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Sunday, 11. December 2016

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28
Jun
2016

Die Superstars aus Berlin im Gespräch

Aka Aka im Interview

Aka Aka waren am letzten Samstag im Weidendamm in Hannover zu Gast. Kurz vor ihrem Auftritt in der Eventreihe Frühlicht standen uns die beiden DJs und Produzenten Rede und Antwort. In unserem Interview geht es um ihr aktuelles Album „Connected“, genauso wie um das tägliche Leben auf Tour. Die beiden Musiker, die sich irgendwo zwischen Deep House und Techno bewegen, lassen natürlich auch die Frage nach neuer Musik nicht unbeantwortet. Wer am Wochenende bei der Show war, kam sogar schon in den Genuss der nächsten großen Platten.


Aka Aka aka Berlin und Elektronisch

Aka Aka sind Johannes „Hannes“ Bergheim und Holger Kampling. Nach vielen Jahren solo fanden sich die beiden Musiker 2009, wenig später folgten bereits die ersten großen Tracks, die unter anderem auf Oliver Koletzkis Label Stil vor Talent erschienen. Ein Jahr später dann begann die Zusammenarbeit mit dem Trompeter David Thalmeier alias Thalstroem. Gemeinsam erschien 2011 das überaus erfolgreiche Debütalbum „Varieté“ über ihr eigenes Label Burlesque Musique.

Seither tourt das Duo um die Welt. Mal als Live-Act gemeinsam mit Thalstroem und mal solo, so wie auch am vergangenen Wochenende im Weidendamm. Bei ihren DJ-Sets wird vor Genre-Grenzen nicht Halt gemacht, von Deep House bis Melodic Techno, alles was elektronisch ist und groovt wird gespielt.

Ein bisschen aus der Reihe springt da ihr zweites und aktuelles Album „Connected“, doch lies am besten einfach selbst, was die beiden dazu zu sagen haben.

Aka Aka im Interview


Aka Aka im Interview

 

Dance-Charts: Moin Holger, moin Hannes! Wie geht es Euch, wie ist die Tour so?

Aka Aka (Hannes): Mahlzeit! Super, wir sind zwar gerade nicht konkret durch das Album auf Tour, wir sind eigentlich immer auf Tour! Ab und zu machen wir dann mal nen Monat oder sechs Wochen am Stück blau, wie jetzt im letzten Januar und im nächsten Januar dann auch wieder. Ansonsten sind wir eigentlich das ganze Jahr über auf Tour. Wir waren viel in Deutschland unterwegs, aber auch in Brasilien oder Ibiza. Es geht dann dieses Jahr noch nach Bangkok und Singapur und noch ein zweites Mal nach Brasilien. Ansonsten sind wir jedes Wochenende unterwegs und unter der Woche im Studio - ganz fleißig neue Tracks produzieren.

Dance-Charts: In der Szene seid Ihr eigentlich sehr bekannt - aber wenn Euch jemand doch noch nicht kennt, was macht Aka Aka aus?

Aka Aka (Holger): Ich glaube musikalisch sind wir immer ganz gut zu erkennen. Also ich kann das schwer beurteilen, wir machen die Musik ja, mir wird aber immer gesagt, uns erkenne man gut am Sound, wir haben irgendwie einen ziemlich eigenen Sound.

Dance-Charts: Thalstroem?

Hannes: Ja, wobei, erstmal glaube ich, der Groove und der Beat und die Bassline. Die Samples - das sind ja wir - wir spielen immer wieder lustige Samples ein. Wir nehmen uns selber auch nicht zu ernst und zwingen uns, oh, wir müssen jetzt einen bestimmten Sound machen. Wir dürfen halt alles musikalisch denken und machen so unser Ding!

Holger: Und David bringt natürlich die Melodie rein, das ist ja klar!

Dance-Charts: Heute spielt Ihr ja solo, häufig seid ihr auch mit David unterwegs, welche Sets sind denn die Besseren?

Hannes: Natürlich immer genau das Set vom Abend, das ist natürlich grade das Beste. Wir mögen die Abwechslung, nicht nur beim Produzieren, sondern auch beim Spielen. Es kommt immer total darauf an, wir mögen die ganz großen Dinger mit 10.000 Leuten vor dir auf einem Festival, wo es total abgeht, aber eben auch das Persönliche. Am Liebsten, wenns im Club ist, vielleicht so 5 Zentimeter höher, so, dass die Leute dich sehen, aber schon auf einer Ebene mit dir sind.

Holger: Na schon eher 50.

Hannes: Holger 50, ich 5, David eher so 5 Meter. Da sind wir dann auch individuell, wir mögen es aber, an den Leuten dran zu sein.

 

Dance-Charts: Das Weidendamm ist der Club für elektronische Musik in Hannover schlechthin. Was ist denn Euer Lieblingsclub in Deutschland oder in der Welt insgesamt?

Hannes: So einen richtigen Lieblingsclub haben wir eigentlich nicht.

Holger: Es gibt Lieblingsabende, hunderte verschiedene. Es wäre jetzt auch vermessen, irgendeinen davon auszusuchen, wir mögen ganz, ganz viele Partys.

Hannes: Das Ganze ist auch immer temporär, wenn es heute geil ist kann es morgen auch wieder scheiße sein. Weidendamm natürlich nicht, der ist ja immer geil! Die elektronische Musik lebt davon, dass sie sich entwickelt und so entwickeln sich auch die Clubs. Da geht man dann vielleicht irgendwann auch mal andere Wege.

Holger: Es gibt halt gute und schlechte Abende. Wir haben aufgegeben zu sagen, heute spielen wir da, das wird geil oder das wird scheiße, das kannst du vorher nicht mehr sagen. Du kannst überall überrascht werden.

Hannes: Solange man sich als Club oder als Künstler dann auch mal eine zweite Chance gibt, ist alles gut.

Dance-Charts: Habt Ihr schon mal vor einer total leeren Tanzfläche gespielt und wie war das?

Holger: Meinst du als Aka Aka oder meinst du allgemein? Wenn du allgemein sagst, wir haben ja das komplette „Local-Fuck-Up“ durch, wo du dann echt vor fünf Leuten ein Zehn-Stunden-Set gespielt hast.

Hannes: Das war total geil, weil du hast fünf Leute gehabt, fünf Gäste! Als wir angefangen haben aufzulegen waren wir zwei ganz kleine Lichter, da war das toll oder?

Holger: Auf jeden Fall! Ich hab immer Sonntags, wann war das, 2004, in so einem kleinen Afterhour-Laden gespielt. Dann auch tatsächlich um zehn Uhr abends angefangen und einfach gespielt. Irgendwann hattest du dann mal 20 Leute da, dann waren es 30, dann auf einmal nur noch drei. Da hast du ne Stunde gewartet und hast plötzlich wieder 40 gehabt. Das war eine großartige Zeit, damals habe ich auch auflegen gelernt, das ist eben nicht auf der großen Bühne passiert.

Hannes: Als Aka Aka gab es mal einen Gig in Berlin, der war ausgelegt auf 5000 Gäste zu einer Jugendmesse. Irgendwie hat es der Veranstalter nicht einmal geschafft, da 50 hinzukriegen.

Holger: Er hat auch einfach null Werbung gemacht.

Hannes: Keine Werbung und so, das war ziemlich komisch. Die Nacht haben wir dann später noch im Arena Club gespielt, wo es rappelvoll war und richtig geil. Auf so einer riesigen Bühne zu stehen und für diese 50 Leute dann aber die Show runterzureißen, war dann irgendwie auch echt witzig.

Holger: Grade da gibt man dann auch nochmal 10% mehr, denn die 50 Leute, die es dann wirklich in den Raum geschafft haben, die willst du dann auch glücklich machen.

 

Dance-Charts: Euer letztes Album „Connected“ ist jetzt nicht mehr das brandneuste, aber dennoch, was verkörpert die Platte und wie ist sie entstanden?

Hannes: Für uns war es auf jeden Fall eine Weiterentwicklung von unserem Debütalbum „Varieté“. Dabei war es uns wichtig, dass wir uns als Künstler mit dem Ding identifizieren. Den Sound, den wir hatten, weiterentwickeln und nicht etwas komplett Neues machen. Musikalisch von der Produktion alleine, wenn wir uns diese beiden Nummern anhören, „Varieté“ und „Connected“, dann hören wir eine Weiterentwicklung für uns, das war uns wichtig.

Holger: Wir haben viel mit Melodien und mit Sängern gespielt beim neuen Album. Einfach auch, um es mal gemacht zu haben. Von der Produktion her ist es eine andere Arbeitsweise, da freut man sich auch tierisch im Studio, mal neue Wege zu gehen. Jetzt gerade die nächsten EPs, die kommen, werden dann aber auch wieder ein bisschen mehr auf die Mütze gehen.

Dance-Charts: Was ist denn konkret in der Pipeline gerade?

Hannes: Wir haben ein paar Tracks, die wir bereits getestet haben. Zum Beispiel „Miss Piggys Butcher“...

Holger: ...oder „Mario on Acid“...

Hannes: An den Titeln hört man schon, das sind wieder ein bisschen mehr Bummslieder. Wir haben einfach jetzt Bock nach dem Album, welches eher zum Zuhause hören gedacht war, auch wieder für den Club zu produzieren. Da sind wir gerade ein bisschen am Gucken und Ausprobieren, da wird auf jeden Fall noch einiges dieses Jahr kommen!

 

Dance-Charts: Wenn Ihr mal nicht tourt, habt Ihr da irgendwelche Lieblingsserien oder irgendwelche Sportarten, was macht Ihr da so?

Holger: Also Serientechnisch haben wir so ziemlich alles durch, was es bei Netflix, Amazon Prime, Watchever oder iTunes gibt.

Hannes: Besonders Amazon Prime zum Beispiel, weil du da eben auch offline gucken kannst. Wir sind halt viel unterwegs, da hat man viel Zeit die Landschaft zu genießen oder eben aufs iPad zu gucken.

Holger: Wenn du fünf Mal die gleiche Strecke mit dem Zug gefahren bist, dann willst du nichtmehr rausgucken sondern fixierst dich auf andere Sachen. Mindestens einer von uns dreien hat eine Serie schon gesehen, wenn man ins Gespräch kommt.

Hannes: Was guckst du grade Holger?

Holger: „Preacher“

Hannes: Holger guckt „Preacher, ich gucke eher „Game of Thrones“ oder so.

Holger: Hannes guckt eigentlich Frauenkochshows!

Hannes: Ansonsten, Bootfahren, Holger fährt ganz viel Boot und ich züchte meine Tomaten.

Holger: TOMATEN! Ein Ausrufezeichen!

Dance-Charts: Wer wird denn Fußballeuropameister 2016?

Hannes: Ist grade Europameisterschaft Fragezeichen?

Dance-Charts: Grade ist Europameisterschaft Ausrufzeichen.

Hannes: Ach das ist dieses EURO 2016! Ich musste es wirklich googlen, ich wusste nicht, was das sein soll.

Holger: Nee also natürlich Deutschland!

Dance-Charts: Was war denn die verrückteste Partynacht, die Ihr je erlebt habt?

Holger: Oh Gott! Eigentlich sind es die, an die du dich nicht mehr erinnern kannst. Dann weißt du, das war die Nacht. Aber dann kann ich Dir auch nicht erzählen wo sie war, weil ich mich nicht erinnern kann.

Hannes: Wir haben irgendwann mal in so einer Kirche aufgelegt! Das war total skurril. Wo war das? In der Schweiz.

Holger: Nee aber das war jetzt nicht die Beste. Das war strange, zu der Zeit habe ich noch geraucht und ich durfte in der Kirche nicht rauchen. Deshalb habe ich es so ziemlich gehasst.

Hannes: In der Schweiz sind eigentlich zu der Zeit als wir noch geraucht haben echt witzige Sachen entstanden. Wir sind zum Beispiel fast aus einem Club rausgeflogen, weil wir am DJ-Pult geraucht haben, wir haben halt auf unsere Künstlerfreiheit gepocht. Da wollte uns ein Veranstalter Jahre später wieder in den Club buchen. Dann kriegen wir eine seitenlange Abfuhr vom Club mit der Argumentation, dass wir es uns als Deutsche doch nicht erlauben dürfen in der Schweiz zu rauchen, wenn die Rauchverbot haben. Deshalb hätten wir jetzt lebenslanges Hausverbot in dem Club und bräuchten es auch gar nicht mehr versuchen, da zu spielen.

Dance-Charts: Wo kann man solche krassen Partystorys denn demnächst mit Euch erleben?

Hannes: Wo sind wir denn jetzt in der nächsten Zeit?

Holger: Love Family Park nächste Woche, dann Eulenhorst nächste Woche und dann in Passau nächste Woche, mehr weiß ich grade auch nicht.

Hannes: Eine Bootstour machen wir in Passau, das wird glaube ich ganz lustig, nächsten Donnerstag. Aber ich gucke einfach mal in den Kalender.

Holger: Nature One, SMS haben wir.

Hannes: Die Klassiker halt, Parookaville sind wir am Start, Sea You Festival. Pratersauna in Wien, Zuckerbrot & Peitsche in Regensburg. Panama in Köln ist zum Beispiel auch sehr witzig. Da haben wir zum Beispiel überhaupt nicht mit gerechnet, wir kannten das nicht, vor ein paar Jahren waren wir das erste Mal da. Wir dachten, ach, so ein kleines Open Air am Rhein. Kommen wir da hin, gehen auf die Bühne, ist eine riesen Bühne und da stehen einfach 10.000 Leute. Da denkst du dir, wo kommen die denn her?

Dance-Charts: Vielen Dank für das Interview! Habt Ihr noch ein paar Worte an Eure deutschen Fans?

Hannes: Vitus ist der Beste! Ich grüße meine Mama und alle meine Fans!

Holger: Free!

Hannes: Free for Everything!

Interview: Vitus Benson

 



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