"Rock Me Amadeus" von Falco.
Ein Wiener rappt über einen Salzburger Komponisten, und die halbe Welt tanzt mit. „Rock Me Amadeus" ist bis heute der einzige deutschsprachige Song, der die amerikanischen Billboard-Charts angeführt hat. Dass ausgerechnet Falco diesen Titel hielt, fand er selbst eher peinlich.
Der Song erzählt Wolfgang Amadeus Mozart als Popstar des 18. Jahrhunderts: gefeiert von den Frauen, umjubelt in Wien, ständig pleite. „Er war ein Punker und er lebte in der großen Stadt", heißt es gleich zu Beginn. Falco überträgt damit das Leben eines Komponisten, der mit 35 Jahren starb und in einem Armengrab landete, in die Sprache der Achtziger. Der Refrain besteht im Kern aus einer einzigen Zeile, dazu die Jahreszahlen seiner Erfolge als Sprechgesang.
Die Idee kam nicht von Falco. Der niederländische Produzent Rob Bolland, der mit seinem Bruder Ferdi als Bolland & Bolland arbeitete, hatte Miloš Formans Film „Amadeus" gesehen, der 1985 acht Oscars gewann. Danach schrieb er die Musik zu dem, was später der größte Hit des Wieners werden sollte. Falco selbst steuerte den Text bei. Erschienen ist der Titel 1985 als erste Single aus dem Album „Falco 3".
Der Sänger sträubte sich. Ein Popsong über Mozart kam ihm wie Grabschändung vor, und als Wiener störte es ihn zusätzlich, den gebürtigen Salzburger für seine Stadt zu vereinnahmen. Er sang ihn trotzdem. Später sprach er über seinen erfolgreichsten Titel mit deutlicher Distanz, während das Publikum ihn genau dafür feierte.
In Österreich und Deutschland stand der Song an der Spitze der Charts, in Großbritannien ebenfalls. Am 29. März 1986 erreichte er dann Platz 1 der Billboard Hot 100. Kein anderer deutschsprachiger Titel hat das vor oder nach ihm geschafft. Für Falco blieb es zugleich der einzige Nummer-eins-Hit in den USA und in Großbritannien, obwohl er in Europa längst etabliert war.
Für den internationalen Markt entstand eine eigene Fassung, der sogenannte Salieri-Mix. Er läuft fast doppelt so lang wie das Original, knapp acht Minuten, und wurde um rockige Gitarrenriffs, ein Saxofon- und ein Violinsolo erweitert. Am Anfang spricht ein Erzähler, gegen Ende setzt ein Frauenchor ein. Auf der ersten US-Ausgabe des Albums „Falco 3" landete genau diese Version. Wer den Song heute im Radio hört, bekommt dagegen fast immer die kurze deutsche Fassung, mit der alles angefangen hat. Wo der Titel im Jahrzehnt steht, zeigt unsere Liste der größten Hits der 80er.
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