Musikalischer Jahresrückblick

Hardwell: Das waren seine Tracks 2016

(Geschätzte Lesezeit: 8 - 15 Minuten)

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Manch einer behauptet ja, 2016 wäre nicht Hardwells Jahr gewesen - kein Tomorrowland-Auftritt, nur der dritte Platz im DJ-Mag-Voting und keiner seiner Versuche, einen seiner Tracks im Mainstream zu etablieren und sogar auf einen Charthit zu avancieren, zündete auch nur ansatzweise. Klar ist dabei allerdings auch, dass es für so einen großen Namen wie Hardwell einen sehr großen Aufwand erfordert, von seinem Signature-Sound wegzukommen, ohne seine eigenen Fans zu verärgern - was in diesem Jahr durchaus häufiger bei anderen Künstlern mit weniger Reputation vorkam. Hinzu kommt, dass sich Hardwell bereits im Juli 2015 das Ziel gesetzt hat, jeden Monat mindestens einen neuen Track zu veröffentlichen. Und andererseits darf man auch nicht vergessen, dass Hardwell in diesem Jahr durchaus einige Tracks veröffentlich hat, die auf den Mainstages dieser Welt kräftig für Zündstoff gesorgt haben. Einige nicht ganz unvernünftige Konzepte waren da dabei -  Grund genug jedenfalls, um sich seine Veröffentlichungen im Jahr 2016 einmal etwas näher anzusehen.


Hardwell - Blackout (Januar)

Am 7. Januar hat Hardwell bekanntlich Geburtstag. Zu diesem Anlass ließ er es sich in diesem Jahr nicht nehmen, seine treuen Fans mit einem neuen Track zu beglücken, der sogar zum kostenlosen Download bereitstand. Und was für ein Track! Man munkelt, dass „Blackout“ der beste Hardwell-Track seit der Veröffentlichung seines Albums „United We Are“ ein Jahr zuvor gewesen sei. Das liegt daran, dass Hardwell mit dieser Nummer seine Die-Hard-Fans befriedigte, die den niederländischen Superstar-DJ schon seit seinen Anfängen begleiten - der Oldschool-Hardwell-Sound kommt eben noch immer gut an! „Blackou“ weiß durch seine druckvollen Lead-Synths, ein grooviges Ambiente und allgemein sehr viel Oldschool-Innuendo zu überzeugen - lediglich die Break ist ein wenig langweilig gestaltet. Hier präsentiert sich uns grooviger Bigroom von seiner schönsten Seite! Wenn es bei Hardwell in diesem Jahr nur mal so weitergegangen wäre... wir werden sehen!


Hardwell & Afrojack - Hollywood (Januar)

Dass Hardwell und Afrojack eine Kollaboration am Start haben, wusste der wohlinformierte Fan beider Künstler schon einige Monate vor dem Release des fertigen Produkts, einem Peaktime-Gerät namens „Hollywood“ - Gerät, weil bei diesem Track garantiert niemand jemals müde wird oder gar einschläft, wenn auch aus von Hörer zu Hörer verschiedenen Beweggründen. Am 25. Januar zündete der Hollywood-Express dann die Nachbrenner und wusste durch die stilechte Kombination des typischen Hardwell-Sounds mit einem von Afrojacks Dirty-Dutch-Krachern zu überzeugen. Mit dominanten aber zugleich angenehm abgemischten Supersaws in der Break teast der Buildup bereits, in welche Richtung sich der Drop bewegen wird - heraus kommt eine aggressive Mischung aus Bigroom und Dirty Dutch mit Einflüssen aus dem Jungle Terror, also genau das Richtige, um eine Festivalstage zum Kochen zu bringen. Dem Standard-Mainstream-Fan oder gar eingefleischten Undergroundies wird das eher auf die Nerven gehen, aber für all diejenigen, die eskalativ unterwegs sind, wird „Hollywood“ auf jeder Mainstage dieses Planeten die pure Wonne sein!


Hardwell feat. Jake Reese - Run Wild (Februar)

Kaum ein Releasedatum wurde je so frühzeitig angekündigt wie das von Hardwells neuestem Vocal-Track „Run Wild“, zu dem der niederländische Sänger Jake Reese den Gesang beisteuerte. Bereits im August 2015 wurde bekannt, dass mit „Run Wild“ ein Follow-Up zu Hardwells letzter Kollaboration mit Jake Reese namens „Mad World“ in den Startlöchern stehe und Anfang März 2016 veröffentlicht werde. Das traf dann nicht ganz ein, da der Februar in diesem Schaltjahr ausnahmsweise 29 Tage hatte, sodass „Run Wild“ das seltene Vergnügen hatte, an einem 29. Februar das Licht der WIlt zu erblicken. Aber was kann die Single denn nun? Hardwell bleibt hier seinem üblichen Bigroom-Stil treu, flüchtet sich dabei aber auch ein wenig in Einflüsse des Trance - den Credits nach mit einiger Unterstützung der Jungs von W&W! Heraus kommt eine durchaus poppig geratene Mischung aus den etwas gequält wirkenden Vocals von Jake Reese, Supersaws bis zum Abwinken und einem trancigen Bigroom-Drop. Die Mischung macht's hier allerdings - denn das Ganze ist hier mehr als die Summe seiner Teile. Und so entstand mit „Run Wild“ einer der besseren Hardwell-Tracks, der zwar nicht vollends überzeugt, andererseits aber auch schön anzuhören ist - es muss eben nicht immer höchster Anspruch sein, um zu gefallen!


Hardwell & Kura - Calavera (März)

Exakt einen Monat nach „Run Wild“ stand schon Hardwells nächste Veröffentlichung an. Mit „Calavera“ liefert er ein Follow-Up auf den „Hollywood“-Sound seiner Kollaboration mit Afrojack ab. Bereits im November 2015 gaben Kura und Hardwell ihre Zusammenarbeit bekannt und kurz nach der Veröffentlichung von „Calavera“ kam auch schon die nächste Studio-Session beider Produzenten - eine neue Kollaboration befindet sich für 2017 im Anflug. Der einzige Wermutstropfen: „Calavera“ ist eine Scheibe, mit der nur wenige warm wurden. Mainstream-Fans gefiel die typische Hardwell-Supersaw-Break, dafür wurde es ihnen dann im Drop zu bunt. Hörer mit Anspruch blicken verächtlich auf die soundtechnisch doch etwas anspruchslos gestaltete Break und wundern sich über den etwas ungestümen Drop - man wird sich mit der Nummer einfach nicht grün. Wie schon statuiert wurde, ist die Break doch recht einfallslos, „Supersaw hier, Supersaw da, trulala!“, wäre wohl die passendste Umschreibung. Der Drop wiederum ist ein Schlag ins Gesicht aller Mainstream-Hörer und solcher, die Hardwell gern Future House und ähnliches Valium veröffentlichen sähen. Wie in „Hollywood“ sehen wir auch hier wieder eine gesunde Mischung aus Bigroom, Jungle Terror und Dirty Dutch - aggressive Dirty-Dutch-Sounds dürfen zu Bigroom-Kicks und Jungle-Terror-Percussion in einem 2/4-Takt auf dem Grundton hämmern - heraus kommt natürlich eine Melodie so platt wie die vielzitierte Flunder. Manch einer witzelt auch über die Entfesselung von Kuras Affenstall im Drop - durchaus ein passendes Bild. Insgesamt hat „Calavera“ (deutsch: „Totenschädel“) durchaus starke Momente, weiß aber wohl nicht jeden auf ganzer Linie zu überzeugen.

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The Chainsmokers feat. Daya - Don't Let Me Down (Hardwell & Sephyx Remix) (Mai)

Im Mai folgte dann Hardwells wohl stärkster Track in diesem Jahr - für einen Remix des Megahits „Don't Let Me Down“ von den Chainsmokers und der Sängerin Daya holte sich der Holländer das junge Hardstyle-Talent Sephyx ins Studio. Noch schnell Frontliners Hardstyle-Soundpack gezogen und ab geht die wilde Fahrt! In dem Remix zu dem internationalen Chartbreaker geht Hardwell (endlich!) neue Wege und tastet sich in den Hardstyle hinein. Den Großteil dürfte dem Sound nach wohl Sephyx beigetragen haben, aber wenn man sich ansieht, welche Richtungen der gute alte Hardwell aktuell einschlägt, dürfte auch er einiges an dem Track gemacht haben. Aggressive Hardstyle-Sounds, eine fette Kick und ein ordentliches Tempo-Update machen dieses Hardstyle-Crossover mit Future-Pop-Einflüssen zu dem wahrscheinlich besten Remix des Tracks. Auch wenn er wohl nur marginal an der Nummer beteiligt war  - und das sagt einiges über Hardwells Jahr! -, handelt es sich wohl um Hardwells besten Track im Jahr 2016!


Hardwell & Thomas Newson - 8Fifty (Juni)

Hardwells nächste Kollaboration, der Track mit dem klangvollen Namen „8Fifty“, war eine Zusammenarbeit mit dem Niederländer Thomas Newson. Auch hier schlägt Hardwell wieder härtere Saiten an und bewegt sich wieder deutlich in Richtung Bigroom, Jungle Terror und Dirty Dutch, also quasi ein würdiges Follow-Up für „Hollywood“ und „Calavera“. „9Fifty“ hat dasselbe Problem wie die erstgenannten Tracks, denn kaum einer wird sich mit dem Gesamtwerk grün. Den einen ist der Drop zu hart, den anderen zu ungestüm. Diejenigen, die den Drop mögen, werden an der Break auszusetzen haben, dass das Sounddesign ein waschechter Klon von Hardwells letzter Dannic-Kollaboration „Survivors“ ist, wenn auch mit einer weit angenehmeren Melodie. „8Fifty“ bietet also reichlich Zündstoff für angeregte Diskussionen. Insgesamt ist „8Fifty“ allerdings dann doch ein recht interessanter Mainstage-Track, der in diesem Jahr auch durchaus einige Festivals zum Kochen gebracht haben dürfte. Ein Track aus der Kategorie „Kann man mal machen!“.



Hardwell & W&W feat. Lil Jon - Live The Night (Juli)

Nach drei (!) Jahren kam dann auch dieses ehemalige Prachtexemplar des Bigroom-EDM-Sounds auf den Markt. Ehemalig, weil Oldschool-Bigroom á la 2013 heutzutage kein Mensch mehr hören möchte, wie man meinen sollte. Verkauft hat sich das Lied dank der großen namen auf dem Cover natürich trotz allem, auch wenn die Aufschrift „Lil Jon“ wohl den einen oder anderen von seiner Kaufentscheidung abgeschreckt haben dürfte. Nachdem sich die Fans der beteiligten Produzenten ohnehin bereits jahrelang die Beine in den Bauch gewartet haben, mussten es ja auch noch Vocals des wohl untalentiertesten Rappers der Welt sein - in Tracks mit Lil Jons Beteiligung ist man meistens über jede Sekunde seines Schwegens froh. Was gibt es zu dem Track zu sagen? Sehr einfaches Sounddesign, aber immerhin auf den Punkt gebracht. Gegen das Mixing kann man ebenfalls wenig sagen, das Mastering ist allerdings wie für W&W üblich unter aller Kanone. Wenn man sich damit abgefunden hat, dann kann man sich über den Track durchaus freuen, denn die Hookline ist unfassbar catchy und lädt alles und jeden zum Mitgröhlen ein. Vielleicht erfüllen sich unser aller Hoffnungen ja noch im Erscheinen eines Instrumental Mixes.


Moby - Go (Hardwell Remix) (Juli)

Dieser Track dürfte Hardwell bei vielen Die-Hard-Fans der 90er-Jahre-Musik deutlich in Ungnade gestürzt haben. One does not simply remix Moby.  Und dann auch noch als Bigroom-Version! Hardwells Standard-Bigroomsound kommt in diesem Track wieder zum Tragen, insgesamt wirkt er soundtechnisch wie ein Klon von „Blackout“ mit anderer Melodie. Der Drop ist allerdings weitaus weniger druckvoll als der von „Blackout“ und dürfte den meisten aufgrund der äußerst repetitiven Melodieführung recht schnel auf den berühmten Keks gehen. Insgesamt wirkt das Konstrukt sehr zusammengeschustert, fast wie ein Mashup - und dann auch noch wie ein schlechter! Zu saftlos für die Peaktime, 90er-Fans werden vergrault, für sonstwo zu aufgedunsen, also eigentlich ein nahezu unspielbarer Track. Für diesen Track geht der Daumen ganz tief runter, lieber Hardwell!


Hardwell - Wake Up Call (August)

Kommen wir zu besinnlicheren Themen, zum Beispiel Hardstyle. Ja, ganz richtig gehört, Hardwell hat sich abermals im Hardstyle versucht. Mit seinem zweiten kostenlosen Downloadtrack „Wake Up Call“, der unter starker Mithilfe der Hardstyle-Legende Atmozfears entstand, setzt der Holländer einen festen Schritt in das Genre für all diejenigen, die fette Hooks und hohes Tempo zu schätzen wissen. Apropos fette Hooks, die hat Hardwell hier auf jeden Fall perfekt zustande gebracht! Insgesamt überzeugt der Track, der als Transition-Track von 128 auf 150 BPM geht zwar nicht unbedingt durch seine Vielschichtigkeit oder schiere Innovation, aber ein solider erster eigener Hardstyle-Originaltrack ist er dann doch.  Geht ins Ohr, bleibt im Kopf, was will man mehr? Ganz einfach: Noch mehr Tracks dieses Kalibers, denn Hardstyle geht eigentlich immer! Dann aber bitte auch gern ohne Bigroom-Drop und stattdessen mit einer ordentlichen Portion Reverse Bass! Aber wir stellen fest: So kann es gehen!


Hardwell feat. Craig David - No Holding Back (August)

Mit „No Holding Back“ wollte Hardwell endgültig neue Wege beschreiten. Erstmals live gespielt wurde die Nummer während Hardwells umjubeltem Ultra-Miami-Set im März 2016, als er seinen Sänger Craig David auf die Bühne holte und „No Holding Back“ live performen ließ.  Was muss man also zu der Nummer wissen? Craig Davids Vocals sind in ordnung, aber nichts Besonderes. Das Instrumental klingt, als ob es einem UK-House-Construction-Kit entstammt, von Hardwell-Sound ist hier wirklich nichts zu spüren. Eine Umstellung ist immer eine Weiterentwicklung, aber davon ist in „No Holding Back“ nichts zu spüren, sondern eher ein völliges Umwerfen seines gesamten Stils. Insgesamt muss sich Hardwell hier wohl eingestehen, sich verkalkuliert zu haben, denn ein Hit wurde seine vielgepriesene „Radio-Single“ garantiert nicht. Der Track war ihm selbst gar so peinlich, dass er ihn seit seinem Release kaum bis gar nicht mehr spielte, auch nich während seines umjubelten Auftritts bei der letzten Ausgabe seiner Show „I Am Hardwell: United We Are“ am Hockenheimring Ende August. Insgesamt geht „No Holding Back“ durchaus in Ordnung, aber es fühlt sich einfach nicht nach Hardwell an, sodass der Track weitgehend auf halber Strecke liegenblieb. Sehr gut ist übrigens auch der mitgelieferte Henry Fong Remix im Bass-House-Stil. Groovy, aggressiv und catchy, so mögen wir es. Unbedingt auch diesen Remix auschecken!


Hardwell & Blasterjaxx - Going Crazy (August)

Man muss sagen, dass Hardwell auch 2016 einige Festival-Granaten gezündet hat. Seine Kollaboration „Going Crazy“ mit den Jungs von Blasterjaxx war eine davon. Und wie, die drei Jungs lassen es gut krachen und starten nach dem Intro direkt mit einem Buildup in den Track. Der Drop ist mehr als Druckvoll, kann aber auch schnell auf die Nerven gehen. Die dauernde Aufforderung, man möge doch endlich verrückt werden, tut ihren Zweck ebenfalls fast zu gut. Als „erwachsen“ kann man diesen Track mit Sicherheit nicht bezeichnen. Aber Stumpf ist hier wohl wie so oft Trumpf. Und so hat sich „Going Crazy“ ihren Weg durch die Großraumclubs und Festivals dieser Welt gebahnt. Insgesamt eine durchschnittliche Produktion beider Acts, die aber die Massen durchaus zu pushen vermag. Unser Bedarf nach mehr Tracks dieses Kalibers ist allerdings mehr als gedeckt.

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Hardwell feat. Jay Sean - Thinking About You (Oktober)

Mit „Thinking About You“ startete Hardwell seinen nächsten Versuch, in die Charts einzusteigen, blieb aber trotz seiner prominenten Verstärkung in Form des Popsängers Jay Sean aber eher aus. Das liegt nicht einmal daran, dass der Track schlecht produziert wäre, aber es fehlt das vielzitierte Hit-Gen und der Name Hardwell hilft im Mainstream-Bereich kaum weiter. Die Kombination „Hardwell + Dancehall-Pop“ bringt's einfach nicht. Der doch sehr jaulend daherkommende Vocal-Drop im Stile von Major Lazer oder DJ Snake hilft da auch nicht wirklich weiter. Saft- und kraftlos kommt der Mainpart daher und eignet sich daher kaum für die Maistages dieser Welt. Der „Hardwell & Kaaze Festival Mix“ hingegen kann durchaus etwas. Der Drop ist hier in Kaazes typischem Bigroom-/Progressive-Stil gestaltet und vermag einen auch gut mitzunehmen. Fazit: Der Original Mix gestaltet sich eher als fad, der Festival Mix ist durchaus mit Potential gesegnet.


Jewelz & Sparks - Crank (HWL Edit) (Oktober)

Hardwells Beitrag zu diesem bereits fast vollständig existenten Track bestand eigentlich nur darin, dass er dem ohnehin sehr guten Track einen Leadsound aus Seth Hills Track „Raise Your Hands“ hinzufügte. Ob es die Nummer nun verbessert hat oder nicht, sei dahingestellt, wozu man einen drei Monate alten kostenlosen Downloadtrack verschlimmbessern und dann nochmals veröffentlichen muss - diesmal zum Kauf - sei ebenfalls dahingestellt. Mehr als ein durchschnittlicher Mashup spring da aber leider nicht heraus. Nicht mehr und auch nicht weniger ist dazu zu sagen.


Hardwell & W&W - Get Down (November)

Nachdem man auf „Live The Night“ drei Jahre warten musste, scheinen Hardwell und W&W ihre Lektion gelernt zu haben. Gerade einmal ein halbes Jahr nach seiner Premiere auf dem Ultra Music Festival Miami erschien im November ihre zweite offizielle Kollaboration in diesem Jahr, „Get Down“. Anfangs hielt man die Nummer noch für eine Kollaboration von Hardwell und Yellow Claw. Wir finden uns abermals im vom Jungle Terror geprägten Bigroom-Milieu wieder. Vocal-Chops des recht eingängigen Begriffs „Down“ bahnen sich ihren Weg durch die Windungen des Drops und bescheren uns hier ein wahres Festival-Feuerwerk. Nicht jedermanns Sache, dieser Track, aber wieder ein gutes Beispiel für eine Nummer, die jede Festival-Menge zum Kochen bringen kann. Frei nach dem Motto „Wem's gefällt...“ überlassen wir hier Euch die Entscheidung, ob Ihr diese Nummer mögt - das Urteil „Geschmackssache“ trifft den sprichwörtlichen Nagel recht gut auf den Kopf.


Hardwell & Quintino - Baldadig (Dezember)

Hardwells letzter Track in diesem Jahr ist abermals eine Kollaboration, dieses Mal handelt es sich um die Koproduktion „Baldadig“ gemeinsam mit Quintino, die lange Zeit unter dem Titel „Whine Up“ gehandelt wurde. „Baldadig“ ist ein wahrer Bigroom-Kracher, der so wie viele der zuvor vorgestellten Tracks nicht jedem gefallen wird. Einerseits können die Vocals schnell auf die Nerven gehen, andererseits ist der recht aggressive Affenstall-Drop für die meisten Hörer zumindest gewöhnungsbedürftig. Es wird sicher auch eine große Menge an Fans geben, denen dieser Track gefällt, aber für die breite Masse ist diese Nummer wohl nur etwas, wenn sie tatsächlich breit ist. Wieder einmal unser Lieblingsurteil: Geschmackssache! Und man möge Hardwells Affen endlich füttern...

 

Fazit: Insgesamt muss man Hardwell wohl leider ein sehr schwaches Jahr attestieren. Seine Versuche, sich im Mainstream-Bereich zu etablieren scheiterten allesamt krachend und seine Festivaltracks lassen kaum eine Entwicklung erkennen. Seine Hardstyle-tracks sind noch ausbaufähig, gehen aber grundsätzlich schon in seine sehr gute Richtung In jedem Falle lässt sich hier aber wohl feststellen: Das geht besser! Aber dass es das werden wird, wissen wir bereits - schließlich kennen wir ja schon den Großteil der Tracks, die sich auf seinem für 2017 angekündigten Album wiederfinden werden, darunter seine mitreißende Kollaboration mit Kaaze unter dem Arbeitstitel „Falcon“ und sein zweiter Original-Hardstyle-Track unter dem Titel „What We're Living For“. Was ebenfalls positiv herausstach waren Hardwells durch die Bank weg überzeugende Livesets - auch so darf es gern weitergehen!