Trance: Die 20 besten Trance-Songs aller Zeiten + Playlist

 

Trance-Hymnen für die Ewigkeit

Die 20 besten Trance-Songs aller Zeiten

(Geschätzte Lesezeit: 6 - 12 Minuten)

Die 20 besten Trance-Songs aller ZeitenDie 20 besten Trance-Songs aller Zeiten.

Es gibt ein Gefühl, das jeder, der es erlebt hat, sofort wiedererkennt. Ein Schauer, der den Rücken hinunterläuft, ausgelöst durch eine anschwellende Synthesizer-Melodie. Der Moment, in dem ein ganzer Raum voller schwitzender Körper die Hände hebt - nicht auf Befehl, sondern aus kollektivem Instinkt. Die Sekunde, in der der Beat nach einer scheinbar endlosen, himmlischen Pause zurückkehrt und eine Welle der Katharsis über die Tanzfläche spült. Das ist Trance. Für Millionen war das nicht nur Musik; es war ein Soundtrack fürs Erwachsenwerden, ein Zufluchtsort und eine Form kollektiver Euphorie.


Emotionen

Mehr als jedes andere Genre der elektronischen Musik ist Trance untrennbar mit emotionaler Wucht verbunden - dem erhebenden Rausch, den er bei seinen Hörern auslöst. Es ging nie nur um Beats und Rhythmen; es ging um die Reise.

Was genau ist Trance? Entstanden in den frühen 1990er Jahren, definierte sich das Genre durch einen Rhythmus von typischerweise 120-150 Schlägen pro Minute (BPM), sich wiederholende melodische Phrasen und eine ganz bestimmte musikalische Form, die unverkennbar Spannung aufbaut. Die Struktur war ein Ritual: ein Intro zum Hineinmischen, ein Aufbau, ein Breakdown, bei dem die Beats wegfielen, um einer reinen Melodie Platz zu machen, und dann der Drop, bei dem alles mit doppelter Intensität zurückkehrte. Seine Wurzeln sind komplex und liegen irgendwo im Schmelztiegel aus deutschem Techno, britischer Rave-Kultur, Acid House und sogar klassischer Musik und Filmmusik. Frühe Pioniere in Deutschland und Belgien prägten einen Sound, der damals oft als Techno Trance bezeichnet wurde.

Dieser Sound explodierte und löste eine kulturelle Bewegung aus. Das Mainstream Golden Age, grob zwischen 1998 und 2002 angesiedelt, war der Höhepunkt des Genres. Das war die Ära der Superstar-DJs wie Paul van Dyk, Tiësto und Armin van Buuren, die zu globalen Ikonen wurden. Die Zeit der Superclubs und globalen Events, die zu Pilgerstätten wurden: die Love Parade in Berlin, auf der Hunderttausende zu einem Beat tanzten, das futuristische Spektakel von Gatecrasher in Sheffield und die sonnengetränkten Terrassen auf Ibiza.

Eine Liste der besten Tracks zusammenzustellen ist ein fast unmögliches Unterfangen. Jeder Song ist eine Zeitkapsel, die für jemanden eine ganz persönliche, unauslöschliche Erinnerung birgt. Diese Liste ist daher kein endgültiges Urteil, sondern eine kuratierte Reise - eine Chronik von 20 Tracks, die nicht nur großartig waren, sondern die Landschaft des Trance geprägt und seine Entwicklung von einem Underground-Phänomen zu einer globalen Sprache der Euphorie definiert haben.


Die 20 Hymnen: Ein Wegweiser durch die Goldene Ära


1. Age Of Love - The Age Of Love (Jam & Spoon Remix) (1992)

Bevor Trance einen Namen hatte, gab es diesen Track. Das Original von 1990 war eine obskure New-Beat-Nummer. Doch der Watch-Out-for-Stella-Remix des deutschen Duos Jam & Spoon von 1992 veränderte alles. Er gilt weithin als der Proto-Trance-Track schlechthin, die Blaupause für alles, was folgte. Er nahm die Härte des Techno und durchtränkte sie mit einer glänzenden, repetitiven Melodie, die den Hörer in einen hypnotischen Zustand versetzte - der erste Funke der Trance-Revolution.


2. Humate - Love Stimulation (Paul van Dyk's Love Club Mix) (1993)

Lange bevor er ein globaler Superstar war, war Paul van Dyk ein junger Produzent aus Berlin, der den Sound der Stadt definierte. Sein Remix von "Love Stimulation" war ein früher Geniestreich. Während das Original düster klang, war van Dyks Love Club Mix das genaue Gegenteil: voller Hoffnung, treibender Energie und einer jenseitigen Melodie. Er war einer der ersten Tracks, der diese spezifische, sehnsuchtsvolle Emotionalität zeigte, die zu van Dyks Markenzeichen und einem Grundpfeiler des Uplifting Trance werden sollte.


3. Energy 52 - Café Del Mar (Three 'N One Remix) (1997)

Kein Track fängt den Geist von Ibiza - und damit das Herz des Trance - besser ein. Benannt nach der berühmten Sunset-Bar, basiert die unverkennbare Melodie auf "Struggle for Pleasure" des belgischen Komponisten Wim Mertens. Das Original von 1993 war gut, aber der Three 'N One Remix von 1997 machte es zur unsterblichen Hymne. Dieser Remix ist der Klang eines Sonnenuntergangs, der sich in eine perfekte Nacht verwandelt. Er wurde unzählige Male geremixt und von Mixmag zum "Besten Tune Ever" gewählt.


4. Robert Miles - Children (1995)

Das ist der Song, der Trance der Welt vorgestellt hat. "Children" war ein unwahrscheinlicher Welthit, eine Instrumentalkomposition des verstorbenen italienischen DJs Robert Miles, die ein eigenes Subgenre namens Dream House begründete. Die Entstehungsgeschichte ist Legende: Miles wurde durch zwei Dinge inspiriert - zum einen durch Fotos von Kindern, die Opfer des Jugoslawienkriegs waren, und zum anderen durch den Wunsch, eine beruhigende Musik zu schaffen, die am Ende der Nacht gespielt werden konnte, um übermüdete Raver sicher nach Hause zu bringen. Das Ergebnis, diese ikonische, melancholische Klaviermelodie, ist pure, unvergessliche Schönheit.


5. Faithless - Insomnia (1995)

"I can't get no sleep." Mit diesen Worten, gesprochen von der tiefen, nachdenklichen Stimme des verstorbenen Maxi Jazz, begann eine der größten Hymnen der elektronischen Musik. Obwohl der Track an der Grenze zwischen Progressive House und Trance angesiedelt ist, ist sein Einfluss auf die Trance-Szene unbestreitbar. Produzentin Sister Bliss schuf das unsterbliche Pizzicato-String-Riff, das den Track antreibt. Das ursprüngliche Neun-Minuten-Epos wurde von Radio 1 zunächst abgelehnt, weil es keinen Hook und keinen Refrain habe. Ein kürzerer Edit katapultierte es dann in die Stratosphäre.


6. Paul van Dyk - For An Angel (PvD E-Werk Club Mix) (1998)

War "Love Stimulation" der Funke, so war "For An Angel" der Flächenbrand. Das Original erschien bereits 1994, aber der E-Werk Club Mix von 1998 gilt als die endgültige Version. Das ist der Inbegriff des Uplifting Trance. Von den sanften, gebrochenen Beats des Intros bis zu dem Moment, in dem die berühmte Klavier-Hook und die treibende Bassline einsetzen, ist es ein Meisterwerk der Euphorie - der Sound der Love Parade, der Klang purer, unverfälschter Freude. Fester Bestandteil der A State of Trance Top 1000.


7. Three Drives On A Vinyl - Greece 2000 (1998)

Dieser Track ist der Inbegriff des Balearic Trance. Produziert vom niederländischen Duo Erik de Koning und Ton van Empel und veröffentlicht auf dem legendären Label Hooj Choons, ist "Greece 2000" sofort an seinem unverkennbaren, gezupften Gitarren-Riff zu erkennen. Ein Track, der eine einzige emotionale Bewusstheit auf der Tanzfläche schafft und von Sonnenschein und Salzwasser durchdrungen zu sein scheint. Weltweiter Charterfolg und Sound des Sommers 1998.


8. ATB - 9 PM (Till I Come) (1998)

Manchmal reicht ein einziger Sound, um eine Karriere zu starten. Für den deutschen Produzenten Andre Tanneberger (ATB) war es dieser einzigartige, hochgepitchte Gitarren-Ton. Der Legende nach spielte ATB mit seiner Freundin im Studio einfach mit dem Effekt herum; drei Stunden später war der Track, der ihn zum Star machen sollte, im Grunde fertig. Mit den gehauchten Vocals der spanischen Sängerin Yolanda Rivera wurde "9 PM" ein Nummer-1-Hit in Großbritannien und löste eine Welle ähnlicher Produktionen aus.


9. Binary Finary - 1998 (Gouryella Remix) (1999)

Das Original von "1998" war bereits eine der intensivsten Hymnen der Goldenen Ära - ein atemloser, frenetischer Track, der wie ein außer Kontrolle geratener Zug über die Tanzfläche raste. Dann kam der Remix von Gouryella, dem damaligen Super-Duo Ferry Corsten und Tiësto. Sie nahmen die rohe Energie des Originals und kanalisierten sie in ihre charakteristische Dutch-Anthem-Trance-Form. Das Ergebnis war nichts weniger als Magie; für viele ist das die beste Version - ein absoluter Höhepunkt des Genres.


10. System F - Out Of The Blue (1999)

Das ist der Track, der Ferry Corsten als Solo-Produzenten unsterblich machte. Unter seinem Alias System F schuf er eine Hymne, die von 80er-Jahre-Italo-Dance inspiriert war und den System-F-Sound definierte: knackige Bässe, himmlische Vocoder-Vocals und eine unvergessliche Arpeggio-Melodie. Die Veröffentlichung war ein Meilenstein und wurde von einer cleveren Guerilla-Marketing-Taktik begleitet: Mysteriöse White-Label-Platten wurden verschickt, was zu einem Bieterkrieg unter den Labels führte.


11. Gouryella - Gouryella (1999)

"Gouryella" war das gemeinsame Projekt der niederländischen Titanen Ferry Corsten und Tiësto, und der Name, der in der Sprache der Warlpiri „Himmel" bedeutet, war perfekt gewählt. Ihr gleichnamiger Debüt-Track ist ein 10-minütiges Epos, das den Dutch Anthem Trance definierte. Ein Track wie eine Kathedrale - hoch aufragend, Ehrfurcht gebietend und von Grund auf emotional. Obwohl Corsten der Hauptproduzent war, ist das Ergebnis die perfekte Synergie zweier Meister auf dem Höhepunkt ihres Schaffens.


12. Chicane - Saltwater (feat. Moya Brennan) (1999)

Nick Bracegirdle, alias Chicane, ist ein Meister des Balearic Trance. Für "Saltwater" samplete er das gälische "Theme from Harry's Game" von Clannad. Dann ging er noch einen Schritt weiter: Er holte Moya Brennan, die Original-Sängerin von Clannad, ins Studio, um die Vocals neu aufzunehmen und zu erweitern. Das Ergebnis ist einer der elegantesten Trance-Tracks aller Zeiten - gleichzeitig episch und chillig. Das Musikvideo, das ruhige Surfszenen mit frenetischen Clubaufnahmen mischt, fängt diese Dualität perfekt ein.


13. Veracocha - Carte Blanche (1999)

Die Goldene Ära war voll von niederländischen Kollaborationen, und das hier ist eine der größten. "Veracocha" war das Alias von Ferry Corsten und Vincent de Moor. "Carte Blanche" ist vielleicht der reinste Ausdruck von Trance-Euphorie, der je geschaffen wurde. Die Melodie ist täuschend einfach, aber in ihrer Wirkung verheerend. Ein Track, der für riesige, mit Lasern gefüllte Arenen wie Gatecrasher gemacht wurde - veröffentlicht auf dem legendären Label Positiva.


14. Rank 1 - Airwave (1999)

Hier ist er - der Inbegriff des Dutch Anthem Trance. "Airwave" war die Debüt-Veröffentlichung des Duos Rank 1, bestehend aus Piet Bervoets und Benno de Goeij, und sie setzten damit Maßstäbe. Diese messerscharfe, unverkennbare Synthesizer-Melodie, die wie ein Alarmsignal für pure Ekstase klingt, ist einfach unvergesslich. Der Track war ein globaler Monsterhit, in über 40 Ländern veröffentlicht und bis heute, über 25 Jahre später, ein Eckpfeiler des A State of Trance Top 1000.


15. Armin van Buuren - Communication (1999)

Bevor er zum Fahnenträger des Genres und mehrfachen Nummer-1-DJ der Welt wurde, war Armin van Buuren ein junger Produzent. "Communication", das er Berichten zufolge allein im Haus seiner Eltern produzierte, war sein Durchbruch. Es war der Sound von Ibiza in jenem Sommer, drang bis auf Platz 18 der britischen Charts vor und legte den Grundstein für sein Imperium. Der Track, später zu "Part 2" und "Part 3" erweitert, war die Geburtsstunde einer Legende.


16. The Thrillseekers - Synaesthesia (En-Motion Mix) (1999)

Der Titel bedeutet „die Verschmelzung der Sinne" - und genau das tut dieser Track. Steve Helstrip konstruierte "Synaesthesia" in einem relativ einfachen Heimstudio, während er noch für einen Computerspiel-Entwickler arbeitete. Das Ergebnis war pure, unverfälschte Magie: ein Meisterwerk aus melodischer Schönheit und Tanzflächen-Intensität, das von Top-DJs wie Paul van Dyk und Oakenfold sofort unterstützt wurde. Der En-Motion Mix ist die definitive Clubversion - pure Gänsehaut.


17. Delerium feat. Sarah McLachlan - Silence (Tiësto's In Search Of Sunrise Remix) (2000)

Wohl die größte Trance-Hymne aller Zeiten. Das Original von 1997, produziert von der kanadischen Gruppe Delerium, war ein üppiger Downtempo-Track im Enigma-Stil - kein Hit. Dann bekam ein junger Holländer namens Tiësto den Auftrag für einen Remix. Sein In Search Of Sunrise Remix nahm die engelsgleichen Vocals von Sarah McLachlan und baute eine 10-minütige Kathedrale der Spannung und Erlösung um sie herum. Er definierte den Vocal Trance und vereint Generationen auf Tanzflächen bis heute.


18. Cosmic Gate - Exploration Of Space (2001)

Das ist der Klang der Goldenen Ära auf ihrem Höhepunkt - laut, hart und größer als das Leben. Das deutsche Duo Cosmic Gate (Nic Chagall und Bossi) schuf mit "Exploration of Space" einen szeneprägenden Klassiker. Der Track ist berühmt für seine einmal gehörte, nie vergessene Lead-Line und das apokalyptische Vocal-Sample, das seinen Weltraum-Charakter unterstreicht. Das war der Sound, der riesige Arenen und Festivals wie die Love Parade dominierte.


19. Tiësto - Adagio For Strings (2003)

Ein Akt purer musikalischer Alchemie. Tiësto wagte es, eines der heiligsten Stücke der klassischen Musik anzufassen: Samuel Barbers "Adagio for Strings" (1936). Dieses Stück, oft als die traurigste Musik bezeichnet, die je geschrieben wurde, und bei den Beerdigungen von Präsident Roosevelt und Prinzessin Grace gespielt, wurde komplett umgedeutet. Tiësto legte einen unerbittlichen Beat darunter und verwandelte diese tiefe Trauer in eine kathartische, fast aggressive Ekstase. Der ultimative Beweis für die Verbindung von Trance und Klassik - Grundpfeiler des ASOT Top 1000.


20. Motorcycle - As The Rush Comes (2003)

Der perfekte Schwanengesang für die Goldene Ära. "Motorcycle" war das Trio aus dem US-Produzentenduo Gabriel & Dresden und der Sängerin JES. Der Song ist einzigartig, weil er die Euphorie und den Eskapismus des Genres selbst thematisiert. Die Zeile "Embrace me, surround me, as the rush comes" wurde zum Mantra. Unglaublich, aber wahr: Der Track wurde an einem einzigen Tag geschrieben und aufgenommen. Er wurde 2003 zur Tune of the Year bei A State of Trance gewählt und markierte das Ende einer Ära, kurz bevor die Szenenfragmentierung begann.


Das unvergessliche Echo

Diese 20 Tracks sind mehr als eine Playlist - sie sind Erinnerungen, die ein Leben lang halten. Sie erzählen die Geschichte der Goldenen Ära des Trance, einer Zeitspanne von etwa 1998 bis 2002, in der diese Musik von einem Underground-Phänomen zu einer globalen Bewegung heranwuchs, getragen von kollektiver Euphorie.

Was danach kam, war kompliziert. Kommerzielle Überlastung und Szenenfragmentierung setzten ein. Der Mainstream-Sound ging weiter, aber der klassische Trance zog sich zurück und wurde zum Kult-Genre, das von einer hingebungsvollen globalen Trance-Familie am Leben erhalten wird. Das Echo dieser Euphorie wird nie ganz verhallen.

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