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Diese Sänger'innen haben die deutschen Charts best

Die erfolgreichsten deutschen Sänger & Sängerinnen aller Zeiten

(Geschätzte Lesezeit: 9 - 18 Minuten)

Dieter BohlenDieter Bohlen hat es auch ins Ranking geschafft | Bild: Sven Mandel

In Deutschland werden die Charts und die Radios seit jeher neben englischsprachiger Musik vor allem von deutschen Titeln bestimmt. Aus diesem Grund wollen wir uns mal anschauen, welche deutschen Sänger und Sängerinnen die erfolgreichsten aller Zeiten sind. Neben den offensichtlichen Solo-Künstlern haben wir uns auch die Köpfe hinter den erfolgreichen Bands angeschaut. Im Folgenden geben wir euch eine Übersicht über die erfolgreichsten deutschen Sänger, die wichtigsten Informationen zum Erfolg der jeweiligen Musiker sowie die passenden Links zu den bekanntesten Titeln der Musiker. Schreibt uns doch gerne in die Kommentare, ob und inwiefern ihr mit den folgenden Platzierungen gerechnet habt.

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Das sind die erfolgreichsten deutschen Sänger & Sängerinnen

Bevor wir in das Ranking hereinstarten, wollen wir eine kurze Erklärung über die Zusammensetzung der Platzierungen abgeben. Die Bewertungsgrundlage des Rankings sind die offiziellen deutschen Single-Charts, da diese am repräsentativsten den Erfolg aller Künstler zu ihrer jeweiligen Zeit widerspiegeln können. Alle Singles, die ein Künstler jemals releast hat und sich in den Charts platziert haben, sind Teil der Auswertung. Das gilt für Tracks, die in einer Band entstanden sind sowie für Solo-Produktionen. Auch Features werden berücksichtigt, wichtig ist nur, dass der jeweilige Sänger beziehungsweise dessen Band im Titel steht. Anzumerken ist noch, dass Alben nicht mit in die Bewertung einfließen, da diese für den Erfolg eines Künstlers häufig nicht ganz so repräsentativ sind wie die einzelnen Songs. Das Punktesystem läuft folgendermaßen: Pro Woche in den Single-Charts gibt es für den jeweiligen Track einen Punkt. Zusätzlich erhält ein Song für eine Top-10-Woche zwei weitere Punkte und für eine Woche auf dem ersten Platz gibt es noch zwei Extra-Punkte. Pro Woche kann somit jeder Song maximal fünf Punkte für den jeweiligen Künstler sammeln. Die Summe aller Punkte ergibt die Gesamtpunktzahl, nach der wir die Liste erstellt haben. Berücksichtigt wurden alle deutschen Musiker, die vor allem für ihren Gesang bekannt sind. Deutschrapper finden in dieser Auflistung keine Berücksichtigung, auch wenn sie wie beispielsweise Apache 207 größtenteils singen. Insgesamt haben wir die Diskografien von über 100 deutschen Sängern und Sängerinnen völlig ausgewertet.

Hinweis: Dieses Ranking stellt nicht zu 100 % den Erfolg der Künstler dar. Wir haben ein eigenes System zur Berechnung der Reihenfolge entwickelt, das wir für legitim empfunden haben. Dazu kommt noch, dass einige Songs aktueller sind als andere und dadurch logischerweise noch nicht so viele Punkte sammeln konnten wie andere. Wir haben trotzdem versucht die Reihenfolge so fair wie möglich zu gestalten. Falls ihr mit dem Ranking nicht zufrieden seid, könnt ihr eure persönliche Meinung gerne in den Kommentaren äußern. Dieses Ranking basiert jedoch nicht auf eigener Meinung, sondern auf einem nach Erfolg gemessenem System. Wenn es noch weitere Fragen zu unserer Punktevergabe gibt, könnt Ihr euch gerne bei uns melden. Vielen Dank für das Verständnis.


Zusatz: Diese Musiker sind knapp an den Top 10 gescheitert

Bevor wir die Top 10 in allen Einzelheiten aufführen, wollen wir euch verraten, welche Musiker nur knapp an diesen gescheitert sind und in Zukunft in diesem Ranking vielleicht sogar noch in diese einsteigen könnten. Viele im letzten Jahrzehnt extrem beliebte und erfolgreiche Sänger wie Alvaro Soler, Nico Santos, Wincent Weiss, Henning May, Clueso, LEA oder auch Verschwörungstheoretiker und Meme Michael Wendler sind weit abgeschlagen und konnten sich nur mittelmäßige Plätze sichern. Die Top 30 wird von Beginner-Frontman Jan Delay und Schlagerikone Jürgen Drews, die sich den 30. Platz teilen, eingeleitet. Ebenfalls unter den ersten 30 sind The-Voice-Kids-Coach Sasha, die beiden Urgesteine Heino und Mathias Reim sowie Wolfgang Petry. Mit Andreas Bourani und Lena sind auch zwei extrem erfolgreiche Künstler aus dem letzten Jahrzehnt unter den ersten 30 gelandet. Mit Der Graf von Unheilig und Rammsteins-Frontmann Till Lindemann sind auch zwei Sänger, die vor allem mit ihren Bands performt haben beziehungsweise performen, in den Top 30 gelandet. Für Helene Fischer, die viele vermutlich auf einem deutlich höheren Rang erwartet hätten, hat es nur für den 21. Platz gereicht. Vor ihr konnten sich unter anderem Peter Fox von Seeed, Roland Kaiser, “(I’ll Never Be) Maria Magdalena“-Sängerin Sandra, Silbermond-Frontsängerin Stefanie Kloß und Mark Forster platzieren. Den 15. Platz belegt Rodrigo Gonzales von Die Ärzte, der dort seit 1993 neben Gesang auch Bass, Gitarre und Piano beisteuert. Band-Kollege Bella B folgt auf Rang 12. Knapp hinter ihm haben sich die eine Hälfte von Modern Talking Thomas Anders und Herbert Grönemeyer die Plätze 14 und 13 gesichert. Nur ganz knapp an den Top 10 gescheitert ist “99 Luftballons“-Interpretin Nena.


Platz 10: Sarah Connor [619 Punkte]

Den zehnten Platz konnte sich Sängerin Sarah Connor sichern. Die 40-Jährige war in den letzten 20 Jahren mit den unterschiedlichsten Titeln in den Charts vorzufinden. Der Durchbruch gelang ihr 2001 mit ihrer Single “Let’s Get Back to Bed - Boy!“, die sogar bis auf den zweiten Platz der offiziellen Single-Charts einstieg. Seitdem hat sich die Pop- und Soulsängerin jedoch musikalisch extrem weiterentwickelt. In den ersten Jahren nach ihrem kommerziellen Durchbruch machte sie mit englischsprachiger Musik weiter und konnte zwischen 2001 und 2005 gleich fünf deutsche Nummer-1-Hits landen. International lief es für Connor jedoch vergleichsweise schlecht. In den folgenden fünf Jahren ließ der Erfolg auch national etwas nach. Nach dreijähriger Musikpause machte sie dann weiter. Doch im Gegensatz zu zuvor konzentriert sich Connor seitdem hauptsächlich auf deutschsprachige Titel. 2015 landete sie so beispielsweise mit ihrem Ohrwurm “Wie schön du bist“ einen Riesenhit. Ihren letzten großen Erfolg hatte sie 2019 mit “Vincent“, einem Song, der sich mit Homosexualität beschäftigt. Vergangenen Dezember erschien dann ihre Corona-Single “Bye Bye“, in der sie den Frust durch die Corona-Pandemie besingt. Insgesamt 9 Studioalben hat die gebürtige Niedersächsin mittlerweile veröffentlicht. Abschließend lässt sich nur festhalten, dass Sarah Connor definitiv aufgrund ihrer musikalischen Vielfalt und Entwicklung eine würdige Zehntplatzierte ist, die eventuell in den nächsten Jahren im Ranking noch weiter aufsteigen kann.


Platz 09: Farin Urlaub [620 Punkte]

Der nächste Musiker auf unserer Liste konnte sich als Gründungsmitglied und Frontsänger von Die Ärzte einen Namen machen. Die Rede ist natürlich von Farin Urlaub. Der Rockmusiker wurde 1963 als Jan Vetter in West-Berlin geboren. Mit Musik kam er schon früh in Kontakt und lernte mit 9 bereits das Gitarrespielen. Mit 16 kehrte er von einer Klassenfahrt nach London als Punk nach Deutschland zurück. Diese Stilveränderung widmete ihm später auch seinen musikalischen Weg. Wäre es nichts mit der Musik geworden, wäre Urlaub vermutlich übrigens Archäologe geworden. Das Studium dazu brach er jedoch ab, um sich voll auf die Musik konzentrieren zu können. Bela B lernte er 1981 kennen als er in seine Band Soilent Grün einstieg, die sich ein Jahr später jedoch auflöste. Gemeinsam mit Sahnie und ihm gründete er anschließend das spätere Erfolgsprojekt Die Ärzte. Der Erfolg blieb jedoch aus, sodass sich die Band 1988 wieder auflöste. 1993 erfolgte dann eine Neugründung mit Bela B und Rodrigo Gonzáles. Nach dieser sollte sich alles ändern: Die erste Singleauskopplung “Schrei nach Liebe“ von ihrem Comeback-Album “Die Bestie in Menschengestalt“ entwickelte sich zum Nummer-1-Hit. Mit “Ein Schwein namens Männer“ (1998), “Unrockbar“ (2003), “Junge“ (2007) und “True Romance“ (2020) folgten noch vier weitere. Seit 2001 ist Urlaub auch als Solokünstler aktiv und ist außerdem der Kopf der Band Farin Urlaub Racing Team. Auch mit diesen Projekten konnte er einige kleinere Erfolge feiern.


Platz 08: Annette Humpe [630 Punkte]

Den siebten Platz belegt die 70-jährige Hagenerin Annette Humpe. Die Sängerin studierte in Anschluss an ihr Abitur an der Musikhochschule Köln sechs Semester Komposition und Klavier. Anschließend sammelte sie erste Erfahrungen mit einigen Berliner Bands. Die ersten kommerziellen Erfolge schlossen sich dann ab 1979 gemeinsam mit ihrer Schwester Inga in ihrer Band Neonbabies an. Ein Jahr später gründete sie dann mit Ernst Ulrich Deuker und Frank Jürgen Krüger die Band Ideal, die sich zu einem Vorreiter der Neuen Deutschen Welle entwickeln sollte. Zu ihren größten Erfolgen zählen “Eiszeit“, “Blaue Augen“ und “Monotonie“. In Anschluss an die Auflösung der Band 1983 probierte sich Humpe als Songwriterin und Musikproduzentin und konnte sich in dieser Form durch die Beteiligung an Singles von Udo Lindenberg, Die Prinzen oder auch Nena ebenfalls einen Namen machen. Als Sängerin trat sie nach der Auflösung von Ideal nur noch in Zusammenarbeit mit ihrer Schwester in Erscheinung. 2003 gründete sie dann jedoch gemeinsam mit Adel Tawil die Band Ich + Ich und war dort auch wieder als Sängerin aktiv. Im Laufe der Zeit rückte sie jedoch auch dort immer weiter in den Hintergrund. Mit mehreren Top-10-Hits, einem Nummer-1-Hit, zwei Nummer-1-Alben sowie einem weiteren Top-10-Album ist Ich + Ich das mit Abstand erfolgreichste Projekt von Annette Humpe gewesen. Seit 2010 hat sich Humpe weitestgehend zurückgezogen und produzierte lediglich noch einige wenige Titel und trat gar nicht mehr als Sängerin in Erscheinung.


Platz 07: Campino [680 Punkte]

Den nächsten Platz konnte sich Die-Toten-Hosen-Frontsänger Campino sichern. Den ersten Kontakt mit Musik hatte Andreas Fege, dessen Spitzname Campino in Anschluss an eine Bonbonschlacht auf dem Gymnasium erfunden wurde, durch seinen zwölf Jahre älteren Bruder John. Dieser machte ihn in seiner Jugend erstmals auf englischen Punkrock aufmerksam. Seine musikalische Karriere begann 1978, als er erste Szenen-Erfolge als Sänger der Band ZK feiern konnte, die heute als Vorgängergruppe der Toten Hosen gilt. In Anschluss an die Auflösung von ZK im Jahr 1981, gründete sich dann im folgenden Jahr Die Toten Hosen. Gemeinsam mit seinem vorherigen Band-Kollegen Andreas von Holst, ZK-Roadie Andreas Meurer, seinem Schulkameraden Michael Breitkopf, Walter Hartung und KFC-Sänger sowie ZK-Konzertvideoproduzent Trini Timpop feierte Campino erste weitere kleinere Szene-Hits. 1988 sollte sich jedoch durch den Titel “Hier kommt Alex“ alles ändern. Die Nummer startete kommerziell nämlich völlig durch und hielt sich für 19 Wochen in den deutschen Top 100. Anschließend folgten in den 90er-Jahren etliche weitere Erfolge. Zu diesen zählen unter anderem “Sascha… ein aufrechter Deutscher“, der Nummer-1-Hit “Zehn kleine Jägermeister“, “Pushed Again“ sowie “Schön sein“. In den 2000ern folgten etliche weitere Erfolge. Der zweite Nummer-1-Hit der Band folgte jedoch erst 2012. Die Rede ist vom Ohrwurm “Tage wie diese“. In den letzten Jahren machten die Jungs von Die Toten Hosen genauso erfolgreich weiter und auch in diesem Jahr konnten sich bereits drei Singles der Band in den Charts platzieren. Als Solo-Künstler startete Campino zwar nie durch, aber auch hier hat mit Kollaboration mit beispielsweise Marteria kleinere Erfolge vorzuweisen. Neben seiner Tätigkeit als Musiker ist der 58-jährige Düsseldorfer übrigens auch als Schauspieler aktiv und genießt einen Legendenstatus beim Fußballverein Fortuna Düsseldorf.


Platz 06: Peter Maffay [689 Punkte]

Auf dem sechsten Platz ist der deutsche Sänger Peter Maffay gelandet. Der in Rumänien geborene Peter Maffay wanderte im Alter von 13 Jahren gemeinsam mit seinen Eltern nach Deutschland aus. Nachdem er bereits als Kind Geigenunterricht erhalten hatte, finanzierte er sich einige Jahre später durch einen Ferienjob seine erste Gitarre. Als Gitarrist einer kleinen Band sammelte er erste Erfahrungen. 1968 gründete er gemeinsam mit seiner ehemaligen Schulkameradin Margaret Kraus das Folk-Beat-Duo Peter & Margit, in dem er auch erstmals sang. Während sich Maffay später auf deutschsprachige Texte fokussieren sollte, sang das Duo damals nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch, Französisch, Spanisch, Ungarisch, Rumänisch und Russisch. Nur ein Jahr später wurde dann der deutsche Songwriter Michael Kunze auf Maffay aufmerksam. Im Januar 1970 erschien dann die erste Solo-Single des heute 71-Jährigen. Der Titel, der auf den Namen “Du“ hörte, entwickelte sich auch sofort zum Nummer-1-Hit und sollte die glorreiche Karriere Maffays einleiten. In den folgenden drei Jahren machte er zunächst erfolgreich mit Schlager weiter, vollzog dann jedoch etliche Stilwechsel. Die restlichen 1970er-Jahre entwickelte sich Maffay zu einer geschätzten Größe im Country. Knapp zehn Jahre später erfolgte dann der Wechsel zum Rock. Diese musikalische Vielseitigkeit hat Maffay zu einem der erfolgreichsten Künstler der deutschen Musikgeschichte gemacht. Der Erfolg Maffays ist eigentlich kaum in Worte zu fassen, weshalb wir euch im Folgenden noch ein paar Zahlen liefern wollen: 19 deutsche Platz-1-Alben, 13 Gold-Alben, weit über 50 Millionen verkaufte Tonträger und Hunderttausende Tour-Besucher pro Tournee sind Grundlage seines Erfolgs. Neben der Musik ist Maffay heute vor allem auch durch sein Mitwirken an der Kinderserie Tabaluga bekannt.


Platz 05: Howard Carpendale [718 Punkte]

Die Top 5 wird vom südafrikanisch-deutschen Schlagersänger Howard Carpendale eingeleitet. Vor allem während der 1970er- und 80er-Jahre war er aus der deutschen Musikwelt nicht mehr wegzudenken. Zu seinen größten Erfolgen zählen “Ti Amo“ und “Hello Again“. Insgesamt stehen auf seinem Konto über 25 Millionen verkaufte Tonträger. Dieser Erfolg schien jedoch lange sehr weit entfernt vom Südafrikaner weg zu sein. In seiner Heimat war Carpendale nach Versuch als Beat-Sänger und Elvis-Imitator als Musiker gescheitert. 1966 zog es ihn so ins Vereinigte Königreich, wo er sich durch verschiedenste Tätigkeiten unter anderem auch als Sänger über Wasser hielt. Seine ersten Kontakte in Deutschland knüpfte er durch verschiedene Lokalauftritte. Als er dann auch noch einen Plattenvertrag in Köln erschien und seine ersten deutschsprachigen Singles sich gut verkaufen zu schienen und auch in den Charts landeten, schien seine Zukunft zunächst einmal gesichert zu sein. Doch nachdem der anfängliche Erfolg für zwei Jahre ausblieb, stand seine Plattenfirma kurz davor den Vertrag mit ihm zu kündigen und er schien vor dem Aus zu stehen. Doch nachdem Carpendale sich dazu entschieden hatte, seine Stücke selbst zu komponieren und zu produzieren, kam der Erfolg mit Songs wie “…da nahm er seine Gitarre“ oder “Deine Spuren im Sand“ wieder zurück. In den Folgejahren entwickelte sich zu einem der wichtigsten Musikacts im deutschsprachigen Raum. In Anschluss an die 1970er und 80er ließ der Erfolg zwar etwas nach, aber auch in den 90ern und 2000ern konnte sich Carpendale noch mehrfach in deutschen Single-Charts platzieren. Vor seiner erfolgreichen Musikkarriere war der Schlagersänger auch als Sportler erfolgreich und wurde so unter anderem südafrikanischer Jugendmeister im Kugelstoßen, spielte in der deutschen Rugby-Bundesliga und war in den 1970ern Formel-3-Fahrer aktiv.


Platz 04: Roy Black [746 Punkte]

Gerhard Höllerich alias Roy Black ist nur knapp am Podium gescheitert. Der 1991 verstorbene Schlagersänger und Schauspieler wurde 1943 in der Nähe von Augsburg als ältester Sohn geboren. Dort genoss er eine behütete Kindheit und in Jugend. Nachdem Abitur wollte er zunächst Biologie studieren, aber entschied sich später vor allem aus finanzieller Hinsicht doch für ein BWL-Studium, das er jedoch nie abschloss. Im September 1963 gründete sich die Rock-’n‘-Roll-Band Roy Black and his Cannons. Dort tauchte auch erstmals sein Alias Roy Black auf, der sich aus dem Namen seines Idols Roy Orbison, einem amerikanischen Sänger und seiner schwarzen Haarfarbe, die ihm den Namen Blacky verliehen hatte, zusammensetzte. In Anschluss an einen gewonnenen Talentwettbewerb der Band wurde der Musikproduzent und Schlagerkomponist Hans Bertram auf die Band aufmerksam und nahm Roy Black unter Vertrag. Für die Musikkarriere brach Höllerich anschließend sein Studium ab und widmete sich völlig der Musik. Das funktionierte auch, denn bereits die dritte Single des Sängers sollte durch die Decke gehen. “Du bist nicht allein“ entwickelte sich 1965 zum Top-10-Hit und leitete damit die Karriere des verstorbenen Sängers ein. Der Erfolg setzte sich anschließend mit seiner ersten Nummer-1-Single “Ganz in Weiss“ fort. 1969 folgten mit “Das Mädchen Carina“ sowie “Dein schönstes Geschenk“ noch zwei weitere deutsche Nummer-1-Hits. In den Folgejahren konnte er noch einige weitere Hits landen und auch die nach seinem Tod noch veröffentlichten Singles konnten sich in den Charts platzieren. 1991 starb Roy Black in einer Fischerhütte in Oberbayern an Herzversagen. Rund um seinen Tod gibt es einige Gerüchte. Angeblich hätte er bei seinem Tod nämlich einen Alkoholwert von drei Promille gehabt und dieser hätte in Kombination mit den Herzmedikamenten, die er regelmäßig eingenommen hat, zum Tod geführt. Auch über ein Suizid wurde spekuliert. Offiziell bestätigt oder widerlegt wurden all diese Theorien jedoch nie. So oder so ist jedoch klar, dass Roy Black zu früh von uns gegangen ist.


Platz 03: Dieter Bohlen [764 Punkte]

Die Bronzemedaille bekommt der Pop-Titan Dieter Bohlen überreicht. Der gelernte Diplom-Kaufmann komponierte bereits während seiner Schulzeit Musik. Professionell wurde seine Musikaktivität bereits Ende der 1970er-Jahre, als er bei einem Hamburger Musikverlag als Songwriter und Komponist für etliche Schlagersänger aktiv. Das erste eigene Projekt Bohlens war das Duo Monza gemeinsam mit Holger Garbode. Als Produzent machte er sich in den Folgejahren einen Namen. Zudem war er auch Teil des Projekts Sunday von Peter Wagner, dem Produzenten etlicher deutscher Schlagerstars. Extrem erfolgreich unter eigenem Namen wurde Bohlen aber erst gemeinsam mit Thomas Anders als die beiden das Duo Modern Talking gründeten. Dort war er nicht nur als Produzent, sondern auch als Sänger aktiv. Insgesamt fünf Nummer-1-Hits entstanden aus der Zusammenarbeit von Bohlen und Anders. Nach der Trennung 1987 gründete Bohlen sofort Blue System. Die Gruppe sollte jedoch nie so erfolgreich wie Modern Talking werden, aber landete auch einige kleinere Hits. Aufgelöst wurde Blue System beim Comeback von Modern Talking 1998. 2003 erfolgte dann die endgültige Trennung des Duos. Heute ist Bohlen als Musiker vermehrt in den Hintergrund getreten und ist nur noch ab und zu als Solokünstler aktiv. Stattdessen ist er vor allem als ständiges Jurymitglied bei DSDS und Das Supertalent in der Öffentlichkeit präsent. Insgesamt kann der Pop-Titan auf eine extrem erfolgreiche Karriere als Sänger, aber auch Produzent und Songwriter sowie TV-Persönlichkeit zurückblicken und belegt damit zurecht den dritten Platz.


Platz 02: Xavier Naidoo [786 Punkte]

Auf dem zweiten Platz ist ein ehemaliger Begleiter Bohlens in der Jury von DSDS gelandet: Die Rede ist von Sänger Xavier Naidoo, der 2020 jedoch aufgrund aufgetauchter rassistischer Videos aus der Jury flog. Trotz diverser Auffälligkeiten in Form von kontroversen Aussagen und Aktionen hinsichtlich Rassismus und Verschwörungstheorien ist Xavier Naidoo der musikalische Erfolg auf keinen Fall abzusprechen. Doch fangen wir von vorne an. Xavier Kurt Naidoo, so der vollständige bürgerliche Name Naidoos, wurde 1971 als Sohn einer südafrikanisch, indisch und irisch Wurzeln habenden römisch-katholischen Familie geboren. In seiner aufgrund seiner Hautfarbe teilweise schwierigen Kindheit knüpfte er in Schul- und Kirchenchören sowie in Regionalbands erste Kontakte zur Musik. In den USA nahm er einige Jahre später sein erstes Soloalbum unter dem Künstlernamen Kobra auf. Des Weiteren war er auch als Hauptdarsteller Teil mehrerer Mannheimer und Hockenheimer Musicals. Nachdem er als Backgroundsänger vom Rödelheim Hartreim Projekt vom Frankfurter Label 3p entdeckt wurde, machte Xavier Naidoo erste extrem erfolgreiche Schritte als Solokünstler. Gemeinsam mit Sabrina Setlur nahm er so 1997 die Single “Freisein“ auf, die sich knapp 20 Wochen in den Single-Charts hielt. Anschließend folgten viele weitere Hits wie “Sie sieht mich nicht“ oder auch “Wo willst du hin?“. Diese zählen auch heute noch zu seinen größten Erfolgen. Neben diesen zählen auch die Nummer-1-Hits “Ich kenne nichts (das so schön ist wie du)“ sowie “Danke“ und sein 2005er Riesenhit “Dieser Weg“, der sich insgesamt 80 Wochen lang in den Charts hielt, zu seinen größten Erfolgen als Soloact. Neben seiner Solokarriere ist vor allem seine Mitgliedschaft in der 1995 gegründeten Band die Söhne Mannheims von Bedeutung. “Geh davon aus…“, “Und wenn ein Lied“ und “Das hat die Welt noch nicht gesehen“ sind nur einige Hits der Band.


Platz 01: Adel Tawil [966 Punkte]

Der mit großem Abstand erfolgreichste deutsche Sänger gemessen an den deutschen Single-Charts ist Adel Tawil. Der gebürtige Berliner ist nicht nur als Solokünstler bekannt, sondern unter anderem auch wichtiger Bestandteil der Band The Boyz und Ich + Ich gewesen. Als Sohn eines ägyptischen Vaters und einer tunesischen Mutter in Spandau, Berlin auf. Die Schule beendete er 1998 in Anschluss an die 12. Klasse und trat der Band The Boyz bei. Dort war er unter dem Pseudonym Kane bekannt. Gemeinsam entstanden mehrere Charthits der Band. Der größte Erfolg der Boygroup sollte wohl “One Minute“ sein. Die Nummer stieg 1997 in die Charts ein und kletterte sogar bis in die Top 10. Die Band löste sich dann zur Jahrtausendwende auf. Bei einer Auftragsproduktion, für die Tawil singen sollte, lernte er im Frühjahr 2002 Annette Humpe kennen. Ein Jahr später gründete sich dann das Duo Ich + Ich. Gemeinsam schufen die beiden etliche Hits. Darunter “Du erinnerst mich an Liebe“, “Vom selben Stern“, “Stark“, “So soll es bleiben“ und auch der Nummer-1-Hit “Pflaster“. Ebenso erfolgreich wie als Teil von verschiedenen Musikprojekten war Tawil aber auch als Soloartist. Seine erste Solosingle war “Prison Break Anthem (Ich glaub an dich)“. Die Nummer zur gleichnamigen Serie erschien 2007 in Zusammenarbeit mit Rapper Azad und kletterte sofort bis auf Platz 1 der offiziellen deutschen Single-Charts. Anschließend setzte Adel Tawil seine Karriere als Solokünstler genauso erfolgreich fort. Mit “Stadt“, “Der Himmel soll warten“ und “Lieder“ schafften es drei weitere Lieder bis in die Top 3 der deutschen Top 100.

 

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  • This commment is unpublished.
    Tom · Vor 1 Monaten
    Was ist mit der Gruppe Scorpion????
  • This commment is unpublished.
    Tim · Vor 1 Monaten
    Hallo Jannik! Zuerst einmal, eine sehr tolle Idee von dir, so eine Wertung zu machen und auch sehr interessant, welche Sänger hier ganz vorne liegen. Eines verwundert mich jedoch. Dieter Bohlen ist mit Sicherheit ein sehr guter Produzent und Komponist, keine Frage. Denke aber dass Thomas Anders, der ja der Leadsänger der meisten Songs von "Modern Talking" war, den Stockerlplatz eher verdient hätte. Oder zumindest ex aequo mit Bohlen! Interessant wäre auch eine Wertung, wer der beste deutschsprachige Sänger aller Zeiten ist und wie da Sänger wie Falco und Fendrich abgeschnitten hätten.
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      Jannik · Vor 1 Monaten
      Hallo Tim, vielen Dank für dein Feedback und die Anregungen!
      Thomas Anders ist ebenfalls Teil des Rankings und auf dem 13. Platz gelandet. Bohlens deutlich höhere Platzierung ist damit zu erklären, dass er außerhalb von Modern Talking mehr Erfolge als Anders zu verzeichnen hat. Dazu gehören Hits mit seinen Bands Sunday und Blue System, aber auch Kollaborationen mit Künstlern außerhalb irgendeiner Band sowie Solo-Releases. Bei vielen dieser Veröffentlichungen war er auch als Sänger und nicht nur als Komponist aktiv, weshalb er Teil dieses Rankings ist. Die Kritik an dieser Entscheidung kann ich völlig nachvollziehen, da auch wir uns in der Redaktion nicht völlig darüber einigen waren, ob er Teil des Rankings werden soll oder nicht. Schlussendlich haben wir uns jedoch dafür entschieden, weil Bohlen eben nicht nur Komponist und Produzent, sondern auch Sänger ist.
      Eine Wertung der erfolgreichsten deutschsprachigen Sänger wäre tatsächlich interessant und wird vielleicht in Zukunft noch mal erscheinen.
Über den Autor
Jannik Pesenacker

Mein Name ist Jannik Pesenacker und ich bin im August 2018 der Dance-Charts Redaktion beigetreten. Die Musik hat sich neben dem Fußball zu einer meiner größten Leidenschaften entwickelt. Dance-Charts ermöglicht mir, mein Interesse für die Musik auszuleben und lässt mich gleichzeitig den Beruf des Journalisten näher kennenlernen.

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