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MITTWOCH, 16. August 2017

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30
Mai
2017

Hier wird über die Hits entschieden

Report: IMS 2017 auf Ibiza

Report: IMS 2017 auf IbizaIMS 2017 - Podiumsdiskussion

Täglich werden tausende neuer Titel auf der Welt veröffentlicht, darunter ein bedeutender Anteil im Dance-Genre. Aber nur wenige Lieder werden wirkliche Hits. Wo werden die Weichen für diese erfolgreichen Releases gestellt? Wer entscheidet über den Erfolg einer Platte? Wo kann man Musikhistorie live erleben? Die Antworten auf diese Fragen gibt ein Besuch der Messe IMS auf Ibiza.


International Music Summit

Die International Music Summit (abgekürzt IMS) ist eine der angesagtesten Musikmessen der Welt. Erfunden und präsentiert wurde sie erstmalig 2007 vom legendären britischen DJ und BBC-Moderator Pete Tong, der wöchentlich in seiner Radio-One-Show die neuesten Hits und Trends einem riesigen internationalen Publikum vorstellt. In ihrer nunmehr zehnjährigen Laufzeit hat sich die IMS zur Aufgabe gemacht, elektronische Musik sowie deren Künstler, Kunstformen, Historie, Trends und vieles mehr auf lehrhafte, inspirierende und motivierende Art zu fördern. Was 2007 mit ca. 100 Teilnehmern begann, hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der besten Business-Messen der Welt entwickelt, die sich eben nicht (wie in Miami) in einer einzigen ausufernden Party verliert und zudem auch nicht (wie in Amsterdam) über eine gesamte Stadt verteilt. Im Hard Rock Hotel kommt die Branche zusammen und vereint DJs, Künstler und Label-Betreiber für eine dreitägige Reise durch Vergangenheit und Zukunft der elektronischen Musik.


Ibiza als Location

Dabei ist Ibiza als Location perfekt für die Veranstaltung. Die Insel kann ohnehin auf eine Partykultur zurückblicken, die in den siebziger Jahren begann, sich aber vor allem ab Anfang der neunziger Jahre ständig perfektionierte und heute zu einer der besten Party-Locations der Welt gehört. Clubs wie Amnesia, Pacha, Ushuaja, Privilege und viele mehr sind über die Grenzen Spaniens bekannt und ziehen jährlich hunderttausende Partybegeisterte in ihren Bann. Es lag also nahe, dieses Territorium als Veranstaltungsort für eine Messe zu wählen, die die Kultur der elektronischen Musik ehrt und fördert. Beheimatet im angesagten Hard Rock Hotel an der Playa d’en Bossa findet man alles, was das Messe-Herz begehrt: ruhige Plätze am Strand für längere Besprechungen, das emsige Treiben der Labelbosse und Künstler rund um die Pool-Areas oder den Beach Club, das große Convention Center für Vorträge und Panels, dazu direkt die Unterkunft für alle Anwesenden.

IMS 2017 02


IMS 2017

Die IMS wurde in der vergangenen Wochen abgehalten und konnte auch in diesem Jahr wieder vollständig überzeugen. Dabei ist es der Wechsel zwischen hautnah erlebter Musikhistorie, dem üblichen geschäftigen Treiben der Musikbranche und der einzigartigen Atmosphäre der Insel, der das Feeling der IMS ausmacht. So trifft man nicht nur die Bosse von Spinnin’ Records, Kontor Records, Armada, Sony, Disco:Wax und vielen anderen wichtigen Labels persönlich am Pool (oder auch gerne mal beim Frühstück), man läuft auch Legenden wie Kenny Dope & Little Louie Vega (aka The Bucketheads – „These Sounds Fall Into My Mind“) am Fahrstuhl über den Weg, zwei DJs und Produzenten, die dem jungen EDM-Fan vielleicht nicht direkt etwas sagen, die aber mit ihren unzähligen Produktionen gerade zum Anfang der 90er einen massiven Einfluß ausgeübt haben und der Housemusik, wie wir sie heute kennen, entscheidende Impulse gegeben haben. Interessiert man sich für Vorträge und Diskussionsrunden, so muss man sich zwischen einer großen Anzahl verschiedener, hochkarätiger Themen entscheiden, angefangen vom Spotify-Playlisten-Panel über „Elektronische Musik gegen Tiersterben“ bis hin zu Marketing-Tipps für soziale Medien, musikgeschichtliche Beiträge und Interviews, Diskussionsrunden der Ibiza-Club-Betreiber und vieles mehr.


Will man seine Musik ans richtige Label bringen, so kann man hier Termine mit den richtigen Leuten machen, denn fast alle namhaften Labels sind anwesend, zudem auch die richtigen Promotion-Firmen, Managements usw. Man kann aber auch gar keine Termine machen und sich einfach nur „auf ein Bier“ mit den Leuten am Pool treffen. Die IMS ist ein Paradebeispiel für eine entspannte Messe.

Auch in diesem Jahr wurden wieder viele Hits gehandelt und gehypt, viele Mitläufer abgelehnt, Marketingstrategien besprochen, Geschäftsbeziehungen aufgebaut oder vertieft, Kontakte ausgetauscht. Der geneigte Musikfan konnte - auch wenn er vielleicht nicht jeden Anwesenden kannte oder sich dessen Position bewusst war - schnell merken, dass hier über „hop oder top“ bei vielen Themen entschieden wurde. Die Weichen für die nächsten musikalischen Monate wurden hier gestellt, und man kann gespannt sein, welcher internationale Chart-Hit in der vergangenen Woche auf Ibiza „geboren“ wurde.

Zudem wurde die Eröffnung des Open-Air-Bereichs des Nachbar-Hotels Ushuaja ausgiebig zelebriert sowie die Eröffnung des Space-Nachfolgeclubs „Hi Ibiza“, der im Vorfeld als neuer Luxus-Super-Club der Insel angekündigt wurde. Es wurden also ebenso die Weichen für den Sommerbetrieb der Partyinsel gestellt, und es bleibt spannend zu sehen, welche Trends und Partys in diesem Jahr das Rennen bei den Fans elektronischer Musik machen werden.

IMS 2017 05

http://vg02.met.vgwort.de/na/118e8eb1735443298f97df157bde0266

 



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