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Claptones Meisterstück?

Claptone - Fantast [Tracklist & Album Review]

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 4 Minuten)

Claptone - Fantast"Fantast" von Claptone.

Nicht erst seit gestern mischt das deutsche House-Duo (oder gar -Trio, wer weiß das schon...) Claptone die elektronische Musikszene auf. Einen ganz großen Szenehit landeten sie einst mit ihrem Remix zu Gregory Porters Liquid Spirit“, der sich monatelang an der Spitze der Beatport-Verkaufscharts hielt. Nach ihrem Studioalbum Charmer“ und ihrer Compilation The Masquerade“ sind sie nun mit einem frischen Album zurück. Fantast“ lautet der Titel der neuen LP, die am 8. Juni erschien. Mit enthalten ist unter anderem die erfolgreiche Single-Auskopplung In The Night“, die über 10 Milionen Spotify-Streams erreichte. 


Fantast: Nomen est omen?

Vorab sei gesagt: In der Produktion ist das neue Claptone-Album gut, sehr gut sogar. Die Sounds sind ebenso sparsam wie wirkungsvoll eingesetzt, der Bassbereich kraftvoll und die Komposition ohnehin wie immer absolut on fleek. Wie sehr Claptone-Tracks meistens von ihren Vocals leben, sieht man auch bei „Fantast“ mit einem Blick auf die Tracklist: Kein einziger Album-Track kommt ohne ein Vocal-Feature aus. Gleich mehrfach ließen die Jungs von Claptone Texte von Ben Duffy und Nathan Nicholson einsingen. Was auch auffällt: Die eingesetzten Vocals sind nicht einfach aus dem Zwang implementiert worden, krampfhaft einen Vocal-Track einbauen zu müssen, sondern wirken mit den Instrumentals wie aus einem Guss – das eine bedingt das andere.

Zu den Tracks im Einzelnen: Mit “Birdsong“ liefern Claptone ein atmosphärisches, nachdenkliches Intro, während der bereits als Single ausgekoppelte Track “In The Night“ durch seinen schieren Groove zu überzeugen weiß – und ein Musterbeispiel für das eben angesprochene Phänomen darstellt, da er ebenso von seinen Vocals wie von seinem Instrumental lebt. “Under The Moon“ ist wiederum ein Claptone-Song mit kräftiger Piano-Hook nach Lehrbuch. Es fällt auf, dass sich clubbige und atmosphärische Tracks in “Fantast“ abwechseln – mit “Stay the Night“ wagen sich Claptone in relativ niedrige Tempo-Regionen vor und liefern trotz oder eben wegen der niedrigen Geschwindigkeit einen vergleichsweise mächtig anmutenden Track mit einer überaus treibenden Kickdrum. “Stronger“ dagegen vermag kaum hervorzustechen und ist eher einer der durchschnittlicheren Album-Tracks, ebenso wie “Ain't a Bad Thing“, eine relativ poppig gehaltene Nummer.

Der wohl mit Abstand beste Track des Albums dürfte “Wildside“ sein, obwohl eine klassische House-Kick fehlt. Ein so stimmungsvoller, atmosphärischer Track hätte sich eigentlich als ein perfektes Intro oder Outro angeboten. Insgesamt wohl der experimentellste Track, den Claptone je releaset haben. “Abyss of Love“ knüpft dagegen an klassische Claptone-Produktionen an – ein stimmiger House-Titel, der durch seinen Groove trotz minimalistischer Produktion zu überzeugen weiß. Einer der schwächeren Lieder ist hingegen “La Esperanza“ – schlicht, weil dem Song das wirklich Besondere fehlt und die recht eintönigen Vocals schnell nervend werden.

“A Waiting Game“ ist wiederum recht atmosphärisch gehalten und erinnert in seiner Stimmung, insbesondere durch Nathan Nicholsons Vocals und das recht ausgefallene Sound-Design, stark an Tracks aus dem Caligola-Album “Back to Earth – Resurrection“; es handelt sich dabei mit Sicherheit um eine der interessanteren Nummern des Albums. Dagegen wirkt “Cruising“ etwas lieblos in der Komposition – wenig Wiedererkennungswert und ein fast schon unangenehmes Sound-Design stören hier schon sehr. Mit “Animal“ schaffen Claptone den Spagat zwischen einem gesunden Maß an Tech-House-Sound und einem Vocal-Track. Leider überzeugen die Vokalisten von Clap Your Hands Say Yeah nicht wirklich, nerven mit ihrer Stimmlage schon fast etwas. Wohl der einzige Track des Albums, zu dem wir uns eine Instrumental-Version wünschen würden. Mit “Alone“ schließt das Album mehr oder minder rund ab, wirklich viel lässt sich nicht über den Track sagen – durchschnittlich eben.


Tracklist: Claptone - Fantast

01. Birdsong (feat. Zola Blood)
02. In The Night (feat. Ben Duffy)
03. Under The Moon (feat. Nathan Nicholson)
04. Stay The Night (feat. Tender)
05. Stronger (feat. Ben Duffy)
06. Ain't A Bad Thing (feat. Jones)
07. Wildside (feat. Matt Simons)
08. Abyss Of Love (feat. Nathan Nicholson)
09. La Esperanza (feat. Katie Stelmanis)
10. A Waiting Game (feat. Nathan Nicholson)
11. Cruising (So They Say) (feat. Kele)
12. Animal (feat. Clap Your Hands Say Yeah)
13. Alone (feat. Blaenavon)

Fazit: Mit “Fantast“ werden Claptone dem Albumtitel zwar nicht ganz gerecht, kommen aber zumindest nah heran. Die überragende Produktion und eine ganze Reihe gut hörbarer Tracks machen Fantast zu einem Pflichtkauf für alle Freunde entspannter elektronischer Musik.

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Über den Autor
Maximilian Wild

Ich bin Jurastudent und bereite mich derzeit auf mein Staatsexamen vor. Meine Interessenschwerpunkte liegen im Bereich des geistigen Eigentums, das sich mit meinem ausgeprägten Interesse für Musik trifft. Für Dance-Charts.de verfasse ich hauptsächlich Nachrichten, Kommentare und Kolumnen, die sich mit aktuellen Entwicklungen der Szene befassen. Ich favorisiere kein Genre besonders, sodass sich in meinen Playlisten bunte Mischungen aus Tech House, Hardstyle und EDM finden. Mein absoluter Lieblingsact ist allerdings das deutsche House-Duo Claptone.

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