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14
Mai
2016

13. Mai 2016

Electro Jungle Festival - Bootshaus Köln [Review]

Electro Jungle

Am 13.05.2016 wurde im Kölner Bootshaus das Electro Jungle Festival veranstaltet und ich war dabei. Fairerweise muss ich sagen, dass das folgende Review sich nur auf die Zeit zwischen 0:00 und 03:00 Uhr bezieht. Mehr Eskalation hat mein enger Terminkalender nicht zugelassen. Viele der angekündigten DJs kannte ich vorher nicht. Was nicht heißt, dass es NoNames waren, sondern vielmehr dafürspricht, dass ich mir schlichtweg Namen sehr schlecht merken kann und auch nicht sonderlich tief in der Trap / Electro Szene verwurzelt bin. Der Headliner Jay Hardway sagte mir dann doch was, so hatte er ja gemeinsam mit Martin Garrix den Hit „Wizard“ herausgebracht. Ich wusste nicht wirklich was mich erwarten würde, dachte mir aber schon, dass es etwas „härter“ zugehen könnte.


Electro Jungle

Im Club angekommen merke ich recht schnell, dass sich hier fachkundiges Publikum aufhält. Möchte man nämlich nicht nur alibimäßig am Drink nuckeln und bisschen mit dem Arsch wackeln, sondern stattdessen mit vollem Körpereinsatz sich zu den teils sehr heftigen Beats verformen, dann sind legere Kleidung und bequeme Sneaker die Outfit-Wahl Nummer 1. Es wird viel schwarz getragen, armlose Shirts bei den Kerlen, Leggins und lockere Tops bei den Damen.

Einige Kerle tragen Tücher vor Mund und Nase, was auf den ersten Blick ein wenig bedrohlich wirkt. Und nicht zu vergessen, Turnbeutel sind für den richtigen Partyspaß natürlich auch viel praktischer als kleine süße Handtäschchen! Definitiv, mit diesen Outfits kann man Gas geben. Auf dem Mainfloor geht es ordentlich zur Sache. Aazar heizt die Menge mit, wie soll man es beschreiben?, aggressiven, quietschenden Trap Beats ein. Vor fast jedem Drop bildet sich in der Mitte der Tanzfläche ein sogenannter Moshpit, welchen man eher aus der Heavymetal Szene kennt. Sekunden bevor die Bässe wieder reinknallen rennen die zu 90% männlichen Protagonisten in die Mitte und schubsen sich gegenseitig mehr oder weniger im Takt der „Musik“.

Das ganze wirkt aggressiv, es wirkt irgendwie beängstigend. Auf einmal passiert das was passieren musste, eine hübsche blonde Dame wird angerempelt und kommt zu Fall. Sofort eilen mehrere Personen zu Ihr hin, helfen Ihr auf und vergewissern sich, dass es ihr gut geht. Nichts passiert. Was in dem Moment deutlich wird, die Aggressivität und Eskalation ist keine ernsthafte Bedrohung. Im Gegenteil, trotz der martialisch wirkenden Schubserei erscheint die gesamte Stimmung doch sehr friedlich. Man rastet gemeinsam aus und passt gegenseitig auf sich auf. Viele Menschen lächeln mich an, man klatscht sich mit High Fives ab. Die Kombination aus Musik, brutalen Bässen, beeindruckender Lightshow und Pyroeffekten ist einfach nur intensiv. Reizüberflutung vom Feinsten. Auch wenn ich nicht mit jedem Trap-Track etwas anfangen kann, der Gesamteindruck aus DJ Aazar, dem Publikum und der Location ist absolut stimmig und beeindruckend.


Jay Hardway fackelt nicht lange

Nun ist Jay Hardway an der Reihe. Er beginnt sein Set mit Wizard, soll heißen es wird nicht lange gefackelt. Nach Aazar zu drosseln wäre auch schwer möglich gewesen. Es folgt ein etwas konfuser Mix aus Bigroom EDM, poppigen Breaks (MashUps bekannter Radio Hits) und extrem harten Bass House Tracks. Das Publikum ist wohlgesonnen und nimmt im Grunde alles mit. Technisch gesehen ist Jay Hardway top. Die Übergänge sitzen, der Einsatz am Mikrofon ist überschaubar und wird nur ab und zu zum Einzählen des Drops verwendet (3,2,1 Jump). Die Menge hat Spaß. Mir persönlich sind die Cuts teilweise zu krass. Avicii Sing-Sang Break (Waiting For Love) um dann mit einem völlig anderen brutal harten Mainpart abzureißen. Grundsätzlich funktioniert dieses Konzept, ist musikalisch aber irgendwie nicht ganz konsequent.

Nach Jay Hardway war es dann leider auch schon Zeit für mich zu gehen. Mein Gesamteindruck ist absolut positiv und ich würde das Electro Jungle Festival jederzeit wieder besuchen. Und bevor ich es vergesse, wie ich es in diesem Artikel bereits beschrieben habe: EDM Trap eignet sich einfach perfekt für eng-umschlungene-sexy Tänze bei denen man mit dem Partner seiner Wahl jede Menge Spaß haben kann ;)

Letztlich möchte ich dann noch erwähnen, dass jeder der sein Hörvermögen noch eine lange Zeit unbeschadet genießen möchte, sich über den Kauf von Gehörschutz Gedanken machen sollte.

Ich persönlich nutze aktuell diesen. Er ist nicht sichtbar und die Musik ist nach wie vor im vollen Spektrum hörbar. In diesem Sinne, bleibt gesund und bis zur nächsten Party.

 

 

 



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