Brillen in der Rockgeschichte | Bild: Pixabay
Wer an Slash denkt, sieht sofort den Zylinder und die verspiegelte Sonnenbrille vor sich. Wer an Elton John denkt, hat augenblicklich ein Bild von überdimensionalen, knallbunten Brillengestellen im Kopf. Kaum ein anderes Accessoire hat sich in der Rockgeschichte so tief ins kollektive Gedächtnis gebrannt wie die Brille — ob als Schutz, als Bühnen-Rüstung oder als reines Statement. Sie ist mehr als ein optisches Hilfsmittel. Sie ist Identität.
Niemand hat die Brille als Bühnenrequisite so konsequent zur Kunstform erhoben wie Elton John. Seit den frühen Siebzigern trägt er Modelle, die kaum jemand anderes auf der Nase tragen würde: herzförmige Gestelle, glitzernde Übergrößen, Exemplare mit eingebauten Glühbirnen. Das ist kein Zufall, sondern Kalkül. John verstand früh, dass das Publikum nicht nur Musik hören, sondern etwas sehen will. Die Brille wurde zum visuellen Ausrufezeichen seiner ohnehin extrovertierten Performance. Bis heute ist sie sein verlässlichstes Markenzeichen — und der Beweis, dass ein gutes Brillenmodell einen Künstler genauso definieren kann wie sein bekanntester Song.
Bei U2-Frontmann Bono steckt hinter der allgegenwärtigen Sonnenbrille eine ganz andere Geschichte. Er leidet seit über zwei Jahrzehnten unter grünem Star und schützt seine Augen mit stark getönten Gläsern vor Lichteinfall. Was als medizinische Notwendigkeit begann, entwickelte sich unweigerlich zu einem der bekanntesten Looks der Rockgeschichte. Bono trägt seine Brille selbst bei Nacht, in Innenräumen, bei Interviews — und kaum jemand stellt das noch in Frage. Sie ist längst Teil seiner öffentlichen Persona. Dass er für seine Brillenkollektion einen Teil der Erlöse an Glaukom-Forschungsprojekte spendet, zeigt, wie viel Bewusstsein er für sein Accessoire entwickelt hat.
Ganz anders ist die Motivation bei Guns N’ Roses-Gitarrist Slash. Er ist von Natur aus schüchtern und vermeidet es, seinem Publikum direkt in die Augen zu blicken. Die Sonnenbrille schirmt ihn ab und gibt ihm die Freiheit, sich vollständig in seine Musik zu versenken. Was als praktische Lösung für ein persönliches Problem begann, wurde mit der Zeit zum festen Bestandteil seines Images. Heute ist Slash ohne Zylinder und Sonnenbrille schlicht nicht vorstellbar. Wer mehr über seine besondere Bühnenpsychologie erfahren möchte, findet dazu einen aufschlussreichen Bericht über Slash und sein Verhältnis zur Bühne, der diese Hintergründe genauer beleuchtet.
Brille als Accessoire | Bild: Pixabay
Lange bevor Elton John oder Slash auf der Bühne standen, etablierte Roy Orbison die dunkle Sonnenbrille als Rockmusiker-Erkennungsmerkmal schlechthin. Auch bei ihm steckt dahinter eine praktische Erklärung: Er vergaß 1963 auf einer gemeinsamen Tour mit den Beatles seine normale Brille und trug ersatzweise eine Sonnenbrille — der Effekt beim Publikum war so stark, dass er sie nie mehr ablegte. Seine schwarzen Rechteckgestelle wurden zum Symbol für rätselhafte Coolness und Introversion, Jahre bevor diese Attribute als Rockstar-Qualitäten galten. Orbison bewies, dass manchmal der Zufall die nachhaltigsten Markenzeichen schafft. Auf der Seite brillenstyling.de finden sich zahlreiche weitere Beispiele, wie Musiker ihre Brille zum festen Teil ihrer Identität gemacht haben.
Was all diese Beispiele gemeinsam haben, ist die Erkenntnis, dass Rockmusik schon immer mehr war als Sound. Kleidung, Haare, Schmuck und Brillen gehören zum Gesamtbild. Laut einer Übersicht der Markenzeichen bekannter Rockmusiker ist das visuelle Konzept für viele Künstler genauso wichtig wie das musikalische. Eine Brille kann Distanz schaffen oder Nähe signalisieren, kann Rebellentum ausdrücken oder intellektuelle Tiefe. Sie ist eines der wenigen Accessoires, die sowohl auf der Bühne als auch auf dem Plattencover, im Interview und auf der Straße funktionieren — immer wieder fotografiert, immer wieder kopiert.
Wer sich von diesen ikonischen Looks inspirieren lässt und selbst auf der Suche nach dem passenden Modell ist, wird u.a. bei eyes + more, der Optikermarke für Stilbewusste fündig: Das Sortiment umfasst eine breite Auswahl an Fassungen, die sich ebenso gut für den Alltag wie für besondere Auftritte eignen.
Was bleibt, ist die simple Wahrheit, dass große Rockstars immer wussten: Ein gutes Bild sagt mehr als tausend Töne. Die Brille ist dabei kein Fremdkörper, sondern ein organischer Teil des Ausdrucks. Nicht jede Brille wird zur Legende, aber manche — die von Elton, die von Slash, die von Orbison — sind längst so ikonisch wie die Musik, hinter der sie stecken.