ATC - Around the World (La La La La La) - Nummer-Eins-Hit in Deutschland.
Fünf Silben, die wirklich jeder mitsingen kann: „la la la la la". Im Sommer 2000 kam man an diesem Refrain in Deutschland kaum vorbei. Hinter dem Ohrwurm von ATC steckt aber mehr, als man vermutet: ein deutscher Star-Produzent und ein russischer Popsong, der schon zwei Jahre älter war. Hier ist die ganze Geschichte.
Textlich ist der Song schnell erzählt: Es geht um Sehnsucht auf Distanz. Die Sängerin denkt an ihren Partner, egal wo auf der Welt sie gerade unterwegs ist, und statt großer Liebesschwüre kommt im Refrain einfach ein „la la la la la". Genau dieser wortlose Teil ist der Grund für den Erfolg. Man muss kein Englisch verstehen, um mitzusingen, und aus dem Kopf bekommt man die Melodie ohnehin nicht so schnell. Bis heute gehört der Titel zum festen Repertoire jeder Party mit 2000er-Hits.
Die Melodie hat ATC nicht selbst erfunden. Sie stammt aus „Pesenka", auf Deutsch etwa „Liedchen", einem Hit der russischen Band Ruki Vverh (zu Deutsch „Hände hoch"), geschrieben 1998 von deren Sänger Sergej Schukow. In Russland war das Stück längst ein Erfolg, bevor überhaupt englische Zeilen dazukamen. Den Weg in die westlichen Charts ebnete der deutsche Produzent Alex Christensen, bekannt durch U96 und „Das Boot". Aus dem russischen Original baute er die tanzbare Pop-Version, die 2000 überall lief.
„Around the World" erschien am 22. Mai 2000 als erste Single von ATC und schlug sofort ein. Sechs Wochen am Stück stand der Song auf Platz eins der deutschen Singlecharts, dazu kamen Spitzenplätze in Österreich, der Schweiz, Polen und Rumänien. Sogar in den USA lief er: Anfang 2001 kletterte er dort auf Platz 28 der Billboard Hot 100, was europäischen Dance-Acts damals nur selten gelang. Das dazugehörige Album hieß „Planet Pop".
ATC stand für „A Touch of Class", und die vier Mitglieder kamen aus vier Ländern: Joey Murray aus Neuseeland, Sarah Egglestone aus Australien, Livio Salvi aus Italien und Tracey Packham aus England. Kennengelernt hatten sie sich in Hamburg, wo alle vier in der deutschen Fassung des Musicals „Cats" auf der Bühne standen. Nach dem großen Hit folgte noch ein zweites Album, doch der Erfolg ließ nach. 2003 verlor die Band vor Gericht gegen den Trance-Produzenten ATB, der sich am Kürzel ATC störte, und musste die Initialen streichen. Danach trat die Gruppe nur noch als „A Touch of Class" auf. 2004 war endgültig Schluss.
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