Dance-Charts

Das Portal für Musik-News, Charts und DJ-Promotion

Thursday, 08. December 2016

USER-AREA LOGIN


19
Aug
2015

…immer wieder „Infinity“

Was macht eigentlich…Guru Josh ?

Dü-Düdüüüüü-Dü-Dü --- Das Saxophfonsolo ist wohl das bekannteste der EDM. Wer es hört, sagt sofort: „Kenn ich.“ Oder direkt: „Guru Josh Project“. Dabei ist genau dieses Saxophonsolo nicht von Paul Walden (so der bürgerliche Name von Guru Josh), sondern von seinem Co-Writer Mick Weston. Die Intonation des Saxophons liegt mit punktierten Noten scheinbar neben dem Beat, wird aber immer wieder eingefangen und erzeugt so eine großartige Spannung, die einfach zum Tanzen animiert. Infinity ist tatsächlich schon aus dem Jahre 1989 und stieg sehr erfolgreich 1990 in die Charts in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien (dem Heimatland des gelernten Zahnarztes) ein. Top 10 in allen Ländern und ein Platz 9 in den deutschen Jahrescharts.

 

One Hit Loser

Das übrige Album, das auch Infinity heit, bekam ordentliche Ohrfeigen aus den Reihen der Kritiker. Gerade der Versuch Musikklassiker wie „Popcorn“ und „Louie, Louie“ in den blutjungen EDM-Bereich (damals hieß er z.B. „Acid“, „Acid-House“ oder „Rave“) zu bringen misslang völlig. Die Cover-Versionen wirken träge und gewollt. Trotzdem hatte Paul Walden einigen Erfolg in der Szene, in der er Platten auflegte und dies mit live eingespielten Keyboard-Parts verknüpfte. Als er sich jedoch in einem Interview als Anhänger der „Conservative Party“ bekannte, verlor er das Gleichgewicht in der Rave-Szene, die mit der Underground-, Lesben- und Schwulen-Szene sehr progressiv liberal war. Guru Josh fiel in der musikalisch immer härter werdenden Rave-Szene durch.

 

Hallelujah Chorus

Wenig beachtet war jedoch ein weiterer Track, der seiner Zeit ein Jahr voraus war. Im Schatten von Infinity findet sich auf der gleichen LP auch „Hallelujah“. Ein etwas holperiger Versuch, aber doch ein lupenreiner Techno-Tune im Breakbeat/New Beat Bereich und damit ein ebenso großer Klassiker wie "T99 – Anasthasia", "Altern 8 – E-Vapor-8" oder die frühen The Prodigy, wie "Everybody Is In The Place". The Prodigy hat dann, mit ihrem ganz eigenen Sound (den sie bei „Invaders Must Die“ wieder haben aufleben lassen) ihren eigenen Weg gefunden. Doch auch die anderen Bands und Projekte sind als „One-Hit-Wonder“ wieder in anderen Projekten oder als Produzenten verschwunden.

 

…und täglich grüßt das Murmeltier

Was macht man als „One-Hit-Wonder“? Man dreht an einigen Reglern, mischt aktuelle Sound mit dazu und verkauft den Erfolgssong als „Zwei-Punkt-Null“, oder bei Infinity mit der Jahreszahl 2008. Tja, und es klappte. In den meisten Ländern wurde es ein noch größerer Erfolg als fast eine Dekade zuvor. In diesem Fall muss man aber auch neidlos eingestehen, dass die 2008er Version zeitgemäßer ist und noch immer in meinen Set-Listen (na ja, eher bei Ü-Partys) auftaucht. Guru Josh letzter Versuch des Aufwärmens war im Jahre 2012 und war wiederum nicht wenig erfolgreich, doch zu unruhig. Nach dieser Taktfrequenz wäre 2016 wieder eine Neuauflage fällig, dann aber bitte als Kollaboration mit einem angesagten Remixer.

Guru JoshBild: ultramusic.com

 

Fazit: Trotz dieser diversen Neuaufnahmen und einigen Covers und Remixes von anderen Künstlern hat "Infinity" noch immer das Potential, bei richtigem Remix, ein Club- und sogar ein Chartstürmer zu werden, denn er vereint Radiotauglichkeit mit Tanzflächentauglichkeit.

 

 

 

 



DANCE-CHARTS Top 100 auf Spotify
Desktop Version