Die 20 besten Bands der 80er Jahre.
Wenn wir an die 1980er Jahre denken, kommen uns oft Schulterpolster, Neonfarben und Haarspray-Türme in den Sinn. Aber hinter dieser grellen Fassade verbirgt sich das vielleicht vielfältigste und revolutionärste Jahrzehnt der modernen Musikgeschichte. Es war nicht nur ein Wandel - es war eine Explosion neuer Klänge.
Zwei große Kräfte haben diese Explosion angetrieben:
Neue Technologie: Plötzlich waren Synthesizer und Drumcomputer nicht mehr nur teures Spielzeug für experimentelle Künstler, sondern erschwinglich. Bands mussten keine traditionellen Instrumente mehr spielen, um Musik zu machen. Sie konnten Klänge erzeugen, die niemand zuvor gehört hatte.
Ein neues „Auge" für Musik: 1981 startete ein kleiner Kabelsender namens MTV. Plötzlich spielte es eine Rolle, wie eine Band aussah. Das Musikvideo wurde zur wichtigsten Kunstform, und der Stil einer Band war auf einmal genauso wichtig wie ihr Klang.
Diese Liste kürt die 20 besten Bands dieses Jahrzehnts. Aber zuerst die Regeln:
Nur Bands, keine Solokünstler: Diese Regel ist entscheidend. Die 80er wurden von Solo-Giganten wie Michael Jackson, Madonna und Prince dominiert - die sind hier nicht dabei. Wir konzentrieren uns auf echte Gruppen, die als kollektive Einheit funktionierten. (Auch Bruce Springsteen, der zwar die E Street Band hatte, wurde als Solokünstler vermarktet und ist daher nicht dabei.)
Was bedeutet „Beste"? Das ist immer subjektiv. Unsere Definition mischt drei Dinge: 1. Kommerzieller Erfolg (haben sie Platten verkauft?), 2. Einfluss (haben andere Bands sie kopiert?) und 3. Anhaltendes Erbe (hören wir ihre Musik heute noch?).
Die 80er waren wie eine riesige Musik-Cafeteria. In einer Ecke saßen die Synthie-Popper, in einer anderen die Stadion-Rocker, hinten die nachdenklichen Alternativen und draußen machten die Hip-Hopper ihre eigene Party. Diese Liste versucht, von jedem dieser Tische das beste Gericht auszuwählen.

Wer sie waren: Ein norwegisches Trio, das melancholischen Synth-Pop mit einer außergewöhnlichen Stimme und einem bahnbrechenden Video kombinierte.
Warum sie hier sind: A-ha ist das perfekte Beispiel für die Macht von MTV. Der Song „Take On Me" war schon großartig, aber das Video war eine Revolution. Es nutzte eine aufwendige Rotoscoping-Technik, die Tausende handgezeichneter Bilder mit Realfilm mischte und eine Comic-Geschichte zum Leben erweckte. 1985, auf dem Höhepunkt der MTV-Ära, konnte ein einziges Video eine unbekannte Band aus Norwegen über Nacht zu globalen Superstars machen. A-ha haben bewiesen, dass ein Musikvideo mehr sein kann als bloße Werbung - es kann selbst unvergessliche Kunst sein.
Wichtigster 80er-Song: "Take On Me" (1985)
Wichtigstes 80er-Album: "Hunting High and Low" (1985)
Wer sie waren: Eine laute, seltsame und brillante Band aus Boston, die den Sound der 90er-Jahre schon 1988 erfand.
Warum sie hier sind: Nirvana, Radiohead oder Weezer lassen sich ohne die Pixies kaum verstehen. In den 80ern waren sie nie riesige kommerzielle Stars, aber ihr Einfluss ist unermesslich. Sie perfektionierten eine „laut-leise-laut"-Dynamik: ein geflüsterter, ruhiger Vers, dann ein schreiender, lauter Refrain. In einer Zeit voller poliertem Pop-Metal klang das gefährlich und neu. Die Pixies waren das geheime Rezept, das von fast jeder wichtigen Rockband des folgenden Jahrzehnts verwendet wurde.
Wichtigster 80er-Song: "Where Is My Mind?" (1988)
Wichtigstes 80er-Album: "Surfer Rosa" (1988)
Wer sie waren: Eine britische Hardrock-Band, die den Sound von Pop und Metal zur Perfektion brachte.
Warum sie hier sind: Wenn Bon Jovi (siehe Platz 11) die amerikanische Version des „Pop-Metal" war, dann waren Def Leppard die britischen Meister. Nach einer Tragödie - ihr Schlagzeuger Rick Allen verlor bei einem Unfall einen Arm - nahmen sie das Album „Hysteria" (1987) auf. Mit modernster Studiotechnik polierten sie jeden Song zur Hymne: jeder Schlag, jeder Gesang, jede Gitarre auf Hochglanz. Das Ergebnis war ein Monster-Album mit sieben (!) Hit-Singles, das Dutzende Millionen Mal verkauft wurde und bewies, dass Hard Rock glatt, eingängig und unglaublich erfolgreich sein kann.
Wichtigster 80er-Song: "Pour Some Sugar on Me" (1987)
Wichtigstes 80er-Album: "Hysteria" (1987)
Wer sie waren: Drei weiße Punk-Kids aus New York, die sich in eine der wichtigsten und respektiertesten Hip-Hop-Gruppen aller Zeiten verwandelten.
Warum sie hier sind: Ihr Debütalbum „Licensed to Ill" (1986) war ein kultureller Urknall - das erste Rap-Album, das Platz 1 der US-Charts erreichte. Sie mischten knallharte Hip-Hop-Beats mit Rock-Gitarren (z. B. bei „(You Gotta) Fight for Your Right (To Party!)") und brachten Hip-Hop damit erstmals zu einem riesigen Mainstream-Publikum. Sie waren die respektlosen, aber genialen Brückenbauer zwischen Punk, Rock und dem aufstrebenden Hip-Hop.
Wichtigster 80er-Song: "(You Gotta) Fight for Your Right (To Party!)" (1986)
Wichtigstes 80er-Album: "Licensed to Ill" (1986)
Wer sie waren: Eine australische Band, die tanzbaren Funk-Rock mit dem Charisma eines echten Rockstars - Sänger Michael Hutchence - verband.
Warum sie hier sind: Mitte bis Ende der 80er füllten INXS eine wichtige Lücke. Sie waren nicht so poppig wie Duran Duran, aber auch nicht so rau wie Guns N' Roses - sie waren cool, sexy und erwachsen. Mit „Kick" (1987) eroberten sie die Welt. Songs wie „Need You Tonight" und „New Sensation" funktionierten sowohl im Radio als auch auf der Tanzfläche. Kaum eine andere Band meisterte den Spagat zwischen klassischem Rock 'n' Roll und modernem Pop so überzeugend.
Wichtigster 80er-Song: "Need You Tonight" (1987)
Wichtigstes 80er-Album: "Kick" (1987)
Wer sie waren: Eine britische Band, die todtraurige, aber oft urkomische Texte von Sänger Morrissey mit brillantem, klingendem Gitarrenspiel von Johnny Marr kombinierte.
Warum sie hier sind: The Smiths waren die wichtigste Indie-Band des Jahrzehnts - das komplette Gegenteil des 80er-Mainstreams. Sie lehnten den glatten Synthie-Sound ab und ignorierten die MTV-Mode. Statt über Yachten und Glamour sang Morrissey über Entfremdung, das triste Leben im regnerischen England und das Gefühl, unverstanden zu sein. Sie gaben einer ganzen Generation nachdenklicher, intellektueller Kids eine Stimme und bewiesen, dass man mit melancholischen Songs riesigen Einfluss haben kann.
Wichtigster 80er-Song: "How Soon Is Now?" (1984)
Wichtigstes 80er-Album: "The Queen Is Dead" (1986)
Wer sie waren: Eine Kunstschul-Band aus New York, die Funk, New Wave und afrikanische Weltmusik auf eine Weise mischte, die niemand zuvor gehört hatte.
Warum sie hier sind: Angeführt vom nervös-charismatischen David Byrne, waren die Talking Heads die klugen Köpfe der 80er. Nie die größten Chartstürmer, aber die innovativsten. Sie erweiterten ständig die Grenzen dessen, was eine Band sein kann, und nahmen komplexe Rhythmen auf, die gleichzeitig zum Tanzen und zum Nachdenken anregten. Ihr Konzertfilm „Stop Making Sense" (1984) gilt bis heute als einer der besten Musikfilme aller Zeiten - und David Byrnes sehr großer Anzug ist Legende.
Wichtigster 80er-Song: "Once in a Lifetime" (1980)
Wichtigstes 80er-Album: "Remain in Light" (1980)
Wer sie waren: Eine Hip-Hop-Gruppe, die mit politischem Zorn, einem chaotischen Sound und einer klaren Botschaft die Musikwelt aufrüttelte.
Warum sie hier sind: Public Enemy waren das Gegenteil von Party-Rap. Ihr Sound, produziert vom „Bomb Squad", war dicht, laut und voller Sirenen - er klang wie ein Ausnahmezustand. Für Public Enemy war Rap keine bloße Unterhaltung; er war, wie sie sagten, der Nachrichtensender für die, die sonst keine Stimme hatten. Sie waren mehr als eine Band - eine Organisation mit politischer Mission, die den Hip-Hop für immer verändert hat.
Wichtigster 80er-Song: "Fight the Power" (1989)
Wichtigstes 80er-Album: "It Takes a Nation of Millions to Hold Us Back" (1988)
Wer sie waren: Die unzerstörbaren australischen Götter des reinen, simplen und lauten Hard Rock.
Warum sie hier sind: AC/DC begannen das Jahrzehnt mit einem der unglaublichsten Comebacks der Musikgeschichte. Ihr Sänger Bon Scott starb im Februar 1980. Viele hielten die Band für erledigt. Stattdessen holten sie Brian Johnson und veröffentlichten nur fünf Monate später „Back in Black" - bis heute eines der meistverkauften Alben aller Zeiten. In einer Zeit, in der New Wave und Synthesizer aufkamen, lieferten AC/DC ein Album, das zu 100 % aus Riffs und Rock 'n' Roll bestand. Der Fels in der Brandung, der Anker des klassischen Rock in den 80ern.
Wichtigster 80er-Song: "Back in Black" (1980)
Wichtigstes 80er-Album: "Back in Black" (1980)
Wer sie waren: Die unangefochtenen Könige des Arena Rock aus New Jersey, die unwiderstehliche Hymnen für die breite Masse schrieben.
Warum sie hier sind: Bon Jovi war die Definition von Mainstream-Erfolg in den 80ern. Keine bösen Jungs wie GNR - eher die netten, gutaussehenden Rockstars von nebenan. Mit „Slippery When Wet" (1986) perfektionierten sie die Pop-Rock-Formel. Zusammen mit professionellen Songschreibern wie Desmond Child entstanden Hits nach Maß: ein großes Gitarrenriff, ein Refrain, den 20.000 Leute im Stadion mitsingen können, und ein positives Feeling. Hard Rock wurde damit zur erfolgreichsten Form von Popmusik des Jahrzehnts.
Wichtigster 80er-Song: "Livin' on a Prayer" (1986)
Wichtigstes 80er-Album: "Slippery When Wet" (1986)
Wer sie waren: Fünf gutaussehende Briten, die stilvollen Synthie-Pop machten und zu den ersten Königen von MTV wurden.
Warum sie hier sind: Duran Duran führten die zweite britische Invasion in Amerika an. Mehr als jede andere Band begriffen sie, dass Musikvideos filmische Erlebnisse sein müssen. Ihre Videos waren Mini-Blockbuster: exotische Orte, teure Mode, schnelle Autos, Yachten. Sie verkauften nicht nur Songs, sondern einen glamourösen Lifestyle - perfekt für die 80er. Ihre Musik war der Soundtrack zu einem Leben, das jeder Teenager damals führen wollte.
Wichtigster 80er-Song: "The Wild Boys" (1984)
Wichtigstes 80er-Album: "Rio" (1982)
Wer sie waren: Die Band, die aus der Asche der düsteren Post-Punk-Band Joy Division auferstand und den tanzbaren, melancholischen Synth-Pop erfand.
Warum sie hier sind: Nachdem ihr Sänger Ian Curtis 1980 starb, standen die verbliebenen Mitglieder von Joy Division vor dem Nichts. Als New Order erfanden sie sich neu, entdeckten die Clubkultur und die neuen Synthesizer und vollbrachten ein musikalisches Wunder. Mit „Blue Monday" (1983) schufen sie die meistverkaufte 12-Zoll-Single aller Zeiten - ein Meilenstein, der die Traurigkeit des Post-Punk mit der Euphorie der Tanzmusik verband. New Order baute die Brücke, auf der Hunderte von Bands bis heute tanzen.
Wichtigster 80er-Song: "Blue Monday" (1983)
Wichtigstes 80er-Album: "Substance" (1987)
Wer sie waren: Vier junge Männer aus Kalifornien, die den Thrash Metal aus dem Underground in die größten Arenen der Welt brachten.
Warum sie hier sind: Metallica war die wichtigste Metal-Band des Jahrzehnts - die totale Antithese zum „Hair Metal" aus L.A. Keine Schminke, kein Haarspray; stattdessen Jeans, T-Shirts, brutale Geschwindigkeit, musikalische Komplexität und pure Wut. Ihr Album „Master of Puppets" (1986) gilt als Meilenstein. Ihren Erfolg bauten sie durch ständiges Touren und Mundpropaganda auf, nicht durch MTV oder Radiohits - und bewiesen damit, dass man kein Popstar sein muss, um ein Rockstar zu sein.
Wichtigster 80er-Song: "Master of Puppets" (1986)
Wichtigstes 80er-Album: "Master of Puppets" (1986)
Wer sie waren: Ein britisches Trio, das Punk-Energie, Reggae-Rhythmen und Jazz-Musikalität zu einem einzigartigen und unglaublich erfolgreichen Sound mischte.
Warum sie hier sind: The Police dominierten die ersten 80er-Jahre. Als virtuose Musiker schafften sie es, komplexe Musik in perfekte 3-Minuten-Popsongs zu verpacken. Songs wie „Roxanne" oder „Message in a Bottle" zeigten ihren einzigartigen Mix. Mit „Synchronicity" (1983) und dem Welthit „Every Breath You Take" waren sie unbestreitbar die größte Band der Welt - und genau auf diesem Höhepunkt lösten sie sich auf und hinterließen ein makelloses Erbe.
Wichtigster 80er-Song: "Every Breath You Take" (1983)
Wichtigstes 80er-Album: "Synchronicity" (1983)
Wer sie waren: Ein Hip-Hop-Trio aus Queens, New York, das die Tür für Hip-Hop im globalen Mainstream eintrat.
Warum sie hier sind: Sie waren die ersten wahren Rockstars des Hip-Hop. Keine Disco-Anzüge - sie definierten den Look des Genres für die Ewigkeit: Adidas-Sneaker (ohne Schnürsenkel), schwarze Hüte, dicke Goldketten. Vor allem aber waren sie musikalische Pioniere. Die Zusammenarbeit „Walk This Way" (1986) mit Aerosmith war ein absoluter Wendepunkt: Der 70er-Rock (Aerosmith) gab seinen Segen an die Musik der 80er (Hip-Hop). Sie zeigten MTV und dem Rock-Radio, dass Rap gekommen war, um zu bleiben.
Wichtigster 80er-Song: "Walk This Way" (feat. Aerosmith) (1986)
Wichtigstes 80er-Album: "Raising Hell" (1986)
Wer sie waren: Eine wilde, unberechenbare und gefährliche Rockband aus Los Angeles, die wie eine Bombe im polierten „Hair Metal"-Paradies einschlug.
Warum sie hier sind: 1987 war Rock 'n' Roll sicher und nett geworden. Dann kam „Appetite for Destruction" - roh, ungefiltert, voller Gefahr. Sie sangen nicht über Partys, sondern über das dreckige, echte Leben auf der Straße. Axl Roses kreischende Stimme und Slashs ikonische Gitarrenriffs wirkten echt. GNR waren das dringend benötigte Gegenmittel zum polierten Pop-Metal. Sie brachten die Gefahr zurück in den Rock 'n' Roll und läuteten das Ende der fröhlichen 80er-Rocker ein.
Wichtigster 80er-Song: "Sweet Child o' Mine" (1987)
Wichtigstes 80er-Album: "Appetite for Destruction" (1987)
Wer sie waren: Eine Band aus Athens, Georgia, die mit klingenden Gitarren und mysteriösen, genuschelt vorgetragenen Texten den amerikanischen Alternative Rock definierte.
Warum sie hier sind: R.E.M. sind das Vorbild für eine Karriere mit Integrität. Sie fingen klein im College-Radio an und wurden langsam, durch unermüdliches Touren, immer größer - das genaue Gegenteil der MTV-Bands. In ihren frühen Videos waren sie kaum zu sehen, ihre Texte waren unverständlich, und Kompromisse fürs Radio schlossen sie nicht. Ende des Jahrzehnts waren sie eine der größten Bands der Welt, ohne sich je verkauft zu haben.
Wichtigster 80er-Song: "The One I Love" (1987)
Wichtigstes 80er-Album: "Document" (1987)
Wer sie waren: Eine britische Band um den charismatischen Robert Smith - Lippenstift, zerzauste Haare -, die sich von einer düsteren Gothic-Band zu einer der größten Pop-Bands der Welt entwickelte.
Warum sie hier sind: Keine Band der 80er hatte eine solche emotionale Bandbreite. The Cure konnten die dunkelste, deprimierendste Musik schreiben (wie auf „Disintegration") und im nächsten Moment einen albernen, fröhlichen Popsong abliefern (wie „The Walk" oder „Close to Me"). Diese einzigartige Fähigkeit, zwischen Gothic Rock und himmlischem Pop zu wechseln, machte sie zur perfekten Band für eine ganze Generation von Außenseitern. Robert Smith wurde zur unwahrscheinlichsten Ikone der Dekade - und verkaufte dabei Millionen von Platten.
Wichtigster 80er-Song: "Lovesong" (1989)
Wichtigstes 80er-Album: "Disintegration" (1989)
Wer sie waren: Eine britische Synthie-Pop-Band, die sich von einer Teenie-Pop-Gruppe zu den dunklen Göttern des elektronischen Stadion-Rocks entwickelte.
Warum sie hier sind: Depeche Mode haben den Synthesizer erwachsen gemacht. Während andere Bands die Technologie für fröhliche Melodien nutzten, schufen Depeche Mode einen dunklen, stimmungsvollen Sound aus Metall-Samples und Industriegeräuschen - grüblerisch, intensiv, packend. Wie Metallica bauten sie ihren Erfolg abseits des Mainstreams auf. Der Höhepunkt: ihr Konzert 1988 im Rose Bowl in Pasadena, festgehalten im Film „101". Eine Synthie-Band, die im US-Radio kaum vorkam, spielte in einem Stadion, das sonst nur den ganz Großen des Rock vorbehalten war.
Wichtigster 80er-Song: "People Are People" (1984)
Wichtigstes 80er-Album: "Music for the Masses" (1987)
Wer sie waren: Vier Freunde aus Dublin, Irland, die mit epischen Gitarrenklängen, leidenschaftlichem Gesang und einem unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Musik zur größten Band der Welt wurden.
Warum sie hier sind: U2 haben das Jahrzehnt definiert. Sie begannen Anfang der 80er als raue Post-Punk-Band und wurden zur unbestrittenen Nummer eins des Stadion-Rocks. In einem Jahrzehnt, das oft als oberflächlich galt, war U2 todernst und aufrichtig. Ihr hymnischer Sound und Bonos Gesang klangen, als ginge es um Leben und Tod.
Den Durchbruch markierte „The Joshua Tree" (1987). Kein Album über Partys oder Mode - sondern über Glauben, Zweifel, Amerika und große Emotionen. U2 nutzten ihren massiven Erfolg bei MTV und in den Stadien, um Songs mit echter Botschaft zu singen. Sie waren die wichtigste Band des Jahrzehnts, weil sie bewiesen, dass Rockmusik immer noch etwas bedeuten kann.
Wichtigster 80er-Song: "With or Without You" (1987)
Wichtigstes 80er-Album: "The Joshua Tree" (1987)
Eine Top 20 ist immer zu kurz. Diese Bands haben es knapp nicht geschafft, gehören aber unbedingt erwähnt:
Eurythmics: Ein brillantes Duo (das als Band zählt!). Annie Lennox und Dave Stewart zeigten mit „Sweet Dreams (Are Made of This)" die kühle, künstlerische und visuell beeindruckende Seite des Synthie-Pop.
Dire Straits: Mit „Brothers in Arms" (1985) schufen sie eines der ersten Alben, das speziell für die CD-Technologie produziert wurde. Ihr bahnbrechendes computeranimiertes Video zu „Money for Nothing" war ein Meilenstein für MTV.
Iron Maiden: Als Anführer der „New Wave of British Heavy Metal" waren sie das europäische Gegenstück zu Metallica - riesiger Erfolg, komplexe Songs und eine treue Fangemeinde, ganz ohne Radio-Unterstützung.
Nena: Als wichtigste Vertreterin der Neuen Deutschen Welle landete Nena (die Band, nicht nur die Sängerin) mit „99 Luftballons" einen Welthit und bewies, dass deutsche Popmusik Anfang der 80er global relevant sein kann.
Die 20 Bands auf dieser Liste haben mehr gemeinsam als nur ein Jahrzehnt. Alle wurden durch neue Technologien herausgefordert - Synthesizer oder MTV. Einige wie Duran Duran umarmten die neue Ästhetik voll und ganz. Andere bauten ihren Erfolg bewusst dagegen auf, wie R.E.M. oder Metallica.
Was die 80er wirklich großartig machte, war die Vielfalt. Es war das letzte Jahrzehnt, in dem Rock, Pop, aufstrebender Rap und die Anfänge des Alternative Rock alle gleichzeitig und auf höchstem Niveau im Mainstream existierten.
Diese 20 Bands sind heute noch in Filmen, im Radio und auf Partys zu hören - weil sie mehr als nur Hits schrieben. Sie schufen den Soundtrack für das Jahrzehnt, das die moderne Popkultur, wie wir sie kennen, erst erfunden hat.
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