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Hardwell öffnet sich den brasilianischen Markt

MC João - Baile De Favela (Hardwell Remix)

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 3 Minuten)

Am vergangenen Freitag stellte Hardwell in der 254. Ausgabe seines wöchentlich ausgestrahlten PodcastsHardwell on Air“ in der Rubrik „Hardwell Exclusive“ seinen Remix zu MC Joãos Track „Baile De Favlela“ vor. Der Track, welcher während seiner aktuellen Brasilien-Tour entstand, dient offenbar dazu, sich dem brasilianischen Markt mehr zu öffnen – wie auch FTampas Guestmix in der Ausgabe von vergangener Woche. Jetzt, wo auch Brasilien sein bereits einem Jahr ein eigenes Tomorrowland besitzt, ist wohl auch Eile angesagt, da den Anschluss nicht zu verpassen. Ob das gelungen ist...?


Hardwell

An sich hat es Hardwell ja derzeit nicht leicht. Als World's Best DJ des DJ Mag wurde er bereits abgewählt – wenngleich das natürlich nichts zu bedeuten hat, denn gegen Betrüger zieht man nun einmal in der Regel den Kürzeren – und wirklich zünden wollte keiner seiner letzten Tracks. Nach diversen Affähren um den eigentlich hoffnungsfroh stimmenden Track „Mad World“, die sich zwar letzten Endes als falsch herausstellten, dennoch aber einen schlechten Eindruck hinterlassen und eher zweitklassigen Produktionen wie seinen Edits zu Quintinos „Scorpion“, R3habs „Hakuna Matata“ oder „Locked & Loaded“ von Domeno und Michael Sparks, die alle in Richtung Dirty Dutch oder Jungle Terror mit Bigroom-Elementen gingen, folgten sein eigentlich hoffnungsfroh stimmender Remix des Zelda-Themas und der Oldschool-Track „Blackout“, den man sogar als gut bezeichnen kann. Und was kam dann?

Exakt. „Hollywood“ mit Afrojack, eine Nummer, die an und für sich sicherlich ihre Qualität hat, aber aktuell absolut deplatziert wirkt – immerhin ist der Bigroom-Boom nun bereits seit gut zwei Jahren wieder vorbei, selbst Genre-Größen wie Tiësto (ursprünglich produzierte er Uplifting Trance...) sind inzwischen in Genres wie Bass House unterwegs – wenngleich diese Musik auf den neutralen Zuhörer eher wie das Aufstoßen eines Tyrannosaurus Rex wirkt. Nur Hardwell released kontinuierlich zweitklassige Bigroom-Tracks. Damit scheint er den Anschluss verpasst zu haben, selbst die erfolgreiche Verteidigung von Platz 2 im jährlichen DJ-Mag-Ranging scheint für ihn aktuell nahezu unerreichbar. Und mit diesem Track tut er sich in dieser Hinsicht keinen Gefallen.


Baile de Favela (Hardwell Remix)

Der Titel des Tracks, „Baile de Favela“ bedeutet „Tanz der Favela“, bezeichnet also einen Tanz in den Armenvierteln der brasilianischen Großstädte. Dementsprechend wird der Song auch mit südamerikanischen Klängen und einem portugiesischen Text auf einem Salsa-Rhythmus eingeleitet. Das war es dann schon wieder mit der Kreativität. Der Mainpart des Tracks beginnt mit einem mehr als billigen Saw-Leadsound in einer Melodie, die evt. vor vier Jahren ein Quantensprung gewesen wäre, heutzutage aber niemanden mehr aus den Socken haut. Im Drop wird die Melodie nicht einmal verändert, sondern mit einer etwas fetteren Bassline und den üblichen Bigroom-Kicks etwas aufgepeppt. Insgesamt fühlt man sich an Ummet Ozcans „Raise You Hands“ erinnert, wenn man davon absieht, dass dieser Track ein grandioses Sounddesign besaß, welches Hardwells Remix hingegen abgeht. Auch der Geigen-Synthesizer in der Break rettet die Nummer nicht mehr.

MC João - Baile De Favela (Hardwell Remix)Bild: www.facebook.com/mcjoaooficial

 

Fazit: Objektiv betrachtet stimmt der Titel von Hardwells Remix mit der Qualität des Songs überein – billiger geht’s nimmer. Und an einer Wahrnehmungsstörung scheint der gute Robbert van de Corput auch zu leiden, denn „the biggest track in his sets“ ist das, was er uns hier abliefert, sicherlich nicht. Hoffentlich stimmt das aktuell kursierende Gerücht, dass Hardwell den Track nicht releasen wird, sondern ihn lediglich vorgestellt hat, um den vollgestopften Release-Kalender seines Labels Revelaed Recordings zu entlasten.

 

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Über den Autor
Maximilian Wild

Ich bin Jurastudent und bereite mich derzeit auf mein Staatsexamen vor. Meine Interessenschwerpunkte liegen im Bereich des geistigen Eigentums, das sich mit meinem ausgeprägten Interesse für Musik trifft. Für Dance-Charts.de verfasse ich hauptsächlich Nachrichten, Kommentare und Kolumnen, die sich mit aktuellen Entwicklungen der Szene befassen. Ich favorisiere kein Genre besonders, sodass sich in meinen Playlisten bunte Mischungen aus Tech House, Hardstyle und EDM finden. Mein absoluter Lieblingsact ist allerdings das deutsche House-Duo Claptone.

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