenkarte!

 

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Über den Autor
Jens Ophälders

Die Genetik ist letztendlich schuld: vom Vater mit großer Liebe zur Musik ausgestattet, von der Mutter mit dem Talent zum Schreiben. Dance-Charts bildet daher für mich die Symbiose dieser beiden Eigenschaften, endlich mal Schreiben über eine der tollsten Sachen der Welt: Musik! Reviews zu neuen Singles sind dabei ebenso auf meiner Tagesordnung wie Beobachtungen zur Entwicklung der mittlerweile 35-jährigen Geschichte kommerzieller, elektronischer Dance Music (und aller dazugehörigen Nebenschauplätze). info (at) jompsta.com

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