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SONNTAG, 24. September 2017

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11
Aug
2017

Das große Comeback vom schwedische Superstar

Avicii - AVĪCI EP » [Review]

Avicii - AVĪCI EP » [Review]Avicii - AVĪCI EP

Avicii ist zurück! Im Jahr 2016 kündigte er an, die DJ-Karriere an den Nagel zu hängen (wir berichteten), was jedoch nicht nur das Auflegen betraf. Auch in der Produktion von Musik legte der Schwede eine Pause ein. Es scheint so, als hätte Avicii sich nun wieder erholt. Er legt zwar weiterhin nicht auf, doch als Produzent ist er offenbar wieder aktiv. Am 10. August hat der schwedische Superstar seine Comeback-EP “AVĪCI“ veröffentlicht. Viele Fans hatten auf ein Album gehofft, aber diese EP ist mit sechs Tracks schon ein halbes Album. Wir stellen euch die sechs Tracks genauer vor, verraten, was es mit dem Titel der EP auf sich hat und ziehen ein Fazit, wie das Comeback gelungen ist.


AVĪCI EP

Bevor wir zu den einzelnen Tracks übergehen, haben wir noch ein paar Randinformationen zur neuen EP für euch parat: Eine Woche vor dem Release wurde diese EP von Avicii offiziell angekündigt, obwohl der Produzent schon Wochen zuvor mit etlichen Hashtags auf Instagram für Spekulationen sorgte. Darauf folgte jeden Tag ein Teaser eines neuen Songs. In einer Sache überraschte Avicii seine Fans dennoch: Am 1. August postete die australische DJane Tigerlily etwas Interessantes auf Instagram. Sie lud ein Video von sich mit einer mysteriösen Box hoch. In der Box war ein Zettel mit dem Logo und dem Namen von Avicii drauf. Darunter schreibt sie „#Avicii2017“. Für viele Fans ein eindeutiges Zeichen. Letztendlich handelte es sich jedoch nur um den Song “You Be Love“, den Avicii nicht mit Tigerlily, sondern mit Billy Raffoul aufgenommen hat. Warum Tigerlily das gemacht hat, kann man zurzeit nicht beantworten. Dass dort wirklich noch eine Kollaboration folgt, ist unwahrscheinlich.

Die Namensgebung dieser EP ist eigentlich eine ganz coole Geschichte. Wenn man den Titel so liest, fragt man sich vielleicht warum Avicii die EP nach seinem Künstlernamen benennt, doch es gibt dort zwei ausschlaggebende Unterschiede. Der Titel hat ein „i“ weniger und einen seltsamen Strich über dem ersten „I“. Dazu sollte man wissen wie Aviciis Künstlername entstanden ist. Sein Name ist abgeleitet von der tiefsten buddhistischen Hölle, die den Namen „Avici“ trägt. Da „Avici“ als Name bei Myspace schon vergeben war, setzte er ein zweites „i“ hinten an. Mit dem neuen Titel ist also die tiefste buddhistische Hölle gemeint und die wird im Original mit einem Strich auf dem ersten „I“ geschrieben. Damit will uns der Schwede wahrscheinlich sagen: „Hey, ich bin wieder da!“. Auf jeden Fall eine interessante Hintergrundgeschichte, doch jetzt gehen wir über zur Musik.


1. Avicii feat. Vargas & Lagola - Friend Of Mine

Der erste Track trägt den Titel “Friend Of Mine“ und wurde mit dem schwedischen Duo Vargas & Lagola aufgenommen. Das Duo sollte einem eigentlich kein Begriff sein, doch wenn man weiß, dass hinter diesem Projekt die beiden Sänger Salem Al Fakir und Vincent Pontare stecken, kennt man Vargas & Lagola. Die beiden haben schon oft für Avicii eingesungen und singen fast alle Songs vom schwedischen Duo Axwell ^ Ingrosso. Die Nummer hatte Avicii zuvor noch nicht gespielt. Stilistisch setzt der Schwede zumindest teils auf die typischen Gitarren-Akkorde. Die Vocals sind bei dieser Nummer sehr stark. Im Drop hört man deutlich die Einflüsse Aviciis heraus. Die Melodie hat einen genialen Aufbau (so wie man es von ihm gewohnt ist). Im Sounddesign hat sich Avicii schon ein bisschen verändert. Der Sound im Drop klingt grandios und in Kombination mit der Melodie funktioniert der Sound sowieso hervorragend. Überragende Nummer!



2. Avicii feat. Rita Ora - Lonely Together

An zweiter Stelle hat Avicii den Track “Lonely Together“ gesetzt, von dem die Leute eine Woche vor Veröffentlichung von einem Solo-Track ausgegangen waren. Dem ist jedoch nicht so, denn der Produzent hat noch eben den Namen einer der bekanntesten Sängerinnen der Welt auf den Song schreiben lassen. Die britische Sängerin Rita Ora war schon für einige Hits wie zum Beispiel “I Will Never Let You Down“ oder zuletzt “Your Song“ zuständig. Das Instrumental ist hier ganz anders als bei Track 1. Es wurde sehr düster gestaltet und auf jegliche Country-Elemente verzichtet. Dabei sollen die Vocals wohl im Fokus stehen, die das Instrumental deutlich übertönen. Der Drop klingt vom Sounddesign recht modern, jedoch fällt einem das langsame Tempo auf. Leider ist der Drop auch nur sehr kurz. Man will mit “Lonely Together“ vielleicht den Mainstream-Bereich ansprechen, aber wir denken, dass dafür eine andere Nummer besser geeignet ist. Track Nummer 2 kann man sich auf jeden Fall anhören, zählt aber nicht zu den besten Songs der EP.



3. Avicii feat. Billy Raffoul - You Be Love

Der dritte Song wurde mit dem Sänger Billy Raffoul aufgenommen und trägt den Titel “You Be Love“. Hierbei handelt es sich um den Song, der zuvor fälschlicherweise als Tigerlily-Kollaboration abgestempelt wurde. Der Sänger Billy Raffoul ist bislang noch relativ unbekannt und steht auch keineswegs für den Dance-Pop-Bereich. Der 22-jährige Kanadier ist normalerweise im Indie Pop unterwegs. Nach ein paar Sekunden sind hier schon wieder die Gitarren-Akkorde zu hören. Die Stimme des Sängers klingt außergewöhnlich. Sie funktioniert in Kombination mit der Gitarre toll. Dieser Song hat einen typisches Avicii-Build-Up und auch die Melodie ist wie immer grandios. Das Sounddesign geht in die gleiche Richtung wie Track 1. “You Be Love“ ist eine überdurchschnittliche Nummer.



4. Avicii feat. Sandro Cavazza - Without You

Darauf haben die Fans schon seit Monaten gewartet. Beim Ultra Music Festival 2016 bekam dieser Song sehr viel Aufmerksamkeit und alle Fans warteten auf eine Veröffentlichung dieser ID, doch darauf konnten sie lange warten. Endlich ist “Without You“ offiziell erschienen, aber Avicii hat noch an dem Track gearbeitet. Die Vocals von Sandro Cavazza wurde zwar beibehalten, doch das lange Build-Up wurde komplett entfernt und das Sounddesign im Drop noch perfektioniert. Es ist das dritte Mal, dass Sandro Cavazza die Vocals in einer Avicii-Produktion übernimmt. Die letzten Male waren es die Album-Tracks “Faster Than Light“ und “Our Love“. Zuletzt machte er mit seiner Solo-Single “So Much Better“ auf sich aufmerksam (zu der wir noch kommen). Die Vocals machen den Track einzigartig. Die Stimme und der Text sind einfach nur grandios. Der Drop wurde mitreißend gestaltet und regt zum Tanzen an. Das Ganze wäre definitiv für den Mainstream geeignet. Wir schätzen, dass sich “Without You“ in den deutschen Charts durchsetzen wird!



5. Avicii feat. AlunaGeorge - What Would I Change It To

Der fünfte Song “What Would I Change It To“ wurde zum Entspannen produziert. Dafür hat sich Avicii Unterstützung von dem britischen Duo AlunaGeorge geholt. Die kleine Band hatte bereits Kollaborationen mit DJ Snake und Jack Ü, jetzt zum ersten Mal mit Avicii. Auch dieser Track wird mit Gitarre-Klängen eingeleitet. Schnell stoßen die Vocals dazu. Die Sängerin hat eine sanfte Stimme, die man wirklich gerne hört. Das Instrumental wurde passend zum Song ruhig gestaltet. Im Refrain nimmt der Song zwar Fahrt auf, doch ein Drop bleibt aus. Im Refrain sind neben dem Klavier sogar Blasinstrumente zu hören, was für den Sound vom Schweden relativ ungewöhnlich ist. Im Refrain ist eine Melodie zu hören, die von der Sängerin mit „Uh“ mitgesummt wird. Der Song “What Would I Change I To“ ist perfekt zum Entspannen geeignet und klingt sehr schön. Für den Sound von Avicii allerdings sehr ungewöhnlich, was man hier zu hören bekommt.



6. Sandro Cavazza - So Much Better (Avicii Remix)

Der letzte Song ist ein Remix. Diesen hat Avicii für seinen guten Freund Sandro Cavazza produziert. Der Produzent hat die aktuelle Single “So Much Better“ überarbeitet. Man hört einige Elemente von Avicii heraus. Wie zum Beispiel ein Schnippsen im Hintergrund, doch typische Merkmale wie die Gitarre oder die progressive Melodie sind nicht zu finden. Auch der Drop ist völlig untypisch für den Sound von Avicii. Der Sound ist sehr basslastig und geht in den Bereich Deep/Future House. Außerdem ist das Tempo für seine Verhältnisse eher langsam gehalten. Vielleicht ist es nur ein Versuch in einem neuen Genre, oder doch der neue Sound von Avicii? Wir wissen es nicht, doch vermuten, dass dieser “So Much Better“-Remix nur ein kleiner Nebentrack ist.




Fazit: Das Comeback ist Avicii mit dieser EP auf jeden Fall geglückt. Das Mini-Album kann mit einer ausgewogenen Soundauswahl und seinen genialen Melodien punkten. Man hört sowohl den Signatursound von Avicii als auch neue Sounds, die man vom Schweden nicht gewohnt ist. Man kann diese EP beruhigt durchhören ohne irgendeinen Track wegschalten zu müssen. Das Highlight auf dieser EP ist “Friend Of Mine“, welche mit einem modernen Sounddesign und einer überragenden Melodie auffällt. “Lonely Together“ und “Without You“ gehen mehr in die Mainstream-Richtung, was bei dem zweiten Song echt funktionieren könnte. “You Be Love“ und “So Much Better“ sind zufriedenstellend, aber definitiv keine Highlights dieser EP. Als letzte wäre da noch “What Would I Change It To“. Diese Nummer ist zwar ungewöhnlich ruhig, jedoch klingt sie sehr angenehm. Tolles Comeback!

 



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