Manchmal werden Songs zu Memes. Hier sind 10 dieser Sorte.
Manche Songs werden Hits, andere werden Internetgeschichte. Diese zehn Tracks haben es über Charts und Radio hinaus geschafft: Sie wurden zu Memes, zu Running Gags, zu einer eigenen Sprache des Netzes. Einige verdanken dem Internet ihre zweite Karriere, andere ihre erste.
Das Ur-Meme. Seit 2007 lauert dieser Song hinter harmlos aussehenden Links: Wer klickt, wird „gerickrollt". Aus dem Streich wurde ein Ritual, das bis heute funktioniert, und Rick Astley nimmt es mit Humor. Sein 80er-Hit hat auf YouTube die Milliardengrenze längst geknackt, was ohne den Rickroll kaum denkbar gewesen wäre.
Egal welcher Song in einem Video läuft: Irgendjemand kommentiert „Darude - Sandstorm". Der finnische Trance-Kracher wurde zur Standardantwort auf jede Musikfrage im Netz und damit zum Insider-Witz einer ganzen Generation von Gamern und YouTube-Nutzern. Für viele ist der Track das inoffizielle Erkennungszeichen der Dance-Musik im Internet.
„Somebody once told me…" Vier Worte reichen, und Millionen Menschen haben den Rest im Ohr. Als Eröffnungssong des ersten „Shrek"-Films (2001) wurde „All Star" zum Dauergast in Remixen, Mashups und absurden YouTube-Experimenten. Kaum ein Song wurde häufiger zerlegt und wieder zusammengesetzt.
Silberner Anzug, starrer Blick und ein Laut irgendwo zwischen Truthahn und Außerirdischem: Der Auftritt des Sängers Vitas aus dem Jahr 2001 lag jahrelang unbeachtet auf YouTube, bis ihn 2015 ein Reddit-Post ins Rampenlicht zog. Seitdem wird das Video pausenlos remixt, unter anderem in unzähligen Thanos-Schnipseln. Was Vitas da eigentlich singt, weiß bis heute kaum jemand. Das Netz hält es nicht auf.
Drei Jahre lang war „Egal" ein gewöhnlicher Wendler-Song, dann kam Oliver Pocher. Seine Parodie Anfang 2020 machte ausgerechnet das Original zum Kult: Der Titel von 2017 sprang aus dem Nichts an die Spitze der Schlager-Charts und in die offiziellen Single-Charts, das gedehnte „Egaaal" wurde zum Dauer-Sound auf TikTok und Instagram. Selten hat ein Spott-Video dem Verspotteten so viele Streams beschert.
Der Coffin Dance. Im Frühjahr 2020 tanzten sechs Sargträger aus Ghana durch die Timelines der Welt, immer unterlegt mit diesem Track des russischen Produzenten Tony Igy, den das niederländische Duo Vicetone 2014 neu aufgelegt hatte. Das Meme wurde zum schwarzhumorigen Kommentar auf jedes missglückte Video und „Astronomia" zehn Jahre nach Erscheinen zum Welthit.
Dreißig Sekunden, ein Drop, kollektiver Kontrollverlust: Anfang 2013 lud die halbe Welt Harlem-Shake-Videos hoch, vom Klassenzimmer bis zum Flugzeug. Der Trap-Track von Baauer schoss dadurch bis an die Spitze der US-Charts. Das Meme war nach wenigen Wochen vorbei, der kulturelle Fußabdruck blieb.
Der Reitertanz aus Südkorea sprengte alle Skalen: „Gangnam Style" war das erste YouTube-Video mit einer Milliarde Aufrufen und zwang die Plattform sogar, ihren Zähler umzubauen. Was als Satire auf das Schickimicki-Viertel Gangnam gedacht war, wurde zum meistparodierten Tanz des Jahrzehnts.
Ein sowjetischer Sänger, ein Lied ohne Text, ein unsterbliches Grinsen: Die Vokalise von Eduard Chil aus dem Jahr 1976 tauchte 2009 im Netz auf und wurde als „Trololo" zum Symbol fürs freundliche Trollen. Der Sänger erlebte seinen späten Weltruhm noch selbst und zeigte sich amüsiert.
Das jüngste Meme dieser Liste, und das erste große des deutschen Schlagers: Aus dem Überraschungsduett in der „Helene Fischer Show" an Weihnachten 2024 wurde auf TikTok das „Silke"-Phänomen. In zigtausend Videos spielen junge Menschen zu dem Kaffeetassen-Schlager das Klischee der deutschen Boomer-Frau nach, komplett mit Thermomix, Tupperware und Fiat 500. Die Gen Z spottet, die Fans feiern, und die Streamingzahlen steigen bei beiden Lagern.
Ob Rickroll oder Coffin Dance: Das Internet entscheidet längst mit, welche Songs bleiben. Ein Meme kann eine Karriere neu starten, einen vergessenen Track zum Welthit machen oder einen Hit für immer mit einem Witz verschweißen. Die Playlist des Netzes wird jedenfalls täglich länger.