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Vom Zauberer von Oz auf die Rave-Bühne

Marusha - Somewhere Over the Rainbow: Die Geschichte des Techno-Klassikers

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 3 Minuten)

Marusha - Somewhere Over the Rainbow"Somewhere Over the Rainbow" von Marusha - Rave Klassiker der ersten Stunde.

Marushas Somewhere Over the Rainbow ist eine Techno-Version des Songs, den Judy Garland 1939 im Zauberer von Oz sang. Erschienen ist die Platte Anfang 1994, sie stieg bis auf Platz 3 der deutschen Charts und verkaufte sich über eine halbe Million Mal. Die Idee kam nicht von der Plattenfirma, sondern beim Frühstück in einer Berliner WG.


Wie kommt ein Rave-Track zu einem Song von 1939?

Das Original stammt von Harold Arlen (Musik) und E. Y. Harburg (Text) und gehört zu den bekanntesten Filmliedern überhaupt. Marusha sang es zu Hause oft beim Frühstückmachen vor sich hin, wie sie später im Spiegel erzählte. Ihr Mitbewohner Westbam hörte zu und schlug ihr vor, eine Rave-Version daraus zu machen. Aus dieser Nebenbemerkung wurde einer der bekanntesten deutschen Dance-Tracks der 90er.


Wer ist Marusha?

Marusha Aphrodite Gleiß, geboren 1966 in Nürnberg, war zu diesem Zeitpunkt längst keine Newcomerin. Die gelernte Industriekauffrau gründete 1989 den ersten Club für elektronische Musik in ihrer Heimatstadt und moderierte ab 1991 auf dem Berliner Sender DT64 die Sendung Dancehall, eine der ersten Sendungen dieser Art im deutschen Radio überhaupt. Nach dem Aus des Senders wechselte sie zu Fritz, wo sie bis 2007 das Rave Satellite präsentierte. Zum Label Low Spirit kam sie über William Röttger, den sie eigentlich wegen eines Bookings angesprochen hatte.


Platz 3 und ein Album, das 24 Wochen hielt

Am 14. Februar 1994 stieg die Single in die deutschen Charts ein und kletterte bis auf Rang 3. Ein Rave-Cover eines Musical-Songs, mitten in der Hochphase der Rave-Bewegung, verkaufte über 500.000 Exemplare. Im Juni 1994 folgte das Debütalbum Raveland auf dem Berliner Label Low Spirit, das Platz 4 erreichte und 24 Wochen in den Charts blieb. Damit stand Marusha in einer Zeit ganz vorn, in der elektronische Musik in Deutschland gerade den Sprung aus dem Club in die Radiorotation schaffte.


Warum der Song bis heute funktioniert

Der Reiz liegt im Kontrast. Unter einer Melodie, die fast jeder aus der Kindheit kennt, laufen harte Beats. Das Publikum musste den Text nicht lernen, es kannte ihn schon, und tanzte trotzdem zu etwas völlig Neuem. Genau dieses Prinzip haben in den Jahren danach viele Produzenten kopiert. Wenn du hören willst, was in derselben Ära noch entstanden ist: In unserer Übersicht der größten Rave-Hits der 90er steht Marusha in bester Gesellschaft.

 

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