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28
Mai
2015

Kategorie: Totale Vernichtung

Dyro - Pure Noise

Ich schicke dieser Rezension gleich voraus: Die Unterüberschrift wird dem armen Track nicht wirklich gerecht. Was Dyro anpackt, das gelingt, wie seine Fans zu bestätigen wissen. Den meisten Hörern wird „Pure Noise“ zwar wohl zu abgehoben sein, jedoch hat Dyro hier mal wieder ein Meisterstück abgeliefert. „Pure Noise“ erscheint am 9. Juni auf Dyros eigenem Label Wolv Records.

 

Dyro

Müssen wir ihn eigentlich noch einführen? Dyro – bürgerlich Jrdy Van Egmond – ist ein niederländischer DJ, der insbesondere durch die starke Förderung seitens seines guten Freundes Hardwell bereits in jungen Jahren Berühmtheit erlangte. Bis Anfang des Jahres war er einer der Stammproduzenten von Hardwells Label Revealed Recordings, bis er sein eigenes Label „Wolv Recordings“, benannt nach einem seiner Hits namens „Wolv“, eröffnete. Sein Sound ist nur schwer einzuordnen, weil Dyro als Perfektionist gilt und jeden seiner Tracks einzigartig gestalten möchte.

Dabei hält er sich nicht mit Genres auf, sondern erkundet über die Grenzen des House hinaus auch Genres wie Trap (wie in seiner Single „Foxtrot“). Dyro gilt neben Dannic als einer der engsten Freunde von Nummer-1-DJ Hardwell; dieser erklärte jüngst in einem Interview, dass er in Dyro seinen liebsten Studiopartner sehe, da er stets für Innovationen offen ist. In einem Interview mit dem DJ Mag gab Dyro seinen Fans die Hoffnung, möglicherweise künftig gemeinsam mit Dannic und Hardwell eine Supergroup im Stile der Swedish House Mafia zu bilden.

 

Pure Noise

Pure Noise wurde erstmals von Hardwell als ID-Track während seines Mainstage-Sets auf dem Ultra Music Festival 2015 in Miami gespielt. Fans vermuteten lange Zeit, dass der Track entsprechend Dyros Ankündigung, trotz der Gründung seines eigenen Labels auch hin und wieder Tracks auf Revealed Recordings zu veröffentlichen, auf Hardwells Label veröffentlicht werde. Letztendlich feierte „Pure Noise“ seine offizielle Premiere in der 218. Ausgabe von Hardwells Podcast „Hardwell On Air“ am vergangenen Freitag. Der Track beginnt mit einem wahrhaft epischen Buildup: Ein umgekehrter Tapestop leitet die akkordarme Melodie ein, wobei Spannung dank einer perfekt eingepassten Bassline mit jedem Takt weiter ansteigt.

Hierbei kommt ein erfrischend anderer Synthesizer zum Einsatz, in dem sich verschiedenste Elemente wiederfinden. Hinterlegt wird der Buildup von diffusen weiblichen Vocals, die genausogut der Filmmusik zu Klassik-Epen wie „Troja“ oder „Alexander“ entstiegen sein könnten. Typische Hardstyle-Fills sorgen für ein Weltklasse-Zusammenspiel, während die leicht schiefe Harmonie ihr Übriges tut.

Besonders witzig sind die über die Drops und den zweiten Mainpart verstreuten Vocals wie das titelgebende „This is pure noise!“, „Bullshit!“ oder auch „This music is just fucking stupid!“, mit denen sich Dyro über seinen eigenen Track lustig zu machen scheint.

Der Drop ist nichts für schwache Nerven und eher Geschmackssache. Manch einer würde hier von einem „fetten Brett“ sprechen, ich kann nur sagen, dass er einen Club zu jeder Zeit zum beben bringen kann. Abermals ein Synthesizer der Kategorie „einfach anders“ baut einen wuchtigen Hardhouse-Drop auf, dessen pure Power für eine ganze Energiewende reichen würde.

Dyro - Pure Noise

 

Fazit: Vielleicht nicht unbedingt jedermanns Sache, aber dennoch einfach ein Meisterstück unseres Freundes Dyro. Gern mehr aus der Richtung. „Pure Noise“ hält zwar nicht ganz, was der Titel verspricht, dürfte in der aktuellen Festival-Saison aber für die ein oder andere Eskalation sorgen, so viel steht fest.

 

 



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