Die 20 besten Songs des Jahres 1982.
Herzlich willkommen im Jahr 1982. Wenn 1980 der Startschuss und 1981 das Aufwärmen war, dann war 1982 die große, bunte Party, auf die alle gewartet hatten. Es war das Jahr, in dem der Commodore 64 in die Wohnzimmer einzog und zeigte, dass Computer auch Spaß machen können. Steven Spielberg ließ uns mit E.T. Rotz und Wasser heulen, und in Deutschland gab es kein Entkommen mehr: Die „Neue Deutsche Welle" (NDW) war auf ihrem absoluten Zenit.
Aber nicht nur in Deutschland ging es rund. In den USA und England wurde der Pop perfektioniert. Die Produktion wurde glatter, die Synthesizer fetter und die Refrains größer. Es war das Jahr der „Second British Invasion" in den USA - britische Bands mit exotischen Haarschnitten und stylischen Videos eroberten MTV.
Und dann passierte Ende des Jahres noch etwas, das die Musikwelt für immer verändern sollte: Michael Jackson veröffentlichte ein Album namens Thriller. Aber auch abseits vom „King of Pop" gab es Hymnen, die heute auf keiner 80er-Playlist fehlen dürfen. Von melancholischem Synthie-Pop bis zu treibenden Beats, die uns zum Sport animierten (oder zumindest dazu, Sportkleidung zu tragen).
Hier sind meine subjektiven Top-20-Songs aus dem Jahr 1982 - eine Mischung aus Welthits, deutschen Kult-Schlagern und ewigen Lieblingen.
Kaum ein Song hat mehr Menschen dazu motiviert, Treppen hochzurennen oder in die Luft zu boxen. Geschrieben für den Film Rocky III, nachdem Queen die Rechte für „Another One Bites the Dust" nicht rausrücken wollte. Zum Glück! Dieser Gitarrenschlag am Anfang ist legendär. Pures Testosteron in Musikform.
Im Jahr 1982 war das schlicht ein gut gemachter Soft-Rock-Song. Heute ist er ein verdammtes Internet-Phänomen und wahrscheinlich der beliebteste Song der 80er bei der jungen Generation. Warum? Weil er perfekt ist. Die komplexen Harmonien, das sanfte Schlagzeug und dieser Refrain, der so hymnisch ist, dass man einfach mitschreien muss („I bless the rains down in Africa..."). Ein Meisterwerk der Studiotechnik.
Okay, technisch gesehen kam das Album Thriller erst Ende November 1982 raus und die Single zündete so richtig Anfang '83, aber er gehört einfach in dieses Jahr. Mit diesem Song wurde Michael Jackson unsterblich. Der Basslauf ist vielleicht der berühmteste der Geschichte. Dazu diese Geschichte über eine Frau, die behauptet, er sei der Vater ihres Kindes. Düster, tanzbar und absolut perfekt produziert.
Bevor die 99 Luftballons flogen, gab es diesen Song. Nena trat damit in der Musiksendung Musikladen auf - in einem roten Lederrock - und am nächsten Tag war ganz Deutschland verliebt. Dieser Song ist die Essenz der Neuen Deutschen Welle: frech, schnell, voller Energie und mit einer Sängerin, die einfach nur Spaß hat.
Joan Jett sah das Original dieses Songs (von den Arrows) im Fernsehen und dachte sich: „Das kann ich besser." Und wie! Sie machte daraus eine Hymne der Selbstbestimmung. Wenn sie ins Mikrofon knurrt und die Gitarre einsetzt, will man sofort eine Lederjacke anziehen. Sieben Wochen lang stand der Song auf Platz 1 in den USA. Zurecht.
„Ich lieb dich nicht, du liebst mich nicht..." - minimalistischer geht es nicht. Casio-Keyboard-Rhythmus, drei Akkorde und ein Text, der so banal ist, dass er schon wieder Kunst ist. Trio zeigten der Welt, dass man keine teure Produktion braucht, um einen Welthit zu landen. Ein Song, der bis heute jeden zum Grinsen bringt.
Nach einer schwierigen Zeit zog sich Marvin Gaye nach Belgien (!) zurück und kam mit diesem Song wieder. Er ist einer der sinnlichsten Songs aller Zeiten - und der erste große Hit, der den Drumcomputer TR-808 so prominent nutzte. Gayes Stimme ist wie flüssiger Honig. Ein Song für die späten Stunden.
Das ist der Sound von MTV. Duran Duran waren die Posterboys der 80er, und dieser Song hat alles: Exotik, Abenteuer und einen Refrain, der sich sofort ins Gehirn fräst. Das Video, gedreht in Sri Lanka, sieht aus wie ein kleiner Indiana-Jones-Film. Popmusik war plötzlich ein visuelles Erlebnis.
Vince Clarke hatte Depeche Mode verlassen und gründete mit der stimmgewaltigen Alison Moyet Yazoo. Das Ergebnis: ein Song, der auf jedem Dancefloor funktioniert. Der harte Synthesizer-Sound trifft auf Moyets bluesige, warme Stimme. Ein Kontrast, der unglaublich gut aufgeht. Das Intro kennt wirklich jeder.
Bis 1982 war Hip-Hop meistens Partymusik. Dann kam „The Message". Der Beat ist langsam und bedrohlich, der Text handelt vom harten Leben im Ghetto („It's like a jungle sometimes..."). Es war der Beweis, dass Rap sozialkritisch und ernst sein kann. Einer der wichtigsten Songs der Musikgeschichte.
Weg von den Synthesizern, hin zu... Latzhosen und Geigen? Ja! Dieser Song ist ein folkiges Wunder. Er fängt langsam an, wird immer schneller und endet in purem Chaos und Euphorie. Wer auf einer Party bei diesem Lied nicht versucht, im Takt zu klatschen, ist vermutlich eingeschlafen. Ein absolutes One-Hit-Wonder, aber was für eines!
Manchmal muss Musik nicht laut sein, um zu wirken. Dieser Song ist unglaublich glatt, fast hypnotisch. Er handelt von Überwachung (sehr passend zu Orwell), klingt aber wie eine warme Decke. Der Übergang vom Instrumentalstück „Sirius" (die Einlaufmusik der Chicago Bulls!) in diesen Song ist legendär.
Nochmal NDW, aber die lustige Sorte. Hubert Kah trat im Nachthemd auf und sang vom „großen Wagen" und „Kaviar". Das ist herrlicher Quatsch, aber musikalisch extrem eingängig. Auf deutschen Ü30/Ü40-Partys ist das der Moment, wo sich alle in den Armen liegen und „Oh-oh-oh" brüllen.
Prince prophezeite das Ende der Welt für das Jahr 2000, also schlug er vor, vorher nochmal richtig zu feiern. Der Song ist Funk, Pop und Rock in einem und klingt heute noch futuristisch. Ironischerweise wurde er 17 Jahre später, zu Silvester 1999, nochmal ein riesiger Hit. Ein echtes Party-Monster.
Die meisten kennen vielleicht die langsame Coverversion aus Donnie Darko, aber das Original von 1982 ist flotter Synthie-Pop. Trotzdem ist der Text tieftraurig - er handelt von Entfremdung und Depression, Themen, die man so tanzbar selten gehört hat. Ein früher Geniestreich des Duos.
Die Abschlussballade des Films Ein Offizier und Gentleman. Richard Gere trägt Debra Winger aus der Fabrik - und dazu läuft dieser Song. Kitsch? Vielleicht. Aber die raue Stimme von Joe Cocker im Kontrast zur klaren Stimme von Jennifer Warnes ist schlicht schön. Ein Oscar-prämierter Schmachtfetzen.
Während die Charts voller Keyboards waren, hielten Iron Maiden die Flagge des Heavy Metal hoch. „Run to the Hills" hat diesen galoppierenden Rhythmus, für den die Band berühmt ist. Bruce Dickinson singt (oder schreit) in Höhen, die für Normalsterbliche unerreichbar sind. Ein Meilenstein für alle Headbanger.
Boy George war 1982 eine Erscheinung, die die Welt so noch nicht gesehen hatte. Mann? Frau? Egal! Die Musik war entspannter Reggae-Pop, der unglaublich leicht ins Ohr ging. Der Song machte Culture Club über Nacht zu Superstars und zeigte, dass Anderssein im Jahr 1982 plötzlich ein Vorteil war.
Der Typ mit der Sonnenbrille und der Gitarre. „Words don't come easy..." - wer hat das nicht schon mal beim Englischlernen gefühlt? Es ist astreiner Euro-Disco-Pop. Ein bisschen süßlich, ein bisschen naiv, aber mit einer Melodie, die man nie wieder vergisst. Ein One-Hit-Wonder, das perfekt für den Autoscooter auf der Kirmes gemacht war.
Zum Abschluss noch einmal Punk, der eigentlich keiner mehr ist. The Clash waren politisch, aber hier wollten sie einfach tanzen. Der Song macht sich über das Verbot westlicher Musik im Iran lustig. Musikalisch ist es ein unwiderstehlicher Mix, der sogar in Diskos lief. Und das Video mit dem Gürteltier ist Kult.
Das war 1982! Ein Jahr voller Kontraste: den Minimalismus von Trio, den Bombast von Toto und die Coolness von Joan Jett.