Die 100 größten Hits der 2010er.
Könnt ihr euch erinnern? Zu Beginn des Jahrzehnts luden wir Musik noch oft auf unsere iPods, am Ende streamten wir alles über die Cloud. Die 2010er waren ein wilder Ritt - das Jahrzehnt, in dem Genres ihre Bedeutung verloren. Ein Country-Song konnte Rap enthalten (Old Town Road), ein DJ aus Schweden mischte Folk mit House (Avicii), und ein spanischer Song brachte plötzlich die ganze Welt dazu, die Hüften zu kreisen (Despacito).
Es war die Ära der „Featurings", der EDM-Drops, die den Refrain ersetzten, und der viralen Internet-Challenges. YouTube wurde zum wichtigsten Musiksender der Welt (wir sagen nur: Gangnam Style), und Deutschrap wandelte sich vom Nischenprodukt zum dominanten Genre auf den Schulhöfen.
Wir haben gelacht, zu Adele geweint und zu Pharrell Williams geklatscht, ob wir wollten oder nicht. Hier ist der ultimative Soundtrack eines Jahrzehnts, das bunter, schneller und globaler war als alles zuvor. Hier sind die 100 Songs, die die 2010er definierten.
Es gab kein Entkommen. Im Sommer 2017 war dieser Song überall - im Radio, im Supermarkt, im Freibad, in deinem Kopf. "Despacito" war nicht nur ein Sommerhit, es war ein kulturelles Erdbeben. Reggaeton war plötzlich Mainstream. Der Rhythmus ist so infektiös, dass selbst Bewegungslegastheniker anfangen zu tanzen. Und seien wir ehrlich: Die meisten von uns nuscheln beim spanischen Text immer noch irgendwas von "Pasito a pasito...", bis endlich "DES-PA-CITO" kommt. Ein globaler Triumphzug.
Ed Sheeran ist das Phänomen der 2010er. Ein netter Typ mit roten Haaren, einer Loop-Station und einer Gitarre, der Stadien füllt. "Shape of You" sollte eigentlich für Rihanna sein, aber zum Glück behielt er ihn selbst. Der Marimba-Beat am Anfang ist so simpel und doch so genial, dass man ihn nach einer Sekunde erkennt. Es ist der meistgestreamte Song des Jahrzehnts auf Spotify. Ein Popsong, der so perfekt konstruiert ist, dass man ihn einfach nicht hassen kann.
Als 2010/2011 alles voller Auto-Tune und Club-Beats war, kam Adele, stampfte mit dem Fuß auf den Boden und sang mit einer Urgewalt, die Fenster zum Bersten brachte. "Rolling in the Deep" ist purer Schmerz, verpackt in Soul und Blues. Dieser Song machte Adele endgültig zum Weltstar. Es ist Musik, die sich zeitlos anfühlt, als hätte sie schon in den 60ern existieren können. Wenn der Chor im Refrain einsetzt ("We could have had it all..."), bekommt man heute noch Gänsehaut.
"Don't believe me, just watch!" Funk war nie weg, aber Mark Ronson und Bruno Mars gaben ihm eine Frischzellenkur. Dieser Song ist Coolness in Notenform. Er klingt wie eine verlorene Party-Hymne von Prince oder The Time aus den 80ern, aber mit dem Druck moderner Produktion. Es ist unmöglich, bei diesem Lied stillzusitzen. Bruno Mars singt, tanzt und performt mit einer Lässigkeit, die im ganzen Jahrzehnt unerreicht blieb. Ein Instant-Klassiker für jede Hochzeitsparty.
Der viel zu früh verstorbene Tim Bergling alias Avicii hatte eine verrückte Idee: Was passiert, wenn man EDM mit Country-Musik mischt? Als er den Song erstmals live spielte, buhten die Leute. Als er veröffentlicht wurde, wurde er zum Welthit. Die akustische Gitarre, die soulige Stimme von Aloe Blacc und dann dieser euphorische Synthie-Drop - das war die Formel, die die elektronische Tanzmusik für immer veränderte. Ein Song voller Lebensfreude und Melancholie zugleich.
Ursprünglich für den Film Ich - Einfach unverbesserlich 2 geschrieben, entwickelte dieser Song ein Eigenleben, das seinesgleichen sucht. Das Video lief 24 Stunden lang, und Menschen auf der ganzen Welt drehten ihre eigenen Tanzvideos dazu. "Happy" ist der musikalische Antidepressiva-Ersatz. Dieser Motown-inspirierte Beat, das Klatschen und Pharrells Falsett sind so unverschämt positiv, dass man sich fast dagegen wehren will - und dann doch mitwippt.
Ein One-Hit-Wonder für die Geschichtsbücher. Dieser Song klingt anders als alles andere in den Charts der 2010er. Ein Xylophon-Sample, ein fast geflüsterter Beginn und dann dieser explosive Refrain, den man so herrlich mitschreien kann. Das Video, in dem die beiden Sänger angemalt werden und mit dem Hintergrund verschmelzen, ist Kunst. Ein Indie-Song, der versehentlich zum Welthit wurde, weil er das Gefühl einer Trennung so brutal ehrlich einfängt.
Sia schrieb jahrelang Hits für andere (Rihanna, Beyoncé), bis sie 2014 beschloss, selbst ins Rampenlicht zu treten - oder eben nicht, da sie ihr Gesicht meist versteckte. "Chandelier" ist ein vokaler Drahtseilakt. Wenn sie im Refrain "I'm gonna swing from the chandelier" schreit, bricht ihre Stimme fast, und genau das macht es so emotional. Es ist ein Party-Song über die dunkle Seite des Party-Machens, über Alkohol und die Angst vor dem Morgen danach.
Die Roboter aus Frankreich kehrten zurück und brachten den Disco-Sound der 70er wieder mit. Mit Nile Rodgers an der Gitarre (dem Mann von Chic!) schufen sie einen Groove, der so trocken und funky ist, dass er Staub aufwirbelt. "Get Lucky" war der Soundtrack des Sommers 2013. Kein Drop, kein Lärm, einfach nur perfekte Musikalität. Es war der Beweis, dass echte Instrumente auch im Computerzeitalter noch die Tanzfläche regieren können.
Die 2010er sind ohne diesen Song nicht denkbar. Ja, er ist ein bisschen albern. Ja, der "Reiter-Tanz" sieht bescheuert aus. Aber PSY durchbrach damit die Schallmauer. Es war das erste Video, das auf YouTube eine Milliarde Klicks erreichte. K-Pop ist heute riesig (BTS, Blackpink), aber PSY hat die Tür eingetreten. Es zeigte uns die Macht des viralen Internets. Und gebt es zu: Wenn der Beat droppt, macht ihr immer noch "Oppa Gangnam Style!".