Was verdienen die TOP-DJs?
Hand aufs Herz: Wenn der Bass einsetzt, das Feuerwerk den Nachthimmel erleuchtet und 50.000 Menschen gleichzeitig in die Luft springen, denkt niemand an Geld. Aber sobald die letzte Konfetti-Kanone verschossen ist, regiert das Business. Die Gagen der Top-DJs sind eines der am besten gehüteten Geheimnisse der Musikindustrie. Wir haben die Zahlen gecheckt und verraten, was Calvin Harris, Tiësto und die neue Techno-Elite wirklich pro Gig aufrufen.
Es ist eine surreale Welt. Während Newcomer oft froh sind, wenn die Reisekosten gedeckt werden, operieren die „Big Player" in Dimensionen, die selbst Hollywood-Stars blass aussehen lassen. Doch man muss differenzieren: Es gibt DJs - und es gibt globale Marken.
An der einsamen Spitze thront seit Jahren ein Schotte: Calvin Harris. Er hat das Spiel verändert. Harris ist nicht nur ein DJ, er ist eine Hit-Maschine. Seine exklusiven Residency-Verträge in Las Vegas (z. B. im Hakkasan oder Omnia) haben die Messlatte für Gagen neu definiert. Wer ihn für ein Festival buchen will, muss tief in die Tasche greifen. Unter einer Million Dollar - oft sogar bis zu 1,5 Millionen für One-Offs - bewegt sich hier kaum ein Fader.
In einer ähnlichen Sphäre schweben The Chainsmokers. Das US-Duo hat den Crossover zwischen Pop und EDM perfektioniert. Ihre Gagen rechtfertigen sie nicht durch Turntablism-Skills, sondern durch puren Chart-Erfolg. Sie ziehen ein Publikum an, das sonst vielleicht gar nicht auf ein Elektro-Festival gehen würde.
Eine Stufe darunter - aber immer noch im Bereich eines Einfamilienhauses pro Abend - finden wir die Ikonen. David Guetta oder Tiësto sind „Safe Bets" für jeden Veranstalter. Wenn ihr Name auf dem Plakat steht, verkaufen sich die Tickets fast von selbst. Guetta selbst erklärte kürzlich in Interviews ganz offen, dass seine Gage (die oft zwischen 250.000 und 500.000 Euro liegt) eigentlich ein Schnäppchen sei - gemessen an dem Umsatz, den er dem Veranstalter bringt.
Auch Martin Garrix, der seinen „Wunderkind"-Status längst gegen etablierte Weltklasse eingetauscht hat, spielt in dieser Liga. Seine Shows sind technisch so aufwendig, dass ein Teil der Gage direkt wieder in die Produktion fließt.
Interessant ist die Entwicklung der letzten zwei Jahre. Während die klassischen EDM-Gagen stagnieren oder sich auf hohem Niveau eingependelt haben, explodieren die Preise im Techno- und House-Bereich. Fisher oder Charlotte de Witte sind die neuen Headliner. War Techno früher der günstige „Dark Room"-Sound, rufen Top-Acts wie Charlotte de Witte oder Peggy Gou mittlerweile Gagen auf, die vor fünf Jahren noch undenkbar waren - wir sprechen hier von 100.000 Euro und mehr für Top-Slots.
Wusstest du, dass die Gage nicht gleich der Gewinn ist? Von den genannten Summen gehen oft 20 % an das Management, weitere Prozente an Booking-Agenturen sowie Kosten für Privatjets, Hotels und eine oft zehnköpfige Crew (Tourmanager, VJ, Fotografen) ab. Was am Ende auf dem Konto landet, ist „nur" ein Bruchteil - wenn auch ein sehr stattlicher.
| # | Artist & Genre | Gage pro Booking |
|---|---|---|
| 1 |
Calvin HarrisPop / EDM
|
750k € - 1.0M €+ |
| 2 |
The ChainsmokersPop / EDM
|
600k € - 900k € |
| 3 |
David GuettaMainstream
|
350k € - 600k € |
| 4 |
TiëstoEDM / House
|
300k € - 500k € |
| 5 |
MarshmelloBass / Pop
|
300k € - 500k € |
| 6 |
Martin GarrixProgressive
|
300k € - 450k € |
| 7 |
ZeddElectro / Pop
|
250k € - 400k € |
| 8 |
DiploHouse / Bass
|
150k € - 300k € |
| 9 |
Steve AokiEDM
|
150k € - 250k € |
| 10 |
SkrillexDubstep
|
150k € - 250k € |
| 11 |
AfrojackDirty Dutch
|
100k € - 200k € |
| 12 |
AlessoProgressive
|
100k € - 200k € |
| 13 | 100k € - 200k € | |
| 14 |
HardwellBig Room
|
100k € - 200k € |
| 15 |
DV & Like MikeBig Room
|
100k € - 200k € |
| 16 |
DJ SnakeTrap / Pop
|
100k € - 200k € |
| 17 |
FisherTech House
|
100k € - 250k € |
| 18 |
Charlotte de WitteTechno
|
80k € - 150k €+ |
| 19 |
Peggy GouHouse / Pop
|
80k € - 150k € |
| 20 |
Alan WalkerEDM
|
80k € - 150k € |
*Hinweis der Redaktion: Die angegebenen Summen basieren auf Branchenschätzungen, Forbes-Analysen und Insider-Informationen. Die tatsächlichen Gagen variieren je nach Art des Events (Festival vs. Club), Standort und Zusatzvereinbarungen. Quellen: Celebrity Talent International (CTI), Seattle Entertainment Group (Seattle Talent Buying), BnMusic Artists, Furtados School of Music, EDM Sauce.