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Tuesday, 06. December 2016

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01
Jul
2015

LG München kommt allen YouTube-Nutzern entgegen

GEMA verliert Prozess gegen YouTube

Gefühlt seit es YouTube gibt schwelt der Streit um die musikalischen Verwertungsrechte für die auf der Plattform hochgeladenen Videos. Viele mögen der GEMA Engstirnigkeit vorwerfen, zumal sich die deutsche Musikverwertungsgesellschaft blamierte, indem es die eigenen Musikvideos inländischer Künstler oder sogar von Künstlern, die nicht einmal Mitglied der GEMA waren, sperrte. Nun hat der Streit ein vorläufiges Ende gefunden.

 

Häufige Aussetzer der Gema

Das wohl unbeliebteste Standbild in der Geschichte des Internets dürfte YouTubes freundliche Erklärung sein, dass das jeweilige Video aufgrund eines Verwertungsstreits mit der GEMA in Deutschland nicht verfügbar sei. Dies trifft netterweise auf etwa 60% aller auf der Videoplattform hochgeladenen Videos zu, die somit in Deutschland gesperrt sind. Damit liegt die Rate an gesperrten Videos um 400% höher als in Ländern wie beispielsweise dem Südsudan, Österreich, der Schweiz oder den USA. Hinzu kommt, dass hierbei massenweise Videos unberechtigt gesperrt werden. Soll heißen: Ein deutscher Künstler lädt sein eigenes Musikvideo zu Promotion-Zwecken auf der Plattform hoch, um in Deutschland – bei seinem Zielpublikum – bekannter zu werden und gleich darauf muss das Video für den Konsum in Deutschland gesperrt werden. Warum dem so ist, muss man nicht verstehen. Über andere Aussetzer wie beispielsweise die Forderung an ein Seniorenheim, für das monatliche Abhalten eines Volkslieder-Singkreises GEMA-Gebühren zu zahlen, haben wir Euch ja bereits zur Genüge informiert.

"Wir sperren jegliche Premium-Musik. Die Gema könnte das ja verhindern. Wir wissen gar nicht, über welche Rechte die Gema verfügt. Würde uns die Gema eine Liste der Lieder geben, für deren Rechte sie zuständig ist, würde uns das helfen. - Youtube-Sprecherin Mounira Latrache"

 

Niederlage vor dem LG München

Am gestrigen Dienstag musste die allseits unbeliebte Verwertungsgesellschaft – deren eigentlicher Zweck nicht einmal halb so schlecht wie ihr Ruf ist – eine epfindliche Niederlage gegen die YouTube-Betreibergesellschaft Google einstecken. Vor dem Landgericht München wurde bis in die späten Nachmittagsstunden der Schadensersatzprozess, der einen Streitwert von 1,6 Millionen Euro hatte, verhandelt. Bislang veröffentlichte das Gericht keine Urteilsbegründung, sondern lediglich die Abschmetterung der Schadensersatzklage der GEMA – exemplarische 1,6 Millionen Euro, errechnet aus 1000 beispielhaften Videos, wobei der GEMA jeder Abruf dieser Videos 0,375 Cent wert gewesen wäre – die rechtliche Begründung wird jedoch in den kommenden Tagen erwartet.

Zuvor hatte die GEMA einen moralischen Sieg gegen Google erreungen – die berüchtigte Meldung, die anstelle jedes gesperrten Videos angezeigt wird, muss nun abgewandelt werden, da sich die GEMA in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt fühlt – ein immaterieller Image-Schaden, der wohl nicht wieder gut zu machen ist. In dieser Woche wird ein Urteil in einem ähnlich gelagerten Fall vor dem Hanseatischen Landgericht in Hamburg erwartet.

YouTube Gema Urteil

Quelle: welt.de

 



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