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Über neue Tracks, das DJ Mag und das Nationalteam

ADE 2018: Mr. Belt & Wezol im Interview

(Geschätzte Lesezeit: 5 - 9 Minuten)

ADE 2018: Mr. Belt & Wezol im InterviewMr. Belt & Wezol.

Das niederländische DJ-Duo Mr. Belt & Wezol ist für seine Tracks mit Oldschool-Vibes und alten Samples bekannt. Auf Spinnin‘ Records veröffentlichen sie regelmäßig Future-House-Tracks mit bekannten Vocal-Samples. Außerdem fallen sie durch ihr verrücktes Verhalten beim Auflegen und guten Humor in den sozialen Netzwerken auf. Im Rahmen des Amsterdam Dance Events 2018 und der Presse-Tage von Spinnin‘ Records hatten wir die Gelegenheit mit den beiden Niederländern ein Interview zu führen. Die Produzenten gaben sich extrem authentisch und waren genauso verrückt drauf, wie sie sich in den sozialen Netzwerken oftmals präsentieren. Wir haben mit Bart und Sam über das ADE, neue Tracks sowie ihre Geschichte gesprochen. Einen kleinen Seitenhieb bezüglich des Sieges des niederländischen Fußballnationalmannschaft gegen Deutschland konnten sie sich natürlich nicht verkneifen.

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Hey, Bart! Hey, Sam! Wie geht’s euch?

Bart: Uns geht es sehr gut. Das ADE hat gerade begonnen. Gestern haben wir auf der Party von Heldeep (Anm. d. Red. Label von Oliver Heldens) gespielt. Heute haben wir unsere eigene Party. Wir sind gut gelaunt.

Wie ist euer Verhältnis zum Amsterdam Dance Event?

Sam: Wir lieben es! Ich lebe selbst in Amsterdam. Es ist für uns eine Art Urlaub. Wir haben zwar viele Auftritte und viele Termine, zu denen wir müssen, aber das Event hat diese Urlaubs-Atmosphäre. Jeder kommt hier hin. Man trifft viele Kollegen und junge Produzenten. Das ist etwas Besonderes.

Ist Amsterdam eure Heimatstadt?

Bart: Nein, wir sind aus Delft. Das ist eine kleine Stadt in der Nähe von Den Haag. Manche Leute nennen es „das kleine Amsterdam“. Das ist unsere Heimat. 

Auf eurer Facebook-Seite habt ihr ein Bild, das einen Track ankündigt, hochgeladen. Was hat es mit dem Song auf sich?

Bart: Den Song haben wir gestern zum ersten Mal gespielt. Den werden wir schon in zwei Wochen veröffentlichen.

Sam: Ja, der Track hat den Titel “Harmony“. Der wird auf Olivers (Anm. d. Red. Heldens) Label Heldeep erscheinen. Es ist ein Bisschen härter, würde ich sagen, eher so ein Club-Track. Uns gefällt der Song sehr gut und den Leuten gestern Abend scheint er auch gefallen zu haben.

Habt ihr weitere Neuigkeiten über anstehende Releases parat?

Bart: Es gibt einen anderen Track, der bald erscheint. Den haben wir mit Jack Wins zusammen gemacht: Ein niederländischer Nachwuchsproduzent. Der Track basiert auf einem Sample, aber dieses Mal kein altes Sample, wie bei den meisten Tracks von uns. Das Sample ist noch relativ neu. Ich glaube das ist aus 2004. Der Song kommt nach “Harmony“. Wir vermuten im Februar 2019.

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Gibt es noch etwas, worauf ihr euch besonders freut in den letzten Monaten bis zur Neujahreswende?

Bart: Ich würde sagen der Auftritt für Spinnin‘ Sessions im Bootshaus in Köln. Im Bootshaus herrscht immer eine besondere Atmosphäre. Die deutschen Fans sind eine verrückte Crowd. Vom Anfang bis zum Ende gehen die voll mit. Es macht immer Spaß dort zu spielen.

Wie läuft eine Produktion bei euch ab, findet ihr ein Sample und geht dann in die Produktion, oder wie läuft das?

Bart: Oh, das ist immer unterschiedlich. Einmal macht man es so und zwei Monate später auf einem komplett anderen Weg. Meistens ist das so, dass ich nach einem Sample suche. Wenn ich das Sample gefunden habe, spiele ich damit ein Bisschen herum und schaue dann, wie man das am besten einbauen kann. Danach geht es erst in die wirkliche Produktion. Das beginnt dann mit dem Break. Später widmen wir uns dann dem Drop. So läuft das zumindest momentan. In ein paar Monaten kann das schon wieder ganz anders aussehen.

Wie lange dauert eine Produktion bei euch?

Bart: Da kommt es auf den Track an. “Harmony“ haben wir zum Beispiel innerhalb von 60 Stunden produziert. Unser letzter Remix hat über 100 Stunden gedauert. Das kann mal mehr und mal weniger sein. Das ist unterschiedlich. 

Der Sommer ist vorbei. Was war für euch das beste Festival des vergangenen Sommers 2018?

Bart: Oh, das ist echt eine gute Frage. Das ist jetzt für uns eine Art Rückblick. Da müssen wir mal genauer überlegen.

Sam: Ja, wir hatten so viele Auftritte. Ich würde sagen, es war das eine Festival in so einem kleinen Dorf.

Bart: Meinst du das Festival, wo wir mit Sam Feldt gespielt haben?

Sam: Ne, in so einem kleinen Dorf in Finnland, glaube ich.

Bart: Ah, ja stimmt. Das war wirklich gut.

Am Samstag wird das DJ-Mag-Voting bekanntgegeben. Das Voting ist sehr umstritten. Was haltet ihr von so einer Wahl?

Bart: In diesem Jahr haben wir einen kleinen Witz gemacht und ein eigenes Video für das DJ Mag gedreht. Wir wollten uns darüber lustig machen und meinten dann in dem Video, dass man für uns wählen sollte, aber nicht zu viel, weil wir auf den 100. Platz und nicht höher landen wollen. Ich weiß nicht, vielleicht hast du es gesehen, aber ja es ist schwierig über das DJ Mag ein Urteil zu fällen. Es ist logisch, dass die DJs so viel Werbung für die Wahl machen, weil die Karriere eines DJs durch eine hohe Position extrem vorangetrieben wird. Aber ich find es trotzdem lustig, wie jeder DJ versucht durch Videos das Ranking zu kommen.

Sam: Ja, also es kommt darauf an, wie man das DJ-Mag-Voting versteht. Wenn man eine Liste nach Beliebtheit sucht, dann ist das DJ Mag perfekt geeignet, aber wenn man eine Qualitätsliste sucht, dann ist das DJ Mag die falsche Adresse.

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Was denkt ihr, wer wird das DJ-Mag-Voting 2018 gewinnen?

Bart: Martin Garrix

Sam: Martin Garrix

Bart: Ich glaube interessanter ist, wer der höchste Neueinsteiger wird.

Sam: Stimmt, das ist schwierig zu sagen.

Bart: Ich würde sagen, dass Brooks es schaffen könnte.

Sam: Ja, Brooks hat gute Chancen.

Bart: Ansonsten glaube ich, dass Don Diablo für eine Überraschung sorgen könnte. Ich traue Don dieses Jahr die Top 3 zu.

Wo werden Mr. Belt & Wezol landen?

Bart: Ich bin sicher, dass wir auf dem 107. Platz landen (lacht).

Um noch mehr über eure Geschichte zu erfahren: Wo habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

Bart: Wir haben im gleichen Ort gelebt. Ich wollte damals eine Party veranstalten und Sam war einer der einzigen Produzenten aus Delft. Ich habe ihn angerufen und er hatte Lust bei meiner Party zu spielen. Dort haben wir uns dann das erste Mal gesehen und sind im Anschluss in Kontakt geblieben.

Welche Musiker haben euch am meisten inspiriert?

Sam: Oh, das ist eine schwierige Frage. Ich würde sagen, es war allgemein Dance-Musik. Mein Interesse zu der Musik begann, als ich als Kind im Radio einen Dance-Track hörte. Ich war verwundert, weil es keinen Gesang und keine Instrumente gab. Es waren wirklich nur elektronische Sounds und ich kannte damals noch keine Synthesizer oder Ähnliches. Meine Mutter hat mir dann ein Programm gezeigt, mit dem man seine eigenen Songs kreieren konnte. Ich würde sagen, dass das meine Inspiration war. Kein konkreter Musiker, sondern mehr die Musik selbst.

Und die Frage, die sich die meisten Leser stellen: Wie kam eigentlich euer Künstlername zustande?

Bart: Das ist eigentlich ziemlich simpel. Mein Nachname ist Riem und das ist das niederländische Wort für Gürtel (Englisch: Belt). Bei Sam gilt das Gleiche. Er heißt mit Nachnamen Wees und das ist das niederländische Wort für Wiesel (Englisch: Wezol). Das war der erste Name, auf den wir gekommen sind.

Dance-Charts: Zum Abschluss haben wir fünf Was-wäre-wenn-Fragen vorbereitet. Was wäre, wenn ihr keine DJs geworden wärt?

Sam: Ich wäre wahrscheinlich jemand, der für andere Leute Partys organisiert. Also ein Booker oder etwas in die Richtung.

Bart: Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich irgendetwas im sozialen Bereich.

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Was wäre, wenn ihr an einem einzigen Ort auf der Welt bleiben müsstet, welcher Ort wäre es?

Sam: Ich denke, das wäre Amsterdam oder Delft.

Bart: Ja, mit den Freunden oder der Familie, aber wenn man nach Schönheit geht, würde ich Prag wählen. Prag ist die schönste Stadt in Europa.

Was wäre, wenn ihr drei Dinge auf eine einsame Insel mitnehmen müsstet, welche Dinge wären es?

Sam: Laptop mit Internetverbindung

Bart: KFC-Bucket

Sam: Ja, ein KFC-Bucket wäre sehr hilfreich. Und als Letztes einen Bikini. Wir brauchen den zwar nicht, aber den würde ich trotzdem mitnehmen (lacht).

Was wäre, wenn ihr eine negative Eigenschaft des Anderen ändern könntet, welche Eigenschaft wäre es?

Bart: Uh, das ist eine fiese Frage. Wenn ich an letzte Woche zurückdenke… Sam kann manchmal etwas dickköpfig sein. Das kann gut sein, weil er sich nichts Falsches einreden lässt, aber kann manchmal auch schlecht sein, weil er mit Kritik nicht immer umgehen kann. Aber das ist nichts Schlimmes!

Sam: Ja, das stimmt schon. Bart ist manchmal zu perfektionistisch. Wenn wir einen Track produzieren oder ein DJ-Set mixen, achtet er auf jede Kleinigkeit, die sonst niemandem auffällt und versucht alles zu perfektionieren. Auch das ist ja grundsätzlich gut, aber kann auch manchmal ziemlich nervig sein.

Was wäre, wenn ihr die Trainer der niederländischen Fußballnationalmannschaft werden würdet?

Bart: Wir haben gegen Deutschland gewonnen, also eigentlich brauchen wir momentan keine neuen Trainer. Übrigens: Herzlichen Glückwunsch zu der Niederlage (beide geben dem Reporter die Hand). Ich glaube eher ihr braucht jetzt mal einen neuen Trainer. Wurde Jogi schon gefeuert? 

Nein, wir haben gegen Frankreich gut gespielt. Die Verantwortlichen halten aktuell noch an ihm fest.

Sam: Wie wurde die Niederlage gegen die Niederlande eigentlich aufgenommen? Haben die Medien viel darübergeschrieben?

Ja, das war überall in den Medien.

Sam: Oh, ja bei uns auch. Unsere Nationalmannschaft befindet sich aktuell wieder im Aufschwung. Wir haben viele junge Spieler mit viel Potential, aber die brauchen ihre Zeit. Ich glaube, dass wir dafür aber den richtigen Trainer haben. Da müssen wir jetzt nicht unbedingt eingreifen (lacht).

Vielen Dank für das Interview und viel Spaß beim ADE.

Bart: Ja, es hat Spaß gemacht. Wir wünschen euch auch weiterhin viel Spaß.

 

 

Über den Autor
Henry Einck

Mein Name ist Henry Einck und ich habe mich im Mai 2015 der Redaktion von Dance-Charts angeschlossen. In den letzten Jahren hat sich die elektronische Musik zu meiner Leidenschaft entwickelt und ist mittlerweile neben dem Sport, der Teil meines Lebens, dem ich am meisten Aufmerksamkeit schenke. Neben dem Verfassen von Musikrezensionen und Boulevard-News, ermöglicht mir Dance-Charts durch Interviews näheren Kontakt zu den DJs. Ich sammele sowohl musikalische als auch journalistische Erfahrungen, die mich bei dem Berufswunsch des Journalisten weiterbringen könnten.

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