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Trotz jahrelanger Verluste

Spotify plant Börsengang

(Geschätzte Lesezeit: 2 - 3 Minuten)

Spotify plant BörsengangSpotify plant den Gang an die Börse.

Dass das schwedische Startup Spotify aufgrund seiner jahrelangen Politik des Wachstums um jeden Preis seinen Teilhabern Jahr für Jahr rote Zahlen präsentieren musste, ist kein Geheimnis. Auf die Frage, wann das in Rekordzeit zum Weltkonzern mutierte Startup endlich Gewinne einfahren würde, hatten jährlich mehr Wirtschaftsgurus eine erwiesenermaßen falsche Antwort als SoundCloud inzwischen noch Nutzer hat. 2012 hieß es, spätestens im Jahr 2016 würde Spotify endlich in den Gewinnbereich rutschen, und so verschob sich die Zahl Jahr für Jahr. Doch statt Gewinnen setzte es dann doch immer nur rote Zahlen – dies belegt auch der 200 Seiten starke Börsenprospekt, den Spotify anlässlich seines geplanten Börsenganges veröffentlichen musste.


1,2 Milliarden Euro Verlust – und das nur 2017!

Eines muss man Spotify lassen: Die Wachstumsraten des noch jungen Medienkonzerns sind sagenhaft. Als Weltmarktführer im Bereich Musik-Streaming hat der Dienst derzeit 71 Millionen zahlende Abonnenten und damit knapp das Doppelte seines schärfsten Konkurrenten, Apple Music. Insgesamt hatte Spotify Ende 2017 sogar 159 Millionen registrierte Nutzer.  Allein seit 2015 sind 50 Millionen zahlende Nutzer hinzugekommen. Auch der Umsatz steigt stetig, waren es 2015 noch 1,94 Milliarden Euro, stieg er über 2016 mit 2,95 Millionen Euro und 4,09 Milliarden Euro im Jahr 2017 um satte 100 Prozent in gerade einmal zwei Jahren. Von derartigen Wachstumsraten können vergleichbare Unternehmen meist nur träumen, zumal in dieser gigantischen Größenordnung. Diese Zahlen lesen sich auch in Spotifys Börsenprospekt doch recht ansehnlich, können aber eines nicht überdecken: Die enormen Verluste. Dem steigenden Umsatz stehen nämlich noch schneller ansteigende Verluste gegenüber. Machte das Unternehmen im Jahr 2015 noch 230 Millionen Euro Verlust, stieg dieser Betrag 2016 schon auf 539 Millionen und im Jahr 2017 auf ganze 1,24 Milliarden Euro – 400 Millionen aus dem operativen Geschäft und 850 Millionen Finanzierungskosten. Der Umsatz hat sich verdoppelt, die Verluste verfünffacht!

Lange kann das nicht mehr gut gehen, möchte man meinen, doch die Geschäftsführung von Spotify scheint der Zukunft doch eher mit einer rosaroten Brille entgegen zusehen. Tatsächlich scheint die doch recht waghalsige Strategie, alles dem Unternehmenswachstum unterzuordnen, langsam aufzugehen, auch trotz des Verfünffachens der Verluste. Innerhalb von gerade einmal einem Jahr stieg seit Anfang 2017 die Zahl der zahlenden Abonnenten von Spotify um satte 46%. Und so ist es kein Wunder, dass die Bewertung des Unternehmens in der letzten Finanzierungsrunde vor dem geplanten Börsengang durchweg positiv ausfällt, schließlich bewerteten die Investoren Spotify mit bis zu 23 Milliarden Euro. Aktuell hält sich Spotify mit dem angepeilten Startdatum des Börsenganges noch bedeckt, bislang heißt es nur, das Unternehmen müsse noch letzte Formalitäten klären, bevor dann der Direktverkauf der Unternehmensaktien startet. Mit wie vielen Anteilen sich Spotify zum Start an der New York Stock Exchange listen möchte, ist bislang ebenfalls noch unklar.

Potentielle Aktionäre könnten sich gegebenenfalls auch an mangelnden Mitspracherechten stören. Die beiden Unternehmensgründer Daniel Ek und Martin Lorentzon verfügen derzeit zwar nur über rund 38% der Anteile, allerdings auch über spezielle Zertifikate, die ihnen besondere Stimmrechte und damit auch eine Kontrollmehrheit über Spotify einräumen – auch nach dem Börsengang. Insgesamt wirkt der gesamte Prozess des Börsenganges auch etwas übereilt. Keine groß angelegte Präsentation der Marke bei Großinvestoren, bislang kein fester Ausgabepreis am Starttag und auch keine Partner, die im Falle eines Scheiterns am Ausgabetag eingreifen würden – allesamt vermeidbare Risiken, die relativ schnell zu einem Genickbruch für das schwedische Unternehmen führen könnten. Spotifys Zukunft, so scheint es, hängt am Ausgabetag am Vertrauen der Anleger.

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Über den Autor
Maximilian Wild

Ich bin Jurastudent und bereite mich derzeit auf mein Staatsexamen vor. Meine Interessenschwerpunkte liegen im Bereich des geistigen Eigentums, das sich mit meinem ausgeprägten Interesse für Musik trifft. Für Dance-Charts.de verfasse ich hauptsächlich Nachrichten, Kommentare und Kolumnen, die sich mit aktuellen Entwicklungen der Szene befassen. Ich favorisiere kein Genre besonders, sodass sich in meinen Playlisten bunte Mischungen aus Tech House, Hardstyle und EDM finden. Mein absoluter Lieblingsact ist allerdings das deutsche House-Duo Claptone.

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