Dance-Charts

Das Portal für Charts und DJ-Promotion

 

Geleakter Quellcode belastet den KI-Anbieter

Suno-Leak: KI-Musikfirma soll Millionen Songs von YouTube Music und Deezer abgegriffen haben

(Geschätzte Lesezeit: 1 - 2 Minuten)

SUNOSUNO - Per KI Musik erstellen.

Neue Wendung im Streit um KI-generierte Musik: Geleakte Daten aus einem Hack zeigen laut einem Bericht des Tech-Magazins 404 Media erstmals konkret, woher der KI-Musikgenerator Suno seine Trainingsdaten bezogen haben soll. Die Rede ist von Millionen Songs und Songtexten von YouTube Music, Deezer und Genius. Für die laufenden Klagen der Major-Labels könnte das Material zum entscheidenden Faktor werden.


Was der Leak zeigt

Die Informationen stammen von einem anonymen Hacker, der nach eigenen Angaben in die Systeme von Suno eingedrungen ist. Das Unternehmen hat den Sicherheitsvorfall gegenüber Resident Advisor bestätigt, er datiert auf November 2025. Die nun an 404 Media weitergegebenen Dateien gewähren einen seltenen Blick in den Maschinenraum des Text-zu-Musik-Tools: Notizen im Quellcode beziffern die Trainingsdatensätze unter anderem auf rund 113.879 Stunden Material von YouTube Music, 17.615 Stunden von der Lyrics-Plattform Genius und 12.287 Stunden von Deezer, dazu kommen diverse Stock- und Gratis-Musikbibliotheken.

Der Code verrät auch Details zur Methode: Demnach suchte Suno auf YouTube gezielt nach Acapella-Versionen von Songs, um daraus Gesang zu generieren. Das Abgreifen der YouTube-Daten lief dem Bericht zufolge über den Scraping-Dienstleister Bright Data. Brisant ist zudem: Der Hacker will auch Kundendaten hunderttausender Nutzer samt Zahlungsinformationen eingesehen haben. Suno erklärt dazu, es seien keine sensiblen persönlichen Daten kompromittiert worden, vollständige Kreditkartennummern speichere man nicht.


Warum das für die Klagen zählt

Dass Suno auf urheberrechtlich geschütztem Material trainiert hat, gilt seit den Klagen der Musikindustrie als offenes Geheimnis. In einem früheren Gerichtsdokument räumte das Unternehmen selbst ein, seine Trainingsdaten umfassten im Wesentlichen alle im offenen Internet zugänglichen Musikdateien vernünftiger Qualität. Neu ist die Präzision: Der Leak benennt erstmals konkrete Quellen und Größenordnungen.

Genau darum geht es in dem Verfahren, das eine Koalition der Major-Labels um Universal Music Group und Sony Music führt, koordiniert vom US-Branchenverband RIAA. Warner Music ist aus der Klage bereits ausgestiegen, nach einem Vergleich samt Lizenzpartnerschaft mit Suno. Das Unternehmen selbst spielt den Fund herunter: Der Vorfall betreffe in erster Linie veralteten Quellcode, der nicht mehr im Einsatz sei. Ob die Gerichte das genauso sehen, dürfte eine der spannendsten Fragen der kommenden Monate werden.