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Welthit aus Norwegen

Die Geschichte hinter dem Song: 'aha - Take On Me'

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 4 Minuten)

a-ha - Take On Me"Take On Me' von a-ha.

Es gibt Hits, die einschlagen wie ein Blitz. Und dann gibt es „Take On Me". Dieser Song war eher wie ein alter Rasenmäher: Man musste dreimal kräftig an der Schnur ziehen, fluchen und treten, bis der Motor endlich ansprang. Dass wir heute zu diesem ikonischen Synthie-Riff tanzen, grenzt an ein Wunder - und wir verdanken es einem Comicheft.


Poppig und süß

Wir schreiben das Jahr 1982. Drei junge Norweger - Morten Harket, Magne Furuholmen und Pål Waaktaar - ziehen nach London. Ihr Ziel: Weltruhm. Ihre Realität: eine Wohnung voller Kakerlaken, leere Mägen und ein Synthesizeriff, das Magne schon als 15-Jähriger geklimpert hatte. Damals nannten sie die Melodie intern noch „The Juicy Fruit Song", weil sie so poppig und süß klang.


Der Flop, der keiner sein durfte

Die Jungs wussten, dass sie Gold in den Händen hielten. Die Plattenbosse eigentlich auch. Aber als „Take On Me" 1984 in der ersten Version veröffentlicht wurde, passierte: nichts. Der Sound war zu glatt, zu künstlich. Die Single verkaufte sich weltweit mickrige 300 Mal.

Die meisten Bands hätten jetzt aufgegeben und wären zurück zu Mama nach Oslo gezogen. Nicht a-ha. Sie nervten ihre Plattenfirma so lange, bis sie eine zweite Chance bekamen. Sie nahmen den Song neu auf. Und? Wieder ein Flop. Der Song schien verflucht. Er war wie ein wunderschönes Auto ohne Räder - er kam einfach nicht vom Fleck.


Die rettende Idee aus Papier

Dann trat ein Mann namens Jeff Ayeroff von Warner Bros. auf den Plan. Er sah nicht nur das musikalische Potenzial, er sah vor allem Morten Harket. „Dieser Typ sieht aus wie ein Filmstar", dachte er. „Wir müssen ihn nur richtig in Szene setzen."

Die Lösung war das wohl aufwendigste Musikvideo seiner Zeit. Regisseur Steve Barron hatte eine irre Idee: Rotoskopie. Dabei wird jede gefilmte Szene Bild für Bild per Hand überzeichnet. Ein Team von Zeichnern saß 16 Wochen lang in einem dunklen Raum und malte über 3.000 Einzelbilder.

Das Ergebnis war pure Magie. Die Geschichte der jungen Frau, die in einem Café ihr Comicheft liest und plötzlich von der gezeichneten Hand des Sängers in seine schwarz-weiße Welt gezogen wird, traf den Nerv der MTV-Generation. Es war romantisch, actionreich und sah aus wie nichts, was man vorher gesehen hatte.


Der dritte Versuch

Mit diesem visuellen Meisterwerk im Rücken wurde der Song ein drittes Mal veröffentlicht - diesmal in der Version, die wir heute kennen, produziert von Alan Tarney. Plötzlich zündete der Motor. Das Video lief in Dauerschleife. Die Mädchen verliebten sich in den gezeichneten Morten, die Jungs fanden die Technik cool, und alle versuchten, diesen wahnsinnig hohen Ton im Refrain zu treffen (ein hohes E5, an dem bis heute jede Karaokeabend scheitert).

„Take On Me" schoss in den USA auf Platz 1. Aus den drei hungernden Norwegern wurden über Nacht Superstars.


Ein Riff für die Ewigkeit

Was diesen Song so besonders macht, ist seine Zeitlosigkeit. Selbst heute, 40 Jahre später, klingt dieses Keyboard-Intro nicht peinlich, sondern euphorisierend. Zudem bewies a-ha vor einigen Jahren bei MTV Unplugged, dass der Song auch ohne Synthesizer funktioniert: Als langsame, akustische Ballade ist „Take On Me" plötzlich kein Partysong mehr, sondern ein herzzerreißendes Lied über Vergänglichkeit und Hoffnung.

Die Geschichte von a-ha lehrt uns: Wenn du weißt, dass du gut bist, lass dir von niemandem etwas anderes erzählen. Manchmal braucht es eben drei Anläufe, um die Welt zu erobern.

Wusstest du... ...dass das Video im Café „Savoy" in London gedreht wurde? Lustigerweise existierte das Café damals wirklich, wurde aber später geschlossen. Das Comicheft, das die Darstellerin (Bunty Bailey, die später wirklich kurz mit Morten zusammen war) im Video liest, wurde extra für den Dreh gezeichnet - eine echte „a-ha"-Comicserie gab es also nie zu kaufen, obwohl sich das viele Fans wünschten. 

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