
2026 feiern die Hits des Jahres 2001 ihren 25. Geburtstag. Damals steckte Napster in den letzten Zügen, Musik kaufte man noch als Maxi-CD, und im deutschen Fernsehen castete „Popstars" gerade die erfolgreichste Girlgroup des Kontinents zusammen. Diese zehn Songs regierten vor einem Vierteljahrhundert die Charts. Ja, das ist wirklich schon 25 Jahre her.
Das „La la la" des Jahrzehnts. Mit dieser unterkühlten Disco-Nummer meldete sich Kylie Minogue im September 2001 endgültig zurück und lieferte den vielleicht perfektesten Popsong der Nullerjahre ab: minimalistisch, hypnotisch, unentrinnbar. In Deutschland stand der Song wochenlang an der Chartspitze.
Der House-Klassiker des Sommers 2001. Roger Sanchez baute um ein Sample aus Torontos „I Won't Hold You Back" eine wehmütige Club-Hymne, die es bis auf Platz 1 der britischen Charts schaffte. Das Video mit der Frau und dem schrumpfenden Riesenherz gehört zu den besten der Dance-Geschichte.
Auch die zweite „Popstars"-Staffel lieferte 2001 einen Rekord: „I Believe" von Bro'Sis erschien Anfang Dezember, verkaufte sich in der ersten Woche über 800.000 Mal und hielt sich fünf Wochen auf Platz 1, auch in Österreich und der Schweiz stand die Single ganz oben. Geschrieben und produziert hat den Song Alex Christensen, den Dance-Fans als Kopf von U96 kennen.
Die unwahrscheinlichste Erfolgsgeschichte des Jahres: Ein Song über verpasste Chancen im Cannabis-Nebel, ein Jahr zuvor auf einem Independent-Album versteckt, verbreitete sich über Napster und die Howard-Stern-Show wie ein Lauffeuer. Als Single erschien „Because I Got High" im Sommer 2001 und stieg in elf Ländern auf Platz 1. Das Video drehte Kevin Smith mit Jay und Silent Bob. Afroman blieb, was der Song besingt: ein einmaliger Rausch.
Im Februar 2001 schoss die erste „Popstars"-Band direkt auf Platz 1 der deutschen Charts. „Daylight in Your Eyes" machte Nadja, Lucy, Sandy, Jessica und Vanessa über Nacht zu Stars und die No Angels zur erfolgreichsten Girlgroup Kontinentaleuropas. Wer 2001 einen Schulhof betrat, kam an diesem Song nicht vorbei.
Eine Cartoon-Band als Weltstars: Damon Albarn und Zeichner Jamie Hewlett schickten im März 2001 ihre virtuellen Gorillaz ins Rennen. „Clint Eastwood" mischte Dub, HipHop und Melancholie und bewies, dass ein Bandkonzept ohne echte Gesichter funktioniert. 25 Jahre später existiert das Projekt immer noch.
Der Song, mit dem Shakira den englischsprachigen Markt eroberte. Panflöten, Anden-Anleihen und dieser eigenwillige Jodel-Gesang: „Whenever, Wherever" klang wie nichts anderes im Radio und machte die Kolumbianerin ab Herbst 2001 zum Weltstar.
Beyoncé, Kelly und Michelle antworteten im Frühjahr 2001 auf Spott über die ständigen Umbesetzungen der Band, und zwar mit einer Selbstermächtigungs-Hymne, die bis heute in jedem Fitnessstudio läuft. Drei Jahre später war die Band Geschichte, der Song blieb.
Der Titelsong zu „Der Herr der Ringe: Die Gefährten" erschien im Dezember 2001 als Single, wenige Wochen nach dem Soundtrack-Album und pünktlich zum Kinostart. Anfang 2002 stieg „May It Be" direkt auf Platz 1 der deutschen Charts ein, Enyas zweite Nummer eins in Folge. Das teils auf Elbisch gesungene Stück wurde für Oscar, Golden Globe und Grammy nominiert, bei der Oscar-Verleihung trug Enya es live vor.
Im Februar 2001 eröffnete „Sonne" die Ära des „Mutter"-Albums. Ursprünglich als Einmarsch-Musik für Boxer Vitali Klitschko im Gespräch, wurde der Track mit seinem Schneewittchen-Video zu einem der bekanntesten Rammstein-Songs überhaupt. Bis heute beginnt kaum ein Konzert der Band ohne dieses Riff.
2001 war das letzte Jahr vor dem iPod, das letzte Jahr, in dem die Maxi-CD den Ton angab. Vielleicht klingen diese zehn Songs deshalb so nach Aufbruch: Sie wussten noch nicht, dass gleich alles anders wird. Wer nach dem Wiederhören Lust auf mehr Jahrzehnt-Nostalgie hat, findet in unserer Liste der 100 größten Hits der 2010er den nächsten Zeitsprung.