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Sunday, 04. December 2016

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12
Jun
2015

Wie Streaming-Dienste radikal den Markt verändern

Streaming: Musik im Wandel - Steht die Industrie vor dem Kollaps?

12

„Die Welt ist im Wandel!", so oder so ähnlich hätte es wohl der (leider kürzlich verstorbene, unser zutiefst empfundenes Beileid geht an die Angehörigen) Saruman-Darsteller Christopher Lee formuliert. Dass sie das ist, sollte jedem klar sein, aber da wir uns auf diesem Blog nun einmal auf Musik konzentrieren, geht es hier natürlich auch um selbige. Durch den anhaltenden Preiskampf unter den verschiedenen Musikstreaminganbietern gerät eine ganze Industrie aus den Fugen und könnte in der heutigen Form in wenigen Monaten schon komplett anders aussehen. Ohne Floskeln dreschen zu wollen: Der Mittelstand der Musik produzierenden Zunft geht gerade aufs Neueste den Bach herunter – einen Bach in der Größe des Río de la Plata (der Vergleich passt vielleicht auch hinsichtlich des Verschlammungsgrades).

 

Von der Schall- zur Festplatte und dann ab in den Äther

Früher war das Musikbusiness ja eigentlich ganz einfach gestrickt. Man hatte große, schwarze, klobige und stauraumraubende Vinyl-Scheiben seiner Lieblingssongs, die mal ins Regal stellte. Durch den Kauf dieser Scheiben unterstützte man seine Lieblingsmusiker zu einem nicht unwesentlichen Teil – wobei die Vermarktung von Vinyl-Scheiben wohl eine Erfindung ist, die wir den Beatles zu verdanken haben. Vor den Beatles dienten die Abspielmedien eigentlich nur zur Promotion der jeweiligen Musiker, die ihre Haupteinnahmen durch Live-Auftritte generierten. Amüsant ist das dann tatsächlich vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen, die auf eine diesbezügliche Rückbildung schließen lassen.

Geschichte wiederholt sich offenbar eben doch. Auf Vinyl folgte die CD, die sich beachtlich lange hielt. Mit dem Einzug des Internets gegen Ende des vergangenen Jahrtausends (ja, so lange ist das schon her) kam dann der digitale Download dazu. Der digitale Download schaffte es in wenigen Jahren, die CD weitgehend aus dem Hauptgeschäft zu verdrängen, Vinyl-Scheiben waren ohnehin nur noch etwas für Sammler. Aber da eine Entwicklung eben nicht dann stoppt, wenn sie erfolgreich ist, konnte das natürlich nicht das Ende aller Fahnenstangen sein. Nein, sie mussten ja über das Ziel hinausschießen wie einst Ramos beim Elfmeterschießen.

Getreu dem Motto „Was man nicht hab, das stellt man ins Schaufenster" kamen also einige Start-Up-Unternehmen wie beispielsweise Spotify vor einigen Jahren auf die Idee, die Musik noch leichter zugänglich zu machen. Und wie ging das an? Sie bliesen sie einfach in den digitalen Äther und hofften darauf, dass am anderen Ende der Leitung jemand saß und zuhörte – Streaming war geboren.

 

Den Geldbeutel freut's

Die Überschrift verrät es bereits, aber trotzdem nochmal für alle zum mitmeißeln: Was ist der große Vorteil am Streaming? Ganz genau, es würde schon fast jeder Beschreibung spotten, es als „spottbillig" zu bezeichnen, dummerweise existiert aber keine weitere Steigerung des Begriffs „billig" (Pep Guardiola würde wohl einen Super-Superlativ bilden). Dienste wie Spotify, Deezer und jetzt auch noch Apple Music bieten hier Musikstreming zu monatlichen Preisen an, die jedem Labelmanager die Schweißperlen ins und dessen Ehefrau bald die echten Perlen aus dem Gesicht treiben dürften.

Apple plant, seinen Dienst für eine Pauschale von 9,99€ an den Start gehen zu lassen und darüber hinaus noch einen Familientarif von 14,99€ für bis zu sechs Personen einzuführen. Bereits dieser Preis ist unglaublich niedrig, wenn man bedenkt, dass man dadurch Zugriff auf den neben Beatport größten Musikkatalog weltweit hat. Spotify hat es da noch cleverer gemacht. Der schwedische Anbieter fährt zweigleisig und lockt seine Kunden mit dem kostenlosen Geschäftsmodell, mit dem man streamenderweise zwar auf den gesamten Katalog (einen ebenfalls sehr beachtlichen) zurückgreifen kann, dafür aber Werbung ertragen muss und die Tracks nicht für Unterwegs zwischenspeichern kann.

Bei den 15 Millionen zahlenden Nutzer (von insgesamt 80 Millionen registrierten Nutzern) hingegen erlaubt sich Spotify ebenso wie Apple Music eine monatliche Abbuchung von 9,99€. Außerhalb jeglicher Konkurrenz ist derzeit wohl Deezer mit einem Preis von 5,99€ monatlich. Den Verbraucher freut das. Aber wie jede Medaille hat auch diese eine zweite Seite.

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