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Friday, 09. December 2016

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18
Feb
2016

Das sagen die sympathischen DJs aus NRW

Plastik Funk im Interview

Plastik Funk gehören zu den international erfolgreichsten deutschen Produzenten. Wir haben das DJ Duo, das gemeinsam mit Tujamo hinter dem Hit „Who“ steckt, exklusiv im Interview. Mit uns sprechen sie über ihre aktuelle Single „Tight“ mit Strobe & Lazn feat. Sapele. Außerdem haben die Jungs einige Storys übers Tourleben im Gepäck, im Februar waren Sie von Russland bis Mexiko fast überall unterwegs, und erzählen, warum Spotify den DJ nicht ablösen wird.


 

Über 10 Jahre geballte House-Power

Plastik Funk ist ein Inbegriff der kommerziellen deutschen House Musik. Seit 2002 machen Rafael Ximenez-Carillo und Mikio Gruschinske gemeinsam Musik unter dem Projekt. Doch auch vorher zog das DJing die Beiden an. Die ersten Schritte an den Plattentellern machten beide in ihrer Schulzeit mit klassischem Hip Hop. Letztendlich waren es House-Legenden wie Frankie Knuckles oder David Morales, die sie zu elektronischer Musik brachten.

Über die Jahre kamen unzählige Releases zusammen, Coverversionen, Remixe, Arbeiten mit international renommierten Labels wie Cr2 Recordings oder Hotfingers aber auch mit deutschen Szenegrößen wie Tiger Records und Kontor Records. Ihren bekanntesten Track „Who“ mit Tujamo aus dem Jahr 2012 kennt wohl jeder. 2014 kam mit „Dr. Who“ eine Vocal-Version heraus, die es gar in die Top 20 der UK Single Charts schaffte.

Doch auch in der jüngeren Zeit haben die Produzenten ordentlich zu tun. Nach einer Asien-Tour im Januar mit Stops in Singapur, Bangkok und Peking, sind im Februar die USA und Mexiko an der Reihe. Nebenbei haben die beiden mit My Digital Enemy auf dem renommierten House-Label Zulu Records eine melodische Future House Nummer releast. „Y I Left U“ hielt sich sogar ein paar Wochen in der Top 10 der Beatport Top 100 Charts. Eigentlich kein Wunder – schließlich erhalten die Zwei andauernd Support von Szenestars wie Nicky Romero, Martin Garrix oder Don Diablo.


 

Dance-Charts: Hallo ihr zwei, wie geht es euch, wie lief 2016 bisher?

Plastik Funk: Hi, das Jahr fing schon mal vernünftig an. Vierwöchige Asientour, ein Release mit My Digital Enemy auf Zulu, dass drei Wochen in den Beatport-Top10 gehalten hat und einige schöne Gigs im In- und Ausland. Jetzt gerade packen wir auch schon wieder die Koffer für ein Mexiko und USA Weekend und im März steht ja auch schon wieder die Wintermusic Conference in Miami an... Das Meilenkonto füllt sich!

Dance-Charts: Am 22. Februar erscheint eure neue Single „Tight“, die bereits länger als ID durchs Netz geschwirrt ist. Wie kam es zu dem Song und der Zusammenarbeit mit Strobe, Lazn und Sapele?

Plastik Funk: Mit Strobe aka Roy Stroebele haben wir schon länger gequatscht und viel Zeit beim ADE letztes Jahr verbracht, bis wir dann endlich eine Idee gefunden hatten, die wir zusammen ausarbeiten wollten. Lazn ist sein Produktionspartner und Sapele ist ein Sänger und Songwriter aus Schweden, mit dem wir schon vor einem Jahr ein paar Songwriting-Sessions in Stockholm gemacht hatten. So fügte sich eins zum anderen und das Feedback, sowie der Support der ganz großen Jungs a la Nicky Romero, Fedde Le Grand, Martin Garrix oder Don Diablo auf die Nummer sagt uns, dass wir mit dem Sound wohl richtig liegen.

Dance-Charts: Auch euer bisher erfolgreichster Song „Who“ war eine Kollaboration. Wie lief die Zusammenarbeit mit eurem deutschen DJ-Kollegen Tujamo ab? Gab es da spezielle Aufteilungen, wer welchen Part übernimmt, oder habt ihr euch einfach zusammen ins Studio gesetzt und geschaut, was rauskommt?

Plastik Funk: Das war damals ein recht spontanes Ding, dass in zwei Tagen in seinem Studio entstanden ist. Wir hatten eine Idee für ein Riff und er hatte bereits ein paar nette Beats beisammen. Ging dann ziemlich schnell.

Dance-Charts: Lange gab es in der Szene einen Trend zu immer härteren Styles, erst Bigroom, dann Jungle Terror. Im letzten Jahr dann schien damit endgültig Schluss gewesen zu sein. Auch ihr produziert mittlerweile groovigen Future House, wie denkt ihr wird sich dieses Genre in der Zukunft entwickeln?

Plastik Funk: Die Trends kommen und gehen immer... Früher dauerte es ein paar Jahre, heute eine Saison. Wir entwickeln unseren Sound natürlich auch immer weiter, aber den „EDM“-Hype haben wir bewusst ausgelassen, auch wenn wir natürlich etwas „elektronischeren“ Stuff gemacht haben. House im ursprünglichen Sinne ist einfach das, was uns schon immer Spass gemacht hat, und woher wir auch kommen. Daher sind wir froh um die momentane Entwicklung der Szene.

Dance-Charts: Wie sieht die musikalische Entwicklung bei Plastik Funk aus? Was steht an, was ist geplant für die Zukunft?

Plastik Funk: Wir versuchen uns immer wieder neu zu erfinden und neue Einflüsse in die Musik zu bringen. Durch das viele Touring in verschiedenen Ländern bekommen wir Gottseidank viel Inspiration und haben immer wieder neue Ideen, die wir dann direkt umsetzen möchten. Entweder direkt im Hotel auf dem Laptop oder halt zu Hause im Studio. Und veröffentlichen dürfen wir das ganze auch noch bei so tollen Labels wie Zulu, Flamingo oder Armada. Bei letzteren werden einige Release in naher Zukunft kommen! Außerdem stehen einige Interessante Collabs und Remixe an, auf die wir uns schon sehr freuen.

Plastik Funk im Interview

Dance-Charts: Genug über Musik geredet, reden wir übers Tourleben. Wie viele EDM DJs seid ihr viel unterwegs, spielt in Ländern wie Russland oder der USA. Was darf bei all dem Tourstress in eurem Rider nicht fehlen?

Plastik Funk:  Wir bestehen seit Jahren auf 100 rote Gummibärchen! Ansonsten versuchen wir uns durch Sport im Hotel oder den berühmten Disco-Power-Nap auf Spur zu halten.

Dance-Charts: Hand aufs Herz, in welchem deutschsprachigen Club spielt ihr am liebsten?

Plastik Funk: Das ist schwer zu sagen, wir haben schon in vielen Clubs echt super Nächte gehabt. Immer wieder ein Genuss sind auf jeden Fall der Neuraum in München, das Bootshaus in Köln oder unsere eigenen Partys zum Beispiel in der Nachtresidenz Düsseldorf...

Dance-Charts: Ihr kennt euch schon über zehn Jahre, was ist die krasseste Partygeschichte, die ihr je erlebt habt?

Plastik Funk: Oh je... wir haben schon so viel erlebt, da jetzt etwas raus zu suchen ist schwierig. Aber immer in Erinnerung bleiben wir uns eine Afterhour auf Mallorca. Wir sollten dort um 6h spielen, hatten aber schon die Nacht vorher im Gallery Club in Palma aufgelegt und sind ziemlich müde dort angekommen. Nach einigen Übergängen war dann plötzlich die Musik im Club aus, weil wir beide eingeschlafen sind... war aber trotzdem eine lustige Party! hahaha

Dance-Charts: Genial! Wo kann man euch denn in der nächsten Zeit in Deutschland, Österreich oder der Schweiz live auflegen sehen?

Plastik Funk: Am besten immer auf unserer Facebook oder Web-Seite (facebook.com/plastikfunk oder plastikfunk.com) den Tourplan checken.

Dance-Charts: Pioneer hat jüngst ihre neuesten High-Tech-Spieler veröffentlicht, Serato und Spotify bieten mittlerweile Dienste an, die automatisch Übergänge erzeugen. Wie sieht aus eurer Sicht das DJing der Zukunft aus, wird es dann überhaupt noch DJing geben?

Plastik Funk: Das DJing ist ja nur zu einem kleinen Teil, das technische Handwerk. Ein toller Übergäng macht noch lange keinen guten DJ aus. Der DJ wird immer eine wichtige Rolle spielen und nicht ersetzbar sein, denn die Leute wollen eine Person sehen, der sie zujubeln oder die sie beschimpfen können (wenn die Musik katastrophal ist). Das Auftreten, die Aura und die Präsenz eines DJs sind nach wie vor ein nicht zu verachtender Teil der Performance.

Dance-Charts: Okay machen wir noch ein paar kurze Fragen zum Abschluss. Der größte Musiker aller Zeiten?

Plastik Funk: Ludwig van Beethoven und Quincy Jones.

Dance-Charts: Für welchen Fußballclub jubelt ihr?

Plastik Funk: Mikio für Dortmund und den AS Rom, Rafael für Real Madrid.

Dance-Charts: Bier oder Jägermeister?

Plastik Funk: Mikio auf jeden Fall Jägermeister... Bier mögen wir beide nicht.

Dance-Charts: Vielen Dank für das Interview! Ein paar letzten Worte an eure Fans?

Plastik Funk: Wir können uns gar nicht genug bedanken für die jahrelange Unterstützung und Liebe die wir erfahren dürfen. Wir hoffen euch auch in den nächsten Jahren noch mit vielen tollen Partys und spannenden Releases begeistern zu können!

Interview: Vitus Benson

 



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