15 Trauerlieder in unserer Übersicht.
Wenn Worte fehlen, spricht Musik. Ein Lied bei der Trauerfeier kann trösten, Erinnerungen wachrufen und das sagen, was am offenen Grab niemand über die Lippen bringt. Die Auswahl fällt trotzdem schwer: Welches Lied wird dem Menschen gerecht, von dem du dich verabschiedest? Wir haben 15 Trauerlieder zusammengestellt, die seit Jahren auf Trauerfeiern gespielt werden, von deutschen Klassikern bis zu internationalen Standards.
Geeignet ist jedes Lied, das zum Verstorbenen passt, es muss kein klassisches Kirchenlied sein. Auf den meisten Trauerfeiern laufen heute Popsongs wie „Time to Say Goodbye" oder „Der Weg" neben zeitlosen Standards wie „Amazing Grace". Wichtiger als das Genre ist die Frage, ob das Lied eine echte Verbindung zu dem Menschen hat, an den erinnert wird. Die folgenden 15 Songs haben sich als Begleiter für den Abschied bewährt, und hinter fast jedem steckt selbst eine Geschichte von Verlust.
Kaum ein deutsches Lied trägt so viel echte Trauer in sich. Grönemeyer schrieb „Der Weg" nach dem Krebstod seiner Frau Anna, das Lied erschien 2002 auf dem Album „Mensch". Es ist ein Abschiedsbrief, der nicht im Schmerz versinkt, sondern das gemeinsame Leben feiert. Zeilen wie „Du hast jeden Raum mit Sonne geflutet" machen es zum würdevollsten Trauerlied der deutschen Popgeschichte.
1996 sangen Bocelli und Brightman das Duett zum Abschiedskampf von Box-Legende Henry Maske, danach wurde es zur meistverkauften Single der deutschen Chart-Geschichte. Der Titel sagt bereits alles: Es ist Zeit, Lebewohl zu sagen. Die Mischung aus Klassik-Pathos und Pop macht das Stück zum wohl meistgespielten Lied auf deutschen Trauerfeiern.
Clapton schrieb dieses Lied 1992 nach dem Unfalltod seines vierjährigen Sohnes Conor. Er fragt darin, ob sein Kind ihn im Himmel wiedererkennen würde. Die leise, akustische Umsetzung nimmt dem Thema jede Schwere und schenkt gerade Eltern, die ein Kind verloren haben, seit Jahrzehnten Trost.
Der Rückblick auf ein selbstbestimmtes Leben: „I did it my way". Paul Anka schrieb den Text 1969 für Sinatra auf die Melodie des französischen Chansons „Comme d'habitude". Auf Trauerfeiern läuft „My Way" immer dann, wenn ein Mensch gegangen ist, der seinen eigenen Kopf hatte, und genau das gefeiert werden soll.
Der Graf widmete das Lied einem verstorbenen Freund, 2010 stieg es bis auf Platz zwei der deutschen Charts. „Geboren um zu leben" blickt nach vorn: Es geht um die Kraft, die Erinnerung an einen Menschen weiterzutragen. Auf Trauerfeiern jüngerer Menschen gehört es seit Jahren zu den meistgewünschten Titeln.
Gabalier schrieb dieses Mundart-Lied in Erinnerung an seinen Vater und seine Schwester, die er beide früh verlor. „Einmal sehen wir uns wieder" - der Titel formuliert die Hoffnung, die viele Trauernde tragen. Im süddeutschen und österreichischen Raum ist das Lied längst ein fester Bestandteil von Trauerfeiern.
„Abschied nehmen heißt loslassen können": Naidoo veröffentlichte das Stück 2002 auf dem Album „Zwischenspiel - Alles für den Herrn". Die ruhige Produktion und der tröstende Text haben es zu einem der meistgespielten deutschsprachigen Trauerlieder gemacht, gerade bei Feiern, auf denen moderne Musik gewünscht ist.
Cohens Hymne von 1984 existiert in Hunderten Versionen, von Jeff Buckley bis zu unzähligen Chor-Fassungen. Das „Hallelujah" ist hier kein Jubelruf, sondern ein brüchiges, menschliches Gebet. Genau diese Zerbrechlichkeit macht das Lied für Trauerfeiern so passend, ob vom Band oder live gesungen.
Das Original der DDR-Band Karat von 1978 wurde durch Peter Maffays Version von 1980 im ganzen Land bekannt. Die sieben Brücken stehen für die Prüfungen des Lebens, dunkle Jahre eingeschlossen. Als Trauerlied gelesen, erzählt der Song davon, dass jeder Weg irgendwann sein Ende findet, und tröstet ohne Kitsch.
Sheeran schrieb dieses Lied 2017 aus der Sicht seiner Mutter über den Tod seiner Großmutter. Es beschreibt den Moment, in dem die Angehörigen das Krankenzimmer ausräumen, die Blumen vom Fensterbrett nehmen und begreifen, dass ein Leben zu Ende ist. Still, konkret und gerade deshalb so berührend.
Entstanden 2015 als Abschied von Schauspieler Paul Walker für den Film „Furious 7", wurde „See You Again" weltweit zur Trauer-Hymne einer ganzen Generation. Der Refrain verspricht ein Wiedersehen, der Rap erzählt von Freundschaft als Familie. Auf Trauerfeiern junger Menschen heute einer der am häufigsten gewünschten Songs.
Nur eine Ukulele und diese sanfte Stimme: Der Hawaiianer Iz nahm seine Version des Judy-Garland-Klassikers in einer einzigen nächtlichen Session auf, veröffentlicht wurde sie Anfang der 90er. Das Bild vom Land hinter dem Regenbogen passt wie kaum ein zweites zu einem Abschied, der Hoffnung lassen soll.
Armstrongs Klassiker von 1967 ist auf den ersten Blick gar kein Trauerlied, sondern eine Liebeserklärung an das Leben: grüne Bäume, rote Rosen, Freunde, die sich die Hand geben. Genau darum funktioniert er als Abschiedslied so gut. Er lenkt den Blick auf das Schöne, das ein Mensch in seinem Leben gesehen hat.
Campino schrieb dieses Lied für seine verstorbene Mutter, erschienen ist es 2002 auf dem Album „Auswärtsspiel". Es beschreibt einen Besuch am Grab: die Blumen, die einsamen Gespräche, das Gefühl, dass der Mensch irgendwie noch da ist. Eine Punkband in ihrem stillsten Moment, ehrlicher wird Trauer in der deutschen Rockmusik nicht.
Der älteste Titel dieser Liste: Den Text verfasste der englische Geistliche John Newton im 18. Jahrhundert. Ob als Gospel, Chorstück oder auf dem Dudelsack gespielt, „Amazing Grace" gehört weltweit zu den festen Ritualen des Abschieds. Die Melodie trägt auch dann, wenn niemand den Text mitsingen kann.
Ein Trauerlied muss übrigens nicht perfekt zur Zeremonie passen, es darf auch das Lieblingslied des Verstorbenen sein, egal welches Genre. Wer nach weiteren emotionalen Songs sucht, findet in unserer Liste der traurigsten Songs aller Zeiten viele Stücke, die auch abseits von Trauerfeiern unter die Haut gehen, und in den besten deutschsprachigen Liedern aller Zeiten weitere Titel mit Tiefgang.