Dürreperiode 2016

Top 10: Die Lieblingstracks unseres Autors Max für 2016

(Geschätzte Lesezeit: 5 - 10 Minuten)

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Top-10-Tracks 2016 (Max)Szene aus "Axwell - Barricade"

Als man mich im letzten Jahr fragte, ob ich eine persönliche Top-10-Liste des Jahres erstellen möchte, konnte ich mich noch kaum entscheiden, welche Tracks letzten Endes in diesem „Listicle“ landen sollten. In diesem Jahr ist es genau umgekehrt - im Juni hätte ich mir nicht vorstellen können, jemals zehn Tracks in diesem Jahr zusammenzubekommen, die es würdig wären, als „Maxens Lieblinge“ hier aufgeführt zu werden. Die zweite Jahreshälfte brachte dann den langersehnten Aufschwung, sodass es am Ende sogar den einen oder anderen Härtefall zu beklagen gab. Aber wirklich gefallen haben mir im Jahr 2016 nicht wirklich viele Tracks. Ein Lichtblick war da noch der Aufschwung des Hardstyle, der einige Hochkaräter hervorgebracht hat, aber ansonsten sah es dann doch eher mau aus. Es folgen nun meine zehn Lieblinge 2016 - auf dass sie Euch allen gefallen mögen!


Platz 10: Laidback Luke & Twoloud - Fcukin Beats

Auf Platz Zehn meiner persönlichen Jahres-Top-Ten debütieren Altmeister Laidback Luke und Twoloud, die Masterminds made in Germany. Irgendwo zwischen Valentino Khans Bass-House-Kracher „Deep Down Low“ und Tujamos typischem Signature-Sound ist dieses wahre Bass-House-Wunderkind mit dem klingenden Namen „Fcukin Beats“ angesiedelt. Stumpf ist hier wie so oft Trumpf - mit einem chromatischen Arrangement aus Donkbass-Hits und Vocal-Chops entsteht ein grooviges Warmup-Tool mit einer unfassbar catchy Hookline. Es is kurz nach Mitternacht im Club und keine Stimmung will aufkommen? Man möge die Menge einfach „Fcukin Beats“ mitgröhlen lassen und schon ist Stimmung da - so gesehen bei einem Auftritt des Altmeisters Niels van Gogh im Münchner Neuraum! Und somit findet sich „Fcukin Beats“ mehr als verdient auf Platz zehn wieder.

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Platz 9: Sikdope - Snakes

Getreu dem Motto „FVCK GENRES!“ ging Sikdope das Jahr 2016 an. Er ist einer der wenigen Härtefälle, denn als einer der wenigen Künstler gefielen mir in diesem Jahr sogar zwei Tracks von ihm - einer davon war „Snakes“, der andere das unfassbar groovige Wobble-House-Monster „I'm Back“. Snakes vermag durch seinen aggressiven Leadsound, die gekonnt verarbeiteten Vocal-Chops, ansonsten sehr ausgeflipptes Sounddesign und den unfassbar groovigen Bass im Drop überzeugen. Nahe an einer 808-Kick bewegt sich dieser Donkbass irgendwo da, wo man nicht mit ihm rechnet - nämlich irgendwo zwischen Rhythmus und Offbeat. Mag man nicht glauben, funktioniert aber unheimlich gut zusammen. „Snakes“ ist auch einer meiner meistgehörten Tracks dieses Jahres und somit unangefochtene Nummer neun!

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8. New Order - The People On The High Line (Claptone Remix)

Eines meiner absoluten House-Juwelen in diesem Jahr ist der Remix des Berliner Disco-House-Duos Claptone zu dem Track „The People On The High Line“ von New Order. Ein schöner, progressiver Aufbau in Kombination mit traumhaft schönen Vocals und auf den Punkt gebrachtes Sounddesign kann einem doch einfach nur gefallen. Ein stetes Auf und Ab in einem gekonnt inszenierten Spannungsaufbau mit authentischer Instrumentierung bildet hier einfach einen rundum gesunden Track, den man eigentlich immer und überall gern hört. Für die Mainstage ist er natürlich nichts, aber wer es gern ruhiger angeht, wird in dieser Nummer seine helle Freude haben, dafür garantiere ich. Besonders der letzte Mainpart, in dem sich alle zuvor aufgebaute Spannung ein einem furiosen Finale entlädt, vermag mich sehr zu überzeugen und verschafft mir immer wieder ein erhebendes Gefühl. Platz 8 ist eigentlich eine viel zu niedrige Platzierung, aber es kommt auch noch einiges andere an hochwertigen Tracks!

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Platz 7: Coone & Dirtcaps - Sniper

In der Jahresmitte war Coones und Dirtcaps Kollaboration „Sniper“ wohl mein meistgehörter Titel. Wie ich schon in einer ausführlichen Kolumne zu dem Thema „Lebt Hardstyle 2016 wieder auf?“ schrieb, hat die Kombination aus EDM-Trap aka „Future Pop“ und Hardstyle ein unfassbares, leider viel zu selten genutztes Potential. Die Vocals sind sehr hübsch anzuhören, die Trap-Break ebenfalls. Im Hardstyle-Drop geht es dann richtig zur Sache - aggressive Hardstyle-Leadsynths und fette Kicks auf 150 BPM bringen jede Menge zum Kochen. Aber nicht nur diese Nummer von Coone gefiel mir in diesem jahr, sondern eigentlich habe ich im August sein gesamtes Studioalbum „Less Is More“ rauf- und runtergehört. Kollaborationen mit Ragga Twins und Dirtcaps oder auch Szenegrößen wie Wildstylez und Zatox gehen oftmals neue Wege und wissen allesamt auf ganzer Linie zu überzeugen - verdienter Platz sieben ist allerdings nur „Sniper“!

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Platz 6: Jewelz & Sparks - CRANK

Mit Powerhouse made in Germany geht es in die Nähe meiner Top fünf. Jewelz & Sparks' Bigroom-Kracher „CRANK“ erschien im August im Zuge ihres „Free Music Runs“, den sie als Werbekampagne für ihre Beteiligung an der diesjährigen DJ-Mag-Wahl abhielten. Punktgenaues, unglaublich sauberes Mixing, fette Kickdrums, beeindruckend erschlagendes Sounddesign, Aggressivität - wenn Bigroom doch nur immer so hochwertig wäre... aber nein, Blasterjaxx, Dimitri Vegas & Like Mike und sogar W&W veröffentlichen sogar unfertige Tracks und bringen das Genre noch mehr in Verruf  als es ohnehin schon ist. Besonders schlimm war für mich dann die Verhunzung namens „HWL Edit“, in der EDM-Altmeister Hardwell den Track in ein billiges Mashup verwandelt und nochmals - diesmal kostenpflichtig - veröffentlicht hat. Das Original von „CRANK“ hingegen habe ich seit seiner Veröffentlichung rauf- und runtergehört - In-Die-Fresse-House allererster Güte und somit Platz sechs meines kleinen Rankings.

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Platz 5: Sephyx - Imagination

Hardstyle hat es mir in diesem Jahr besonders angetan - insbesondere die Tracks eines gewissen jungen Talents namens Sephyx. Der soeben verschmähte Hardwell (schämen soll er sich für diese Schandtat namens „CRANK (HWL Edit)“!) trat in diesem Jahr als einer der größten Förderer des Jungen Hardstyle-Produzenten auf und ermöglichte ihm mehrere Releases auf seinem Label Revealed Recordings und sogar eine Kollaboration bei ihrem gemeinsamen Remix zu „Don't Let Me Down“ von den Chainsmokers und Daya. Ich habe mich wirklich schwergetan, aus den vielen großartigen Tracks von Sephyx in diesem Jahr einen heruaszupicken, habe mich dann aber letztendlich für seine aktuelle Single „Imagination“ entschieden, die mich durch ihre Kombination aus gekonnt entwickeltem Euphoric Hardstyle und einer Kick, die sich nah an der Grenze zum Rawstyle bewegt, dann doch am meisten überzeugt hat. Ein nicht uninteressantes Sounddesign und eine hervorragende Umsetzung (es gibt einfach keine schlecht abgemischten Hardstyle-Tracks, oder?) taten dann ihr Übriges. Mehr als verdient geht mein Platz fünf daher an „Imagination“.

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Platz 4: Dillon Francis & NGHTMRE - Need You

Wer auf niveauvolle Comedy steht, der dürfte in Dillon Francis den Spaßvogel seines Vertrauens gefunden haben - während deadmau5 wohl doch eher die härteren Töne anschlägt. Wer dafür jemals einen Beleg brauchte, der erhält seine Bestätigung am ehesten im Musikvideo zu Francis' Kollaboration „Need You“ mit dem Trap-Produzenten NGHTMRE - die wohl verrücktesten Nachbarschafts-Gartenparty aller Zeiten! Doch nicht nur das Video, sondern auch der Track selbst vermag auf ganzer Linie zu überzeugen! In der recht beschaulichen und zugleich schrill gestalteten Break rechnet man noch kaum mit dem monströsen Drop, der einen nach einem kurzem Buildup erwartet. So eine Urgewalt findet man selten in EDM-Tracks heutzutage. Gepaart mit diesem absolut genialen Video ergibt das verdientermaßen die Blechmedaille meines Rankings.

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Platz 3: Cazzette  vs. AronChupa feat. The High - She Wants Me Dead

Der einzige wirklich poppige Track auf meiner Liste stammt von einem wahren schwedischen „Trio Infernale“ - die Jungs von Cazzette und der gute alte AronChupa lassen dieses mal anstelle eines Albatrosses die Katze tanzen. In einer wunderschönen, rhythmisch interessant gestalteten Kombination aus Future Pop und Elementen des Electroswing begeben sich die Produzenten gemeinsam mit dem Vocalist The High auf eine musikalische Reise sonders gleichen. Kaum ein Track hat mich im Jahr 2016 so sehr überzeugt wie „She Wants Me Dead“. Catchy Vocals, eingängige Hookline, tolles Arrangement, das macht den dritten Platz meiner Lieblinge in diesem Jahr aus! Nicht zu vergessen ein sehr komödiantisch gestaltetes Musikvideo, in dem die Katze Lula versucht, ihren Halter mithilfe einer Rube-Goldberg-Maschine zu töten - sogar ein Videospiel ist für Lula herausgesprungen.,

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Platz 2: Da Tweekaz - #TweeKay16

Wie bereits 2014 starteten die Jungs von Da Tweekaz auch im Jahre 2016 ein Jahresprojekt, im Rahmen dessen sie sich ihren Fans gegenüber verpflichteten, jeden Monat mindestens einen neuen Track zu veröffentlichen. Entsprechend ihres letzten Projekts „#TweeKay14“ startete somit im Januar #TweeKay16. Wie schon 2014 war der beste der über das Jahr veröffentlichten Tracks das Flaggschiff des Projekts, das ebenfalls den Namen #TweeKay16 trug. Eine gehörige Portion Humor vermengt mit hochwertigem euphoric Hardstyle bildet hier einen großartigen Track, an dem ich mich persönlich gar nicht satthören konnte. Schöne, saubere Leadsounds, eine eingängige Hookline, allerhand Späße und ein klares Motiv formen einen wundervollen Hardstyle-Track, der Elemente mehrerer Stile, darunter Reverse Bass, Euphoric Hardstyle und eine sehr harte Housekick, gekonnt miteinander vereint. Damit schafft es #TweeKay16 mühelos auf den Silberrang. Gold hingegen geht an einen absoluten Meister seiner Zunft...

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Platz 1: Axwell - Barricade

Meine absolut unangefochtene Nummer eins dieses Jahres ist Axwells Meisterwerk „Barricade“. Kein Track hat mich in diesem Jahr mehr fasziniert als dieser Tributsong an die gute alte Zeit, als es noch eine Swedish House Mafia gab. Es gibt eigentlich nichts an diesem Track, was mich nicht über die Maßen überzeugt hätte, seien es die druckvollen Drops, das punktgenaue Sounddesign und Mixing, die „One“-Hommage in der Break oder das Arrangement dieses Tracks - jeder Einzelteil spielt in einer eigenen Liga und das Gesamtkonstrukt setzt da nochmals gehörig einen drauf. Besonders fasziniert war ich persönlich vom ersten Drop, der wohl jeden Freund der elektronischen Musik mitnehmen wird. Das ist Axwell-Sound wie er leibt und lebt - gern mehr davon, denn in Zeiten des aussterbenden Bigroom und des Downtempo-Hypetrains werden solche Meisterstücke wie „Barricade“ wohl leider immer seltener werden. Wenn es in meiner Liste in diesem Jahr je einen würdigen Platz eins gegeben hat, dann war es „Barricade“!

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Kurz notiert: Wie schon angesprochen halte ich 2016 für ein musikalisch sehr schwaches Jahr, das sich in seinen Endzügen aber gesteigert hat. Zu den Künstlern, die es nicht in die Liste geschafft, aber mich immer sehr gut unterhalten haben, zählen die beiden Kroaten von TWIIG, die mit hochwertigen, sauberen Bigroom-Produktionen auf sich aufmerksam gemacht haben. Auch Atmozfears' Side-Project mit dem Namen „Seth Hills“ hat mich mit „Raise Your Hands“ mehr als überzeugt. Mit den Jungs von Pitchback ist außerdem für Nachwuchs gesorgt, wenn es um Bigroom-Hardstyle-Crossovers geht.  Unfassbar gute Produktionen durfte ich auch von einem gewissen Australier namens Dave Winnel hören, den ich zu Beginn des Jahres für mich entdeckt habe - „Don't Stop“, „Money“ und „The Race“ sind einfach grandiose Tracks, die meine Top-10 nur knapp verfehlt haben. Nebenbei notiert seien noch die Jungs von Ak9, von denen ich öfters soliden Bass House hören durfte. Der Hamburger Calvo glänzte mit possierlichen Future-House-Produktionen made in Germany. Im näheren Umfeld haben mich die Jungs von Neptunica sehr überzeugt, besonders mit ihrer Trapical-Single „Poseidon“, genauso wie Calmani & Grey mit ihrer großen Bandbreite an Produktionen - von Future Pop bis House war in diesem Jahr alles dabei. Wer hingegen auf fetten EDM-Sound made in Munich steht, sollte sich an Lenox und Maven wenden.

Über den Autor
Maximilian Wild

Ich bin Jurastudent und bereite mich derzeit auf mein Staatsexamen vor. Meine Interessenschwerpunkte liegen im Bereich des geistigen Eigentums, das sich mit meinem ausgeprägten Interesse für Musik trifft. Für Dance-Charts.de verfasse ich hauptsächlich Nachrichten, Kommentare und Kolumnen, die sich mit aktuellen Entwicklungen der Szene befassen. Ich favorisiere kein Genre besonders, sodass sich in meinen Playlisten bunte Mischungen aus Tech House, Hardstyle und EDM finden. Mein absoluter Lieblingsact ist allerdings das deutsche House-Duo Claptone.

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