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Gospel auf der Tanzfläche

Die Geschichte hinter dem Song: 'Dr. Alban - Sing Hallelujah!'

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 3 Minuten)

Dr. Alban - Sing Hallelujah!Dr. Alban - Sing Hallelujah! - ein 90er Klassiker

Ein Zahnarzt, ein schwedisches Studio und ein Refrain wie eine Erweckungspredigt auf 130 BPM: „Sing Hallelujah!" gehört zu den Stücken, die sofort die Hände in die Luft reißen. Dr. Alban lieferte damit Anfang 1993 eine der euphorischsten Hymnen der Eurodance-Ära ab - und seine Lebensgeschichte ist mindestens so unterhaltsam wie der Song selbst.


Vom Bohrer zum Beat

Hinter Dr. Alban steckt Alban Uzoma Nwapa, geboren 1957 im nigerianischen Oguta, eines von zehn Kindern. Mit 23 zog er nach Schweden, um Zahnmedizin zu studieren. Um das Studium zu finanzieren, legte er als DJ im Stockholmer Club „Alphabet Street" auf - und sang dabei kurzerhand zu den Platten mit. Das fiel auf. Den Doktortitel im Künstlernamen hat er sich übrigens redlich verdient: Alban zog sein Studium tatsächlich durch und eröffnete sogar eine eigene Zahnarztpraxis, bevor die Musik endgültig die Oberhand gewann.


Die Cheiron-Connection

Der Wendepunkt kam 1990, als Alban den schwedischen Produzenten Denniz Pop traf. Ein Name, der Kennern ein Leuchten in die Augen treibt: Denniz Pop gründete später die legendären Cheiron Studios und ebnete Acts wie den Backstreet Boys den Weg. Schon die erste gemeinsame Single „Hello Afrika" und der Anti-Drogen-Song „No Coke" schlugen ein, ehe 1992 „It's My Life" zum weltweiten Durchbruch wurde. „Sing Hallelujah!" folgte Anfang 1993 als Single, ausgekoppelt aus dem Album „One Love" und erneut von Denniz Pop produziert. Geschrieben haben den Song die beiden gemeinsam.


Hände hoch in ganz Europa

Mit seinen Gospel-Anleihen und der unverschämt eingängigen Melodie traf „Sing Hallelujah!" mitten ins Tanzbein. In Belgien, Dänemark, Finnland, Deutschland, Island und der Schweiz landete der Song in den Top 5, das Video lief in Dauerschleife auf MTV Europe. Über die Jahre wurde kaum ein Track der Ära häufiger geremixt und gecovert. Rund 16 Millionen Tonträger hat Dr. Alban im Lauf seiner Karriere verkauft - nicht schlecht für jemanden, der eigentlich für ruhige Hände und gesunde Backenzähne ausgebildet wurde. Wer den Refrain heute hört, hebt unweigerlich die Arme. Reiner Reflex. Und dagegen hilft kein Zahnarzt.


Afrobeat-Wurzeln und ein zweites Leben

Albans musikalische Prägung reichte weit über die Tanzfläche hinaus: Aufgewachsen mit den Klängen von Fela Kuti und James Brown, mischte er afrikanische Einflüsse, Reggae und Eurodance zu einem Sound, der damals angenehm aus der Reihe tanzte. Selbst der größte Hit des „One Love"-Albums, „It's My Life", landete später als Werbemusik im Fernsehen - Pop-Karriere mit Nebenwirkungen. „Sing Hallelujah!" wiederum entwickelte ein erstaunliches Eigenleben: Kaum ein Stück der Ära wurde so oft neu aufgelegt, geremixt und gecovert. Über drei Jahrzehnte später bringt der Refrain noch jede 90er-Party zuverlässig zum Kochen. 

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Über den Autor
S. Wernke-Schmiesing

Während meines Studiums gründeten wir 2008 die Dance-Charts. Als reine Musik-Promotion-Agentur gestartet, entwickelte sich die Plattform zu einem der größten Blogs und News-Portale für Dance-Musik in Deutschland. Als Chefredakteur heißt es täglich News recherchieren und Entscheidungen treffen. Neben der Tätigkeit für die Agentur bin ich regelmäßig als DJ in Clubs und Großraumdiskotheken unterwegs.

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