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Hohes Gender-Pay-Gap

Großbritannien: Musikindustrie zahlt Frauen deutlich weniger als Männern

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 4 Minuten)

Großbritannien: Musikindustrie zahlt Frauen deutlich weniger als MännernMusikindustrie benachteiligt Frauen.

Auf Grund eines Gesetzes aus dem vergangenen Jahr müssen in Großbritannien Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern den Unterschied zwischen den Gehältern von Männern und Frauen offenlegen. Dies betrifft insbesondere auf die drei Major Labels Sony, Universal und Warner zu. Kurz vor der für Strafzahlungen relevanten Deadline am 5. April haben die drei Unternehmen ihre Zahlen offengelegt, wir haben uns die Statistiken der Major Labels sowie weiterer Firmen im Musikbusiness angesehen, das Ergebnis fällt ernüchternd aus und lässt die Branche in keinem guten Licht dastehen.


Welche Zahlen wurden veröffentlicht?

Die Veröffentlichungspflicht betrifft verschiedene Kennzahlen. Der Stand dieser ist aus dem April 2017. Hier einmal eine Übersicht:

  1. Durchschnittliche Lücke beim Gehalt pro Stunde (Mean Pay Gap)
  2. Durchschnittliche Lücke bei Bonuszahlungen (Mean Bonus Gap)
  3. Median der Gehaltslücke pro Stunde (Median Pay Gap)
  4. Median der Bonuslücke (Median Bonus Gap)
  5. Anteil der Männer beziehungsweise Frauen, die Bonuszahlungen beziehen (Percentage receiving bonus)
  6. Geschlechteranteil der Beschäftigten in vier nach Gehältern sortierten Quartilen (Pay Bands By Gender)

Der Mittelwert wird berechnet, indem die Gehälter (oder Boni) sowohl von Männern als auch von Frauen aufsummiert werden und die so errechneten Lohnsummen dann durch die Anzahl von Männern beziehungsweise Frauen geteilt werden. Der prozentuale Unterschied von beiden Mittelwerten wird veröffentlicht.

Zur Ermittlung des Medians werden die Gehälter (oder Boni) sowohl von Männern als auch von Frauen aufsteigend sortiert in eine Liste geschrieben, der mittlere Wert dieser Liste (der nach der Hälfte der Listeneinträge steht) ist der Median. Der Prozentuale Unterschied der beiden Mediane wird veröffentlicht.

Bei der Aufteilung in Quartilen wird eine aufsteigend nach Vergütung sortierte Liste aller Beschäftigten erstellt und diese dann in vier Viertel aufgeteilt. Innerhalb jedes Quartils (Viertels) werden die Geschlechteranteile dargestellt.


Sony Music Entertainment UK

Sony hat die folgenden Zahlen veröffentlichtSony hat die folgenden Zahlen veröffentlicht:
1. Mean Pay Gap: 22,7%
2. Mean Bonus Gap: 45%
3. Median Pay Gap: 4,6%
4. Median Bonus Gap: 0,2%
5. Proportion Receiving Bonus: 75,3% Frauen, 74,3% Männer
6. Pay bands by Gender:
Unteres Einkommensquartil 44,4% Frauen
Zweittiefstes Einkommensquartil 47,8% Frauen
Zweithöchstes Einkommensquartil 48,9% Frauen
Höchstes Einkommensquartil 36,7% Frauen


Universal Music Holdings UK

Universal hat die folgenden Zahlen veröffentlicht:

1. Mean Pay Gap: 29,8%
2. Mean Bonus Gap: 49,2%
3. Median Pay Gap: 16,7%
4. Median Bonus Gap: 30,4%
5. Proportion Receiving Bonus: 74% Frauen, 74% Männer
6. Pay bands by Gender:
Unteres Einkommensquartil 49% Frauen
Zweittiefstes Einkommensquartil 43% Frauen
Zweithöchstes Einkommensquartil 43% Frauen
Höchstes Einkommensquartil 30% Frauen

Warner Music UK

Warner hat die folgenden Zahlen veröffentlicht, in Klammern sind ihre zusätzlichen freiwilligen Angaben aus dem Januar 2018:

1. Mean Pay Gap: 49% (36%)
2. Mean Bonus Gap: 82% (67%)
3. Median Pay Gap: 21% (24%)
4. Median Bonus Gap: 44% (41%)
5. Proportion Receiving Bonus: 74% (85%) Frauen, 85% (94%) Männer
6. Pay bands by Gender:
Unteres Einkommensquartil 47% (59%) Frauen
Zweittiefstes Einkommensquartil 41% (49%) Frauen
Zweithöchstes Einkommensquartil 44% (40%) Frauen
Höchstes Einkommensquartil 26% (31%) Frauen


Kobalt Music Group UK

Die Kobalt Music Group, ein Konzern, der sowohl als Label als auch als Publishing und Musiktechnologieanbieter fungiert, hat die folgenden Zahlen veröffentlicht, in Klammern sind freiwillig veröffentlichte Zahlen vom Februar 2018:

1. Mean Pay Gap: 19,74% (12,58%)
2. Mean Bonus Gap: 40,4%
3. Median Pay Gap: 16,35% (11,2%)
4. Median Bonus Gap: 0,00%
5. Proportion Receiving Bonus: 43,2% Frauen, 24,8% Männer
6. Pay bands by Gender:
Unteres Einkommensquartil 42,2% Frauen
Zweittiefstes Einkommensquartil 39,1% Frauen
Zweithöchstes Einkommensquartil 42,2% Frauen
Höchstes Einkommensquartil 25% Frauen

Zusätzlich hat Kobalt noch veröffentlicht, wie das Lohngefälle nach Quartilen aussieht, diese Zahlen liegen ebenfalls für April 2017 und Februar 2018 vor, sind sie negativ, so lag der jeweilige Wert bei Frauen höher als bei Männern.

Mean Pay Gap:
Unteres Einkommensquartil 3,58% (2,58%)
Zweittiefstes Einkommensquartil 2,91% (0,51%)
Zweithöchstes Einkommensquartil -2,32% (-0,16%)
Höchstes Einkommensquartil 18% (-11,82%)

Median Pay Gap:
Unteres Einkommensquartil 6,85% (6,25%)
Zweittiefstes Einkommensquartil 1,79% (0%)
Zweithöchstes Einkommensquartil 0% (0%)
Höchstes Einkommensquartil 18,42% (6,85%)


Live Nation Music UK

Live Nation, einer der größten Konzertveranstalter der Welt, hat die folgenden Zahlen veröffentlicht.

1. Mean Pay Gap: 46%
2. Mean Bonus Gap: 88%
3. Median Pay Gap: 31%
4. Median Bonus Gap: 36%
5. Proportion Receiving Bonus: 29% Frauen, 32% Männer
6. Pay bands by Gender:
Unteres Einkommensquartil 46% Frauen
Zweittiefstes Einkommensquartil 61% Frauen
Zweithöchstes Einkommensquartil 54% Frauen
Höchstes Einkommensquartil 41% Frauen

Fazit: Einige Großkonzerne der Musikindustrie mussten im Rahmen eines neue Gesetztes nun die Einkommenslücke zwischen männlichen und weiblichen Beschäftigten in Großbritannien offenlegen. Die Zahlen von Kobalt, Live Nation, Sony, Warner und Universal zeigen, dass das Gender-Pay-Gap auch in der Musikindustrie vorhanden ist, insbesondere bei Kobalt und Warner scheint es jedoch eine positive Entwicklung zu geben.

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Über den Autor
Vitus Benson

Musik begeistert mich, ich höre gerne perfekte Kompositionen, sei es elektronische Musik, Indie oder Rap, das Genre stört mich dabei nicht so sehr. Als Freelancer für Dance-Charts unterstütze ich bei Festival-Kooperationen, im Social-Media-Marketing sowie in der Redaktion. Ich freue mich auf deine Kontaktaufnahme!

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