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Die Star-Geigerin mit neuem Sound

Lindsey Stirling - Brave Enough » [Album Review]

Lindsey Stirling gehört wohl zu den berühmtesten Geigerinnen der Welt. Durch ihre Fusion aus Violine und Dubstep wurde sie über Youtube weltbekannt und hat insgesamt mehrere Millionen Aufrufe auf ihre ersten Videos. Aber auch ihre Ballettkünste haben zu ihrem großen Erfolg beigetragen, denn sie tanzt während ihren Videos und ihren Auftritten. Das neue Album „Brave Enough“ beinhaltet 14 neue Songs, unter denen auch Features mit Bekannten EDM Größen wie Vicetone oder Zedd sind. Was das neue Album ausmacht, wie sich der Sound verändert hat und wie gut das Album ist klären wir in diesem Artikel.

Lindsey Stirling - Brave Enough

Beginnen wir die Review mit einem Zitat von Lindsey Stirling, welches gut beschreibt, wie viel Gedanken sie sich um das Album gemacht hat:

Um weiterzukommen, musst du dich jeden Tag neu entscheiden, ob du zurückfallen oder weiterkommen möchtest. Es ist so leicht, auf alte Gewohnheiten zurückzugreifen. Aber man kann nicht von ganzem Herzen glücklich sein, wenn man gegenüber dem Schlechten abstumpft. 'Brave Enough' ist die Weiterführung meiner Geschichte." „Das Album beginnt mit einer gewissen Unsicherheit, aber im Verlauf wird es weicher, optimistischer und hoffnungsvoller. Ich bin jetzt sehr viel näher an dem Gefühlszustand, den ich erreichen will, als vor diesem Album. - Lindsey Stirling


Lost Girls

Das erste Lied ist auch gleichzeitig eins der besten vom Album. Die Melodie ist sehr einprägsam und brennt sich sofort in den Kopf ein. Das Tempo ist deutlich langsamer geworden und ist nun auf einem üblichen House Tempo. Vor allem die Breaks sind sehr stimmungsvoll gehalten und das Lied bleibt auch nach dem Hören im Kopf.


Brave Enough (ft. Christina Perri)

Die Vocals in dem Lied kommen von Christina Perri und sind gut gesungen. Der Stil hat sich sehr verändert, auch wenn wieder ein Halftime Beat einsetzt. Allerdings ist das Lied deutlich mehr dem Pop Genre zuzuordnen als noch Shatter Me vom letzten Album. Das Lied ist gut gemacht, die Melodien sind auch ordentlich, aber ganz reißt mich das Lied nicht mit.


The Arena

Das Intro von diesem Song gefällt mir richtig gut. Endlich mal etwas flotter und mal etwas ganz anderes. Der Drop geht eher in die Richtung der alten Songs von ihr. Aber die Spielweise der Violine in diesem Lied empfinde ich als sehr stark und macht das Lied erst zu dem, was es ist. Hier ist auch das Musikvideo sehr zu empfehlen, welches in dem gewohnten Lindsey Stirling Stil gedreht wurde.


The Phoenix

Bei diesem Lied wird die Geige mit Rockelementen kombiniert. Das funktioniert vor allem wegen der ruhigen Breaks so gut. Der Mainpart setzt auch immer nur kurz ein, was die Breaks wunderbar unterstreicht.


Where Do We Go (feat. Carah Faye)

Die Vocals von Carah Faye erinnern mich ein wenig an Shakira und passen gut in den Song hinein. Leider gefällt mir der Mainpart nicht und das Lied scheint mir eine eindeutige Radioproduktion zu sein. Mir persönlich sagt der Song nicht zu.


Those Days (ft. Dan + Shay)

Zum ersten Mal trifft Männergesang auf die Geigerin. Die Stimmen sind sehr angenehm, aber auch dieser Song scheitert für mich an seinem Mainstream. Für mich steht Lindsey Stirling für flotteren Sound.


Prism

Ein Genre zu nennen in das Prism reinpasst fällt mir schwer. Der Beat ist besonders und auch alle Elemente sind sehr eigen. Am ehesten könnte Prism unter Trap / Lovetrap oder sonstiges fallen. Die Kombination der Elemente ist etwas neues.


Hold My Heart (feat. ZZ Ward)

Und wieder ein Track mit Vocals. Diesmal kommen diese von ZZ Ward, welche bis dato noch recht unbekannt ist. Auch hier ist die Stimme sehr gut gewählt und der Song überzeugt vor allem durch sein Instrumental. Starke Offbeat Bässe auf niedrigem Tempo zusammen mit den genialen gezupften Geigenklängen machen das Lied enorm stark.


Mirage (feat. Raja Kumari)

Dieses Lied erschließt sich mir leider gar nicht. Die Kombination aus Beat und Geige passt meines Erachtens nicht richtig zusammen. Und die Vocals sind in meinen Augen eher nervig. Ein nicht so starker Song.


Don't Let This Feeling Fade (feat. Rivers Cuomo)

Dieses Lied fällt einem sofort ins Ohr. Endlich mal ein besonderes Feature. Rivers Cuomo macht ordentlich Stimmung und trägt das Lied sogar zum Großteil. Der Drop ist einfach nur richtig gut und geht in die alte Electro House Richtung. Der Refrain ist stimmungsvoll gesungen und auch sonst kann mich der Song komplett überzeugen. Einer der besten Tracks vom Album!

 

First Light

First Light ist in meinen Augen recht schwach. Der Beat ist sehr gediegen und auch die Geige klingt hier eher belanglos.


Love's Just A Feeling (feat. Rooty)

Der Song ist zusammen mit Zedd entstanden und das hört man im Drop auch. Die älteren Zedd Elemente sind in dem Lied vorhanden. Der Gesang ist gut gesungen aber leider klingt das Lied eher unfertig und nicht ganz fertig. Die Melodie ist belanglos und mich hat das Lied sehr enttäuscht.


Something Wild (feat. Andrew McMahon in the Wilderness)

Und wieder ein Feature und wieder ein Pop-Song. Leider geht die Geige in dem Lied in meinen Augen sehr unter und auch sonst kann mich der Song überhaupt nicht überzeugen.


Gavi's Song

Zum Abschluss gibt es ein Instrumental auf die Ohren. Schöne Atmosphäre und gefühlvolle Klänge machen den Song zu einem guten Abschluss des Albums.

 

Fazit: „Brave Enough“ hat mich nicht enttäuscht. Es war klar, dass es auf dem Album viele Radiotitel geben wird. Ich bin aber positiv von den anderen Songs überrascht. Es gibt einige sehr starke Lieder auf dem Album, bei denen auch die Geige noch im Vordergrund steht. Für mich sind diese Lieder die, die Lindsey Stirling auszeichen. Es dürfte also für jeden etwas dabei sein.

 

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Über den Autor
Simon Kreß

Ich bin Simon Kreß, studiere Soziale Arbeit und bin seit 2015 ein Teil der Dance-Charts Redaktion. Neben meinem Studium ist die Musik immer ein zentraler Bestandteil in meinem Leben. Seit 2009 produziere ich eigene Musik und verkaufe meine Musik unter dem Pseudonym „Nepreno“. Für mich sind Genregrenzen nicht wichtig, denn ich höre Musik, die mir gefällt. Mich fasziniert ein gutes Sounddesign und ein guter Mix und gutes Mastering, denn ich bin ein Gegner des Loudness-War. Ansonsten würde ich meinen eigenen Musikgeschmack als sehr ausgefallen bezeichnen.  Meiner Meinung nach transportiert Musik Emotionen und ist eine Sprache, die jeder versteht.

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