Von U2 bis Wham!: Rock und Synth-Pop der 80er

Die 20 erfolgreichsten Bands der 80er Jahre

Geschrieben von: S. Wernke-Schmiesing, am 26. Oktober 2023

(Geschätzte Lesezeit: 4 - 8 Minuten)

Die 20 erfolgreichsten Bands der 80er JahreDie 20 erfolgreichsten Bands der 80er Jahre.

Die 80er waren das Jahrzehnt, in dem Bands zu Weltmarken wurden. MTV ging am 1. August 1981 auf Sendung und machte das Musikvideo zum wichtigsten Werbemittel der Branche. Der Synthesizer wurde bezahlbar, 1982 kam die CD auf den Markt. Wer damals ein Album herausbrachte, konnte binnen weniger Wochen von Sydney bis San Francisco gehört werden.


Welche Bands waren in den 80ern am erfolgreichsten?

An der Spitze stehen U2, Queen, The Police und Bon Jovi: Sie verkauften die meisten Alben und füllten über das ganze Jahrzehnt Stadien. Dahinter folgen Duran Duran als Gesicht des Synth-Pop, Metallica und Guns N' Roses als härtere Gegenbewegung sowie Def Leppard, The Cure und Van Halen. Rockbands stellen in dieser Liste die Mehrheit, mit Wham! steht am Ende aber auch reiner Pop. Die Reihenfolge richtet sich nach Verkaufszahlen und Chartplatzierungen.


Queen, AC/DC und die Stones stellten sich um

Manche dieser Gruppen kamen aus den 70ern. Queen, AC/DC und die Rolling Stones stellten ihren Sound auf die härter komprimierten Produktionsstandards des neuen Jahrzehnts um und landeten damit ihre größten Verkaufserfolge. Andere gab es vorher gar nicht: Duran Duran gründete sich 1978 in Birmingham, The Smiths 1982 in Manchester. Wer die Vorgeschichte sucht, findet sie bei den erfolgreichsten Bands der 1970er Jahre.

Die Bandbreite war groß: New Wave, Synth-Pop, Stadionrock und Thrash Metal liefen nebeneinander her, oft im selben Radioprogramm. Ein Blick auf die 100 größten Hits der 80er zeigt, wie eng Gitarrenband und Drumcomputer in diesen Jahren beieinanderlagen.

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Die 20 erfolgreichsten Bands der 80er Jahre

Hier sind 20 Gruppen, die das Jahrzehnt geprägt haben, mit den Alben und Momenten, an denen sich ihr Erfolg festmachen lässt.


1. U2

Die irische Band brachte 1983 mit „War" ihr erstes Nummer-eins-Album in Großbritannien heraus. 1987 folgte „The Joshua Tree" mit „With or Without You" und „I Still Haven't Found What I'm Looking For", beide Nummer eins in den USA. Für das Album gab es 1988 den Grammy als Album des Jahres. Ab da spielte U2 in Stadien statt in Hallen.


2. Queen

Schon in den 70ern etabliert, landete die Band 1980 mit „Another One Bites the Dust" ihren größten Single-Erfolg in den USA. Die Basslinie schrieb John Deacon nach dem Vorbild von Chic. Am 13. Juli 1985 spielte Queen bei Live Aid im Londoner Wembley-Stadion 21 Minuten lang, und eine Branchenumfrage kürte diesen Auftritt 2005 zum besten Livekonzert der Rockgeschichte, noch vor Jimi Hendrix in Woodstock.


3. The Police

Rock, Reggae und Jazz in einem Trio: „Every Breath You Take" war 1983 die meistverkaufte Single des Jahres in den USA. Das dazugehörige Album „Synchronicity" stand 17 Wochen an der Spitze der US-Charts. Danach spielte die Band nur noch die Tournee zu Ende, ein weiteres Studioalbum kam nie.


4. Bon Jovi

„Slippery When Wet" stand 1986/87 acht Wochen an der Spitze der US-Albumcharts und verkaufte sich dort über zwölf Millionen Mal. „You Give Love a Bad Name" und „Livin' on a Prayer" kamen beide auf Platz eins der Singlecharts. An beiden schrieb Desmond Child mit, ein Auftragssongwriter, der davor schon für Kiss gearbeitet hatte.


5. Duran Duran

Die Band aus Birmingham behandelte das Musikvideo wie ein eigenes Format. Regisseur Russell Mulcahy drehte die Clips zum Album „Rio" 1982 auf Antigua und in Sri Lanka, mit Budgets, die bis dahin dem Kino vorbehalten waren. „The Reflex" brachte der Gruppe 1984 den ersten Nummer-eins-Hit in den USA. Ein Jahr später legte sie eine Pause ein, aus der die Nebenprojekte Power Station und Arcadia hervorgingen.


6. Metallica

„Master of Puppets" erschien 1986 und kam ohne Radioairplay und ohne Video bis auf Platz 29 der US-Albumcharts. Am 27. September 1986 starb Bassist Cliff Burton bei einem Busunfall in Schweden. Mit Jason Newsted nahm die Band 1988 „...And Justice for All" auf, das erste Metallica-Album in den US-Top-Ten.


7. Guns N' Roses

„Appetite for Destruction" erschien im Juli 1987 und verkaufte sich zunächst schleppend. Die Plattenfirma brachte MTV dazu, das Video zu „Welcome to the Jungle" wenigstens einmal nachts zu zeigen; danach zog der Sender es ins reguläre Programm. „Sweet Child o' Mine" wurde im September 1988 Nummer eins der US-Singlecharts und schob das Album an die Spitze der Albumcharts.


8. Def Leppard

„Pyromania" (1983) und „Hysteria" (1987) verkauften sich in den USA jeweils über zehn Millionen Mal. An „Hysteria" arbeitete die Band mit Produzent Robert John „Mutt" Lange rund drei Jahre. Schlagzeuger Rick Allen verlor an Silvester 1984 bei einem Autounfall den linken Arm und spielte danach an einem eigens gebauten Set weiter, das die fehlende Hand über Fußpedale ausglich.


9. The Cure

Robert Smith führte die Band vom düsteren Post-Punk zu Popsingles wie „Just Like Heaven" (1987). „Disintegration" von 1989 brachte mit „Lovesong" den größten US-Hit der Band, Platz zwei der Billboard-Charts. Den Song hatte Smith seiner Frau Mary zur Hochzeit geschenkt.


10. Van Halen

Eddie Van Halen spielte mit beiden Händen auf dem Griffbrett, eine Technik, die in den 80ern zum Pflichtstoff für Rockgitarristen wurde. 1984 erreichte „Jump" die Spitze der US-Charts, getragen von einem Oberheim-Synthesizer statt von der Gitarre. Zwei Jahre zuvor hatte er das Solo für Michael Jacksons „Beat It" eingespielt, ohne dafür Geld zu nehmen.


11. AC/DC

Sänger Bon Scott starb im Februar 1980 in London. Fünf Monate später erschien „Back in Black" mit Brian Johnson am Mikrofon, aufgenommen auf den Bahamas mit Produzent Mutt Lange. Rund 50 Millionen verkaufte Exemplare später ist es das meistverkaufte Album der Bandgeschichte.


12. R.E.M.

Die Band aus Athens, Georgia, arbeitete sich über fünf Jahre durch die College-Radios. Mit „Document" (1987) und der Single „The One I Love" schaffte sie es erstmals in die US-Top-Ten. Ein Jahr später unterschrieb sie bei Warner Bros. und veröffentlichte „Green" ausgerechnet am Tag der US-Präsidentschaftswahl 1988.


13. The Smiths

Johnny Marr schrieb die Gitarrenlinien, Morrissey die Texte. „Meat Is Murder" kam 1985 auf Platz eins der britischen Albumcharts, das einzige Mal in der Bandgeschichte. Marr stieg 1987 aus, damit war die Gruppe nach fünf Jahren zu Ende.


14. Dire Straits

„Brothers in Arms" von 1985 wurde digital aufgenommen und gemischt und war das erste Album, das sich eine Million Mal auf CD verkaufte. Bis zum Ende des Jahrzehnts kamen weltweit über 30 Millionen Exemplare zusammen. „Money for Nothing" gewann 1986 einen Grammy, das Video mit seiner kantigen Computeranimation lief auf MTV in Dauerschleife.


15. Iron Maiden

Mit Bruce Dickinson am Mikrofon erschien 1982 „The Number of the Beast", das erste Nummer-eins-Album der Band in Großbritannien. In den USA riefen christliche Gruppen zum Boykott auf und verbrannten Platten, was den Verkauf eher ankurbelte. Die anschließende World Slavery Tour brachte zwischen August 1984 und Juli 1985 knapp 190 Konzerte.


16. Aerosmith

Nach Jahren mit Drogen und ausbleibendem Erfolg holte die gemeinsame Version von „Walk This Way" mit Run-D.M.C. die Band 1986 zurück, Platz vier der US-Singlecharts. Produzent Rick Rubin hatte die Zusammenarbeit angeschoben; die Rapper kannten den Song bis dahin vor allem als Schlagzeug-Break. „Permanent Vacation" verkaufte sich 1987 in den USA über fünf Millionen Mal.


17. Talking Heads

David Byrne und Produzent Brian Eno mischten New Wave mit westafrikanischen Rhythmen, hörbar auf „Remain in Light" (1980). „Burning Down the House" wurde 1983 mit Platz neun der einzige Top-Ten-Hit der Band in den USA. Jonathan Demmes Konzertfilm „Stop Making Sense" kam 1984 ins Kino, samt Byrnes um mehrere Nummern zu großem Anzug.


18. Journey

„Don't Stop Believin'" erschien 1981 auf dem Album „Escape" und kam damals nur auf Platz neun der US-Singlecharts. Das Album selbst stand an der Spitze der US-Albumcharts. Zum Dauerbrenner wurde der Song erst 2007, als er die Schlussszene der Serie „Die Sopranos" begleitete und danach über Streaming ein zweites Leben bekam.


19. The Rolling Stones

„Tattoo You" führte 1981 neun Wochen die US-Albumcharts an, die Auskopplung „Start Me Up" kam auf Platz zwei der Singlecharts. Die zugehörige Nordamerika-Tournee war die umsatzstärkste des Jahres. Nach der Europatournee 1982 stand die Band dann sieben Jahre nicht mehr auf einer Bühne, bis 1989 die Steel Wheels Tour begann.


20. Wham!

George Michael und Andrew Ridgeley spielten im April 1985 als erste westliche Popgruppe Konzerte in China, in Peking und Guangzhou. „Last Christmas" hatte im Dezember zuvor die britische Nummer eins knapp verfehlt, weil Band Aid davor lag. Im Juni 1986 löste sich das Duo mit einem Abschiedskonzert im Wembley-Stadion auf, ein Jahr später begann Michael mit „Faith" seine Solokarriere.


AC/DC und Iron Maiden stehen 2026 noch auf der Bühne

Metallica beendete am 5. Juli 2026 in London die M72-Tour, die über vier Jahre lief. AC/DC spielt im Sommer 2026 Stadien in Nord- und Südamerika, Iron Maidens „Run For Your Lives"-Tour geht noch bis zum 25. November 2026 in Yokohama. The Cure kam im November 2024 mit „Songs of a Lost World" zum ersten Mal seit 32 Jahren wieder auf Platz eins der britischen Albumcharts. Wie sich die 80er-Bands im ganz großen Vergleich schlagen, steht bei den erfolgreichsten Bands aller Zeiten.

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