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Monday, 26. June 2017

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01
Apr
2017

Nur einheimische DJs

Nordkorea plant Tomorrowland-Kopie

Nordkorea plant Tomorrowland KopieTomorrowland-Kopie nur mit Nur einheimische DJs

Paukenschlag im EDM-Business: Wie das nordkoreanische Propagandaministerium in Pjöngjang vor wenigen Minuten verlauten ließ, bereitet der ostasiatische Staat für den 9. bis 11. Juni dieses Jahres die Ausrichtung eines Festivals der Elektronischen Musik vor, um das immer unzufriedenere Volk der Demokratischen Volksrepublik zu unterhalten. Dabei orientiert sich die kommunistische Regierung des isolierten Staates an der bewährten römischen Maxime „panem et circenses“, also „Brot und Spiele“, um das von seiner Regierung verdrossene Volk von der Politik abzulenken. Brisant: Offensichtlich scheint es sich bei dem so genannten DongJog-Festival (동쪽) um eine Kopie des weltweit berühmten Tomorrowland-Festivals in Belgien zu handeln.


Nordkoreanisches Tomorrowland

In einem einminütigen Werbeclip, der derzeit südlich über das nordkoreanische Staatsfernsehen ausgestrahlt wird, wurden bereits das Bühnendesign und das Lineup des Festivals enthüllt. Dabei stellte unser Korrespondent in Nordkorea eine starke Ähnlichkeit mit den legendären Tomorrowland-Designs fest – nur eben auf asiatisch. Besonders brisant ist die Wahl des Datums: Am selben Wochenende findet in der Hauptstadt des verhassten südkoreanischen Nachbarstaats das Ultra Music Festival Korea statt, auf dem Szenegrößen wie Hardwell, Tiësto oder KSHMR auflegen werden. Bei Nordkoreas Version handelt es sich also um eine waschechte Konkurrenzveranstaltung.

Wirkliche Konkurrenz wird das DongJong-Festival dem Ultra Korea wohl leider nicht bieten können, denn das Festival muss getreu der nordkoreanischen Staatsmaxime ausschließlich mit einheimischen DJs auskommen – zu Hause ist es eben immer noch am schönsten! Das ist zumindest ein ambitioniertes Ziel für einen Staat, in dem 2007 erstmals ein DJ aufgelegt hat. Der Süden des Landes ist in diesem Bereich mit seinem Star-DJ KSUKE schon deutlich weiter, aber wer weiß schon, wen Kim-Jong Un aus dem Hut – oder besser: aus dem Arbeitslager – zaubern wird. Vielleicht wird ja nun endlich der Traum des Obersten Führers wahr, endlich ernstzunehmende Konkurrenz zu den überdimensionierten Propagandalautsprechern des verhassten Südens an der gemeinsamen Grenze bieten zu können.

 

 

Berichten zufolge schätzt der Parteichef der nordkoreanischen kommunistischen Arbeiterpartei besonders das einstige Kult-Genre Bigroom-EDM: Die monotonen Kickdrums und die einfache Rhythmik seien eine ideale musikalische Untermalung in den Arbeitslagern der Regierung. Das Aftermovie des DongJong-Festivals wird daher für das gesamte folgende Jahr in allen nordkoreanischen Staatsbetrieben in Dauerschleife laufen. Eröffnet wird das Festival übrigens von einer Militärparade, im Zuge derer die Präsentation der neuen Langstreckenrakete des Typs Kim-Il-Sung durch Kim-Jong Un erwartet wird.

Wir harren gespannt weiterer Neuigkeiten zu diesem Festival und freuen uns über Eure Meinung zu diesem Thema – eine echte Chance für die Entwicklung elektronischer Musik in Nordkorea oder totalitärer Irrsinn, die Diskussion ist eröffnet!

 



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