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1998: der Song, der Auto-Tune berühmt machte

Cher - Believe: Bedeutung und Geschichte des Auto-Tune-Klassikers

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 3 Minuten)

Cher - BelieveCher in ihrem Musikvideo zu "Believe".

Kaum ein Popsong der späten 90er ist am Klang so schnell erkennbar wie „Believe". Dieser metallisch flirrende Gesang im Refrain hat sogar einen eigenen Namen bekommen: den Cher-Effekt. Wir zeigen dir, worum es in dem Song wirklich geht, wie der berühmte Studio-Trick durch Zufall entstand und warum Cher damit einen Rekord aufstellte, mit dem niemand gerechnet hatte.


Wovon handelt „Believe"?

Im Kern ist „Believe" ein Trennungslied mit Trotz. Die Erzählerin wird verlassen, weint eine Nacht lang und entscheidet sich dann fürs Weitermachen statt fürs Zurücknehmen. Die berühmte Zeile „Do you believe in life after love?" bringt das auf den Punkt: Gibt es ein Leben nach der Liebe? Cher beantwortet die Frage im Song gleich selbst, indem sie den Ex vor die Tür setzt. Kein Schmachten, sondern Aufbruch.


Auto-Tune und der Cher-Effekt

Der berühmte Sound war keine Absicht, sondern ein Zufall. Die Produzenten Mark Taylor und Brian Rawling kamen bei den Strophen nicht weiter und spielten mit der damals neuen Software Auto-Tune herum. Normalerweise glättet dieses Programm schiefe Töne, ohne dass man es hört. Dreht man es voll auf, springt die Stimme hart von Note zu Note und klingt halb menschlich, halb Maschine. Cher liebte den Effekt und bestand darauf, ihn zu behalten. Als ein Journalist wissen wollte, wie der Klang zustande kam, redete sich das Team zunächst mit einem Vocoder heraus, um den Trick für sich zu behalten. Genützt hat es nichts. Kurz darauf kopierte die halbe Popwelt den Cher-Effekt, und T-Pain baute Jahre später eine ganze Karriere darauf auf.


Vier Wochen Nummer eins in den USA

„Believe" erschien am 19. Oktober 1998 und wurde zum größten Hit von Chers Laufbahn. Vier Wochen stand die Single an der Spitze der Billboard Hot 100, dazu kam Platz eins in mehr als 20 weiteren Ländern, auch in Deutschland. Weltweit verkaufte sich der Song über elf Millionen Mal, allein in Großbritannien war es die meistverkaufte Single des ganzen Jahres. Für eine Sängerin, deren erste Charterfolge schon in den 60ern lagen, war das ein Comeback der besonderen Art.


Cher war 52 und gewann ihren ersten Grammy

Bei der Veröffentlichung war Cher 52 Jahre alt und damit die älteste Frau, die je mit einem eigenen Song an die Spitze der US-Charts kam. 2000 legte die Recording Academy noch einen Grammy obendrauf, in der Kategorie „Best Dance Recording". Kurios daran: Es blieb lange Chers einziger Grammy überhaupt, trotz einer Karriere über mehr als sechs Jahrzehnte. Ausgerechnet der Song, der als Notlösung im Studio begann, wurde so zu ihrem bekanntesten. Als einer der prägenden Dance-Pop-Songs von 1998 taucht „Believe" bis heute in Rückblicken auf die besten Hits der 90er auf.

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