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Interval Act beim ESC Finale 2019

Eurovision Song Contest 2019: 'Auweia' Madonna

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 3 Minuten)

Madonna beim ESC 2019Da war noch viel Luft nach oben - Madonna beim ESC 2019.

So heißt nicht der neue Song des Albums "Madame X" von Madonna, sondern ist die zusammengefasste Beschreibung des sehr groß gehypten Auftritts von Madonna als Interval Act beim großen Finale des Eurovision Song Contests in Tel Aviv.


Gütesigel Diva

Klar, Madonna ist eine Diva. Mit einem 150 Personen Gefolge anzureisen, eine Etage des besten Hotels in Tel Aviv zu räumen und bei den Proben sogar die Gastgeber und Journalisten aus der Halle zu werfen, lässt einen milde lächeln und denken: `Diva eben`.

Doch es gibt ein Gütesigel, wer sich Diva nennen und sich so verhalten darf. Es muss kreative Genialität vorliegen, dann darf sich eine Diva auch divenhaft aufführen. Dabei ist es wie mit einem drei Sterne Michelin-Koch. Wer einmal die Auszeichnung erhalten hat, hat einen noch höheren Erfolgsdruck, obwohl die höchste Sprosse der Leiter erreicht ist. Denn für die Köche gibt es nichts Schlimmeres, als wieder einen Stern aberkannt zu bekommen.

Fallhöhe steigt

Die Fallhöhe wird sozusagen größer, das gilt auch bei Diven. Nach einigen Jahren Ruhe sollte der gestrige Paukenschlag die Wiedergeburt der "Queen of Pop" einleiten. Ein gigantisches Bühnenbild mit massiver Performance war vorbereitet. Eine Madonna, die aussah, als hätte sie sich an der Requisite des 1995 gefloppten Filmes Waterworld vergangen ließ schon Böses ahnen. Als dann noch der Rapper Quavo im Vorinterview sagte, dass seine Mutter schon zu Madonna gefeiert habe, er aber eigentlich nicht, war es vielleicht nicht nur ein wenig undiplomatisch, sondern spiegelte die Atmosphäre der Situation hinter den verschlossenen Türen wider.


"Like A Prayer" – oder besser: sendet eure Gebete

Und dann ging es los. (Lieber Leser, ich wechsele als dramatisches Element die Zeitform. 😉) Schnell erkennt der ältere Hörer einen der größten Hits an der Instrumentalmelodie. Die Masse jubelt, Madonna erscheint auf der gigantischen Showtreppe: "Like A Prayer". Sieht die Diva etwa müde aus, kraftlos? Nein, es ist doch Madonna. Dann der erste schiefe Ton. Ach, schön, sie singt live. Dann folgt das Diven-Fremdschäm-Aberkennungsverfahren. Auf jeder Karaoke-Party wird das Liedchen exakter geträllert. Es wird still in der Halle, so still wie beim Siegertitel von Duncan Laurende mit "Arcade". Doch die Zuschauer haben nicht den seligen Blick und eine Gänsehaut, sondern zeigen offene Münder und tauschen ungläubige Blicke aus.


Selbst zur Schlachtbank geführt

Nach unendlichen Sekunden beginnt die Songpremiere mit "Future" und dem Einsetzen des Vollplaybacks, das nur aus Vocal-Tune besteht, auch bei Quavo. Hat vielleicht jemand vergessen vorher den Vocoder anzustellen, das gibt Ärger von der Div… ach, nee. Das ist vorbei. Das Bühnenbild, die sicherlich große Message der Performance, der neue Track, alles für die Katz. Im Kopf bleibt ein alter, abgehalfterter Möchte-Gern-Superstar zurück und so etwas wie Mitleid, dass die Oma in Strapsen nicht rechtzeitig den Absprung gefunden hat.

Fazit: Madonna hat es immer wieder geschafft sich neu zu erfinden. Seit den 1980ern ist sie immer wieder ganz vorne in den Charts zu finden, mit großartigen musikalischen Konzepten. Vor 200 Millionen Fernsehzuschauern hat sie es jedoch geschafft innerhalb von 90 Sekunden ihre musikalische Karriere zu beenden noch bevor ihr neues Album herauskommt. Das ESC-Finale ist auch für Interval Acts ein schlechter Moment zu patzen. Es bleibt verwirrtes Staunen zurück.

 

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Über den Autor
Marco Boehm

Musik begleitet mich im Leben. Als Musiker, Songwriter und DJ sind Beats und Rhythmus die Grundlagen für das Musikgefühl. In Kombination mit musiktheoretischem Hintergrund wird daraus ein ganzheitliches Musikverständnis. Elektronische Clubmusik kann mich dabei genauso beeindrucken wie Pop, Rock oder Chartmusik. Selbst der Eurovision Song Contest fasziniert mich. Aus diesem Grund lasse ich mich auf keine Musikrichtung festlegen.

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