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Thursday, 08. December 2016

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04
Mai
2015

Warnung vor dem Kauf dieser EP!

David Guetta, Afrojack & Nicki Minaj - Hey Mama » Remix EP

Am 4. Mai veröffentlichte David Guetta auf Beatport die Remix-EP von „Hey Mama“, einem Song, den er gemeinsam mit Afrojack und Nicki Minaj für sein letztes Studioalbum „Listen“ produziert hatte. Zwar konnte das Original nicht so hoch in den Charts steigen wie andere Produktionen auf dem Album, doch erhielt es ein weitgehend positives Feedback und wurde als einer der besten Tracks auf der Platte eingestuft.

 

Die Remixer

Wirklich bekannt sind lediglich zwei der auf der EP vertretenen Remixer, nämlich Afrojack und GLOWINTHEDARK. Erstgenannter hatte bereits an der Produktion des Originals mitgewirkt und wollte dem Song wohl einen typischen Afrojack-Sound geben. GLOWINTHEDARK hingegen trat bei einer anderen Single von David Guetta, die im Vorfeld des Albums veröffentlicht worden war, als Co-Produzent in Erscheinung, nämlich „Ain't A Party“. Noodles ist eher unbekannt und kann lediglich einige kleinere Electronica-Releases auf unbedeutenden Labels verzeichnen, während die Modern Machines ihrem Namen alle Ehre machen und eher abgehobene Progressive- und Electro-House-Tracks produzieren.

DJ LBR wird ebenso wenigen ein Begriff sein, seine Bisherigen Produktionen zeichnen sich allerdings immerhin durch einen erfrischend anderen Sound aus, wobei er gern auf Samba-Rhythmen und fernöstliche Tonfolgen zurückzugreifen scheint. Ebenfalls ein großes Fragezeichen dürfte hinter dem Namen „Club Killers“ stehen. Diese Produzenten sind absolute Newcomer, konnten aber immerhin eine solide Single im Future-House-Stil veröffentlichen, die sich allerdings mangels Bekanntheit der Produzenten nur mäßig verkaufte.

 

Tracklist:

 

Die Remixe

So kreativ diese Überschrift im Vergleich zur letzten erscheinen mag, die Remixe versprechen ein Vielfaches an Abwechslung, was allerdings mitnichten mit Qualität gleichzusetzen ist. Die wohl größte Enttäuschung auf der Remix-EP geht von Afrojacks Neuinterpretation aus. Ein wenig am Pitch gedreht, einen unlogischen Loop dazugesetzt, um einen Electro-Drop der billigsten Sorte zu erzeugen und daraufhin ein mehr als fraglicher Abklatsch seines Tracks „Turn Up The Speakers“. Man sollte erwarten, dass von einem so erfahrenen Produzenten wie Afrojack mehr Kreativität ausgeht, als das, was er hier zeigt. Das Peinlichste daran: Intro und Outro scheinen tatsächlich komplett aus „Turn Up The Speakers“ übernommen worden zu sein. Der Remix gleicht einem misslungenen Mashup, mit Sicherheit keiner würdigen Neuinterpretation.

GLOWINTHEDARK bleibt ebenfalls seinem Stil aus früheren Produktionen treu, hier passt es aber zumindest auf das Original. Die gesetzten Loops und Effekte zerstückeln das Lied ein wenig, werden aber dadurch dem Trap-Charakter des Originals gerecht. Der neue Drop passt im Gegensatz zu Afrojacks Versuch recht gut zum Kontext des Songs und ist in einen glatten Breakdown eingegliedert. Dieser Remix dürfte wohl der einzige vernünftige auf der EP sein.

Die Club Killers belassen den Mainpart des Songs komplett und fügen einen mehr als fragwürdigen Trap-Drop ein, dessen Tonart eher nicht zu der des Rests passt. Bei allem Respekt, aber das geht besser, auch wenn die Idee des Trap-Drops gut war.

Die Modern Machines zeigen zumindest guten Willen und setzen anstelle des Original-Drops einen melodischen Progressive-House-Drop, der zwar eben sowenig wie fast alle übrigen zum Track passt, aber für sich allein genommen überzeugen kann. Merkwürdig ist nur, dass die Vocals sehr weit heruntergepicht werden und so fast lächerlich klingen. Weder Fisch noch Fleisch, aber zumindest klingt dieser Remix gut.

Noodles scheint bei der Produktion seines Remixes wohl eine Zeitreise ins Jahr 2013 gemacht zu haben. Ein nicht nachvollziehbarer Loop von „You play my drum like dum di di dey“ führt zu einem Bigroom-Drop, der gut auch von Martin Garrix aus dem Jahr 2013 stammen könnte - siehe dazu auch:

Auch dieser Drop passt überhaupt nicht zu dem Song und erhält für seine Kreativität ein „ungenügend“. Aber ebenso wie bei den Modern Machines ist er zumindest eingängig.

Wer DJ LBR kennt (es wird davon ausgegangen, dass das bisher eher wenige waren), der weiß um seine Vorliebe für Samba-Rhythmen. Und – oh Wunder, oh Wunder – auch in seiner Interpretation von „Hey Mama“ gibt es Passagen, die diesem rhythmischen Schema folgen. Abgesehen davon und  dass er die Vocals etwas umgesetzt hat, sind allerdings keine großen Unterschiede zum Original feststellbar. Nunja, wenigstens konnte er so nur wenig falsch machen.

David Guetta, Afrojack & Nicki Minaj - Hey Mama  » Remix EP

 

Fazit: Es ergeht eine explizite Warnung vor dem Kauf dieser EP. Einfach schamlos, wie lieblos gemachte Remixe da in den Handel gelangen. Wenn überhaupt, dann ist zumindest der GLOWINTHEDARK-Remix ein kleiner Lichtblick. An David Guetta: Bitte in Zukunft erst einmal probehören (lassen), bevor so etwas in den Handel gelangt.

 

 



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