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Spektakuläres Musikvideo

Musikvideo » Headhunterz - Destiny

Headhunterz - Destiny"Destiny" von Headhunterz

Nach längerer Pause hören wir mit „Destiny“ endlich wieder etwas von Headhunterz. Der Niederländer hatte in den vergangenen Monaten immer wieder eine Rückkehr zum Hardstyle verkündet und sie mit diesem Track dann wohl in die Realität umgesetzt. Ob der Track was taugt, was wir aus dem Video mitnehmen können und inwiefern er sich damit in Bredouille bringen könnte, erfahrt ihr hier.


Destiny

Hardstyle ist Headhunterz „Bestimmung“. Das macht uns der Titel in Verbindung mit dem Video immer wieder deutlich, doch zu letzterem später mehr. Artifizielle Töne leiten die Nummer ein, worüber kurz darauf eine Art „Rede“ gelegt wurde, deren letzte Passage „Music is our destiny“ lautet, also das Thema des Tracks widerspiegelt. Die allseits bekannten, heftigen Headhunterz-Hardstyle-Synths setzen ein und präsentieren uns den rhythmischen Lead der Nummer. Ein typischer Aufbau mit Build-Up und den verzerrten Kicks des Genres im Drop folgen. Nach dem Refrain wird der Song mehr oder weniger eins zu eins wiederholt. 


Das Video

Zu Beginn sehen wir eine Person in einer Art Kammer sitzend, die Willem Rebergen selbst, so Headhunterz mit bürgerlichem Namen, darstellen soll. Sie ist an einen Stuhl gefesselt und schaut durch einen TV-Bildschirm auf eine zu Big-Room-Beats feiernde Crowd. Ein kräftiger Mann betritt den kleinen Raum und schlägt der sitzenden Person ins Gesicht.

Aus nun ihrer Perspektive sehen wir einen älteren Herrn, welcher die episch wirkende Parole an nun uns richtet. Mit neuer Energie lösen wir uns, eben noch Gefangener gewesen, von unseren Fesseln und betreten die von Lichtverhältnissen einer Dämmerung geflutete, alte Fabrikhalle. Panisch blicken wir uns um, überwinden akrobatisch ein Hindernis und sehen eine Treppe, die wir zügig hinaufsteigen. Mehrere Gegner stellen sich uns in den Weg, aber diesen weichen wir geschickt aus. Der „Schläger“ aus der Kammer trifft uns frontal, worauf ein Game-Over-Screen erscheint, der den Zuschauer, wie bei alten Spieleautomaten das Spiel, nach Einwurf einer Münze fortfahren lässt.

Wie ein Parkour-Profi manövrieren wir uns durch das Gemäuer, Gegnern immer ausweichend. Dann werden wir jedoch ergriffen und eine Ebene tiefer befördert – um uns herum Menschen mit Taschenlampen, die auf uns einschlagen. Nachdem wir einige Zeit eingesteckt haben, schaffen wir es nun endlich, uns zu wehren, so dass wir den „Schläger“ mit einem kraftvollen Kick ausschalten. Aus der Außenperspektive sehen wir in einem Close-Up-Shot Headhunterz, den wir die ganze Zeit gespielt haben. Beifall ertönt, wir nehmen eine VR-Brille ab und geben sie an eine der klatschenden Personen weiter, wahrscheinlich Freunde von Rebergen.


Die Bedeutung - ein Kommentar

Die Message hier: Headhunterz ist endlich aus seinem Big-Room-„Alptraum“ erwacht und wird nun – wahrscheinlich vollends – zum Hardstyle zurückkehren. Unsere Peiniger im Video wahren vielleicht die Fans des etwas sanfteren Festival-Sounds, die uns, also Headhunterz, zum EDM „zwangen“, doch er konnte sich dem zu Wehr setzen und hat seinen wahren Pfad wiedergefunden.

Man merkt vielleicht an dieser Interpretation recht schnell, dass sich die Crew des Videos Gedanken gemacht hat. Dennoch muss ich als Fan von Headhunterz ehrlich gestehen, dass mir die Message hinter dem Track irgendwo auch eine Art Doppelmoral aufzeigt. Ja, ich würde es vielleicht sogar heuchlerisch nennen, um mich mal ganz weit aus dem Fenster zu lehnen. In diesem Musikvideo, seinen letzten VLOGs (wenn denn mal welche kamen) sowie mehreren Posts auf Social-Media-Kanälen wird er als Opfer des EDM-Business dargestellt; jemand, der unter dem Druck der Masse nachgeben musste und ihm kein anderer Ausweg blieb, als Musik zu produzieren, die er eigentlich gar nicht mag.

Es steht außer Frage, dass Rebergen zu den Ikonen des Hardstyle-Genres zählt und einen Ausflug in die etwas weicheren Töne der elektronischen Beats unternommen hat. Dieser Ausflug war jedoch etwas lang, wenn man davon ausginge, dass es ihm in Wirklichkeit nie so gefallen hat wie der Hardstyle. 2014 erschien „We Control The Sound“ in Zusammenarbeit mit W&W. Im Folgejahr wurde „Once Again“ auf Hardwells Label Revealed Recordings veröffentlicht. Dort sind die Einflüsse des Hardstyles noch stark herauszuhören, verblassten jedoch im Laufe der Jahre immer mehr, bis er vollends im Big Room ankam. Am 17. Februar dieses Jahres brachte er mit „Landslide“ sogar eine Future-Pop-Nummer auf den Markt, also etwas ganz anderes als „Destiny“. In diesen 1016 Tagen soll es Headhunterz also so schlecht ergangen sein, dass ihm das dadurch erwirtschaftete Geld egal war? Das glaube ich nicht. Er genoss mit Sicherheit den finanziellen Erfolg und hat sich nun, wo Bigroom als „tot“ gilt, besonnen und verfolgt wieder das, was ihn wirklich antreibt.

Fazit: „Destiny“ ist eine solide Hardstyle-Produktion, die ganz eindeutig die Handschrift von Headhunterz in sich trägt. Innovativ ist der Track nicht, das Video dazu eine nette Idee, die auch mehr oder minder gut umgesetzt wurde, aber wahrscheinlich auch keinen Preis gewinnen wird. Die Botschaft wiederum ist sehr interessant und für einige Fans der „alten Headhunterz-Schule“ erfreulich. Ihn könnte man auf der Suche nach Artists erwähnen, die andere Musik produzieren, als die, die sie dann tatsächlich live spielen sowie lieben und leben, um eben nicht nur hinter dem Geld her zu sein, sondern auch der ursprünglichen Passion treu zu bleiben. Doch dann bitte nicht mit dieser „Opferrolle-Nummer“, denn letztendlich sollte man nie vergessen (sowohl als Artist als auch als Fan), was für ein Privileg diese wenigen Personen haben, die wir wahrscheinlich immer nur über Security und die LED-Screens hinweg dort oben vor Tausenden Menschen spielen sehen werden.


 

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