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Musiktrend: Melbourne Sound

Im EDM kristalisiert sich gerade eine neuer Trend heraus, der in Zukunft eine größere Rolle spielen könnte. Melbourne Sound lautet das Stichwort. Produzenten wie Will Sparks, Deorro alias Ton!c, TJR, Joel Fletcher oder Djuro sind momentan richtungsweisend für diesen Style. Gleichzeitig sind sie die Innovatoren des Melbourne Sounds. War 2013 das Jahr des progressive House mit seinen Festival-Hymmen inklusive tonaler Kickdrums á la "Animals" oder "Tsunami", stehen die Zeichen gut, dass 2014 ein anderer musikalischer Wind wehen wird. Melbourne ist stark im Kommen.

Typisches Markenzeichen des Melbourne Sound ist der kurze, knackige Offbeat-Bass, der stets auf einer Note stehen bleibt. Im Gegensatz zu den üblichen Basslines in EDM Produktionen geht der Bass also nicht mit in die Harmonie. Gespielt wird meist ein simpler Offbeat, der zusammen mit der Bassdrum ein so genanntes "Kopfnicken" erzeugt. Wichtig: Es muss halt grooven! Alternativ kann der Bass auch im Tripple-Shuffel gespielt werden und / oder es kann ein "Talking-Synth-Sample" für die Main-Melodie verwendet werden (siehe "Ah Yeah"). Oftmals ist auch eine TB303-Line mit von der Partie.

Der Melbourne-Stil ist stark mit dem in Deutschland ehemals so beliebten HandsUp verwandt. Natürlich etwas langsamer und minimalistischer instrumentalisiert, aber prinzipiell sehr ähnlich. Dementsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich hier ein Trend entwickeln könnte. Momentan drängen immer mehr gute und hochwertige Produktionen auf den Markt. Fast alle kommen aktuell noch aus dem Ausland.

Erstmals so richtig bekannt wurde der Melbourne Sound hierzulande mit der "TJR - Ode to Oi". Der Produzent dahinter, T.J. Rozdilsky, schrieb kurz zuvor noch die "Don't Stop the Party" für Pitbull, die ein weltweiten Hit wurde. "Ode to Oi" schlug ein wie eine Bombe. Es gab kaum ein Großraum-DJ, der nicht diesen Track rauf und runter spielte.

Nicht minder cool ist die "Ah Yeah" von Will Sparks. Dieser Track funktioniert fast immer und in nahezu jedem DJ-Set. Bleibt der Track aufgrund des markanten Hook-Samples doch sofort im Ohr hängen. Gleichzeitig war der Song ein Durchbruch für Sparks. Zuletzt remixte er "Martin Garrix - Animals" und "Blurred Lines" von Robin Thicke ft. Pharrell & T.I.

Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich Produzent Deorro. Früher feierte der Musiker und DJ schon Erfolge unter dem Namen Ton!c, musste sich aber wegen eines Urheberstreits umbenennen. Sein großer Hit ist die "Yee", welche auch noch zum Melbourne Sound gezählt werden darf, obschon hier einige Regeln gebrochen werden, die urtypisch für das Genre sind. Zuletzt remixte Deorro die Sick Individuals & Axwell ft. Taylr Renee - mit ihrem Hit "I AM".

Man darf also gespannt sein, ob und wie sich dieser Trend noch im Jahr 2014 entwickeln wird. Da ein ähnlicher Style (HandsUp) zwischen 2003 und 2009 schon mal erfolgreich war in Deutschland, kann es durchaus passieren, dass hier mehr passieren wird. Sicher ist, dass demnächst viele deutsche Produzenten auf den Zug aufspringen werden. Da der progressive Bigroom House offensichtlich seinen Zenit überschritten hat, wird es Zeit etwas neues zu probieren...

Und zum Schluss noch ein paar weitere Tracks aus dem Genre: Melbourne Sound. Viel Spaß!

 

Über den Autor
S. Wernke-Schmiesing

Während meines Studiums gründeten wir 2008 die Dance-Charts. Als reine Musik-Promotion-Agentur gestartet, entwickelte sich die Plattform zu einem der größten Blogs und News-Portale für Dance-Musik in Deutschland. Als Chefredakteur heißt es täglich News recherchieren und Entscheidungen treffen. Neben der Tätigkeit für die Agentur bin ich regelmäßig als DJ in Clubs und Großraumdiskotheken unterwegs.

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